Ein Titel-Finale, das so (früh) nicht geplant war

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Endlich, war man verleitet zu sagen.

Nach den Sololäufen von RB Salzburg in den vergangenen Jahren war die Meisterschaft zum Glück wieder einmal spannend, eng und unberechenbar.

Die Betonung liegt jedoch auf „war“, denn nach dem Schlager zwischen den Bullen und dem SK Rapid am Sonntag (ab 15 Uhr im LAOLA1-Liveticker) könnte alles schon (vor)entschieden sein – es ist ein Finale, das viel zu früh kommt.

Vor kurzem meldeten mit den Bullen, den Grün-Weißen und der Austria noch drei Teams Titelansprüche an. Gewinnt Rapid das direkte Duell nicht, scheint der Zug abgefahren zu sein.

"Es ist für uns ein echtes Finalspiel!"

Deshalb verspricht das Top-Duell der 29. Bundesliga-Runde Spannung. Denn für die Hütteldorfer steht nach dem Aus in der Europa League und im ÖFB-Cup in der Meisterschaft alles auf dem Spiel.

Nicht umsonst fordert Trainer Zoran Barisic seine Spieler auf, so ins Match zu gehen, als wäre es das letzte in ihrer Karriere.

„Es ist für uns ein echtes Finalspiel, das wir unbedingt gewinnen wollen! Wir müssen mutig sein und 100 Prozent Leidenschaft zeigen – alles, was uns auszeichnet. Wir dürfen uns nicht negativ beeinflussen lassen“, meint der Chefbetreuer.

Einerseits spricht er davon, dass sich das Team in der Länderspielpause nicht nur auf das Spitzenspiel, sondern die restlichen Aufgaben in dieser Saison vorbereitet hätte, um dem Duell nicht zu viel Bedeutung beizumessen.


Andererseits bezeichnet er es wenig später selbst als „Finalspiel“. Rapid weiß selber nicht genau, wie es mit dieser Situation umgehen soll.

Nur ein Sieg hilft Rapid wirklich weiter

Fakt ist, dass die Wiener im Fall einer Niederlage bereits sieben Punkte Rückstand hätten und danach nur mehr sieben Partien zu spielen sind.

Trotz der Anfälligkeit der Salzburger in dieser Saison dürfte den Mozartstädtern dieser Vorsprung wohl nicht mehr zu nehmen sein.

Holt Rapid zumindest ein Unentschieden, würde es bei vier Punkten bleiben – jedoch hätte man die Möglichkeit vergeben, im direkten Duell aufzuschließen.

Somit hilft eigentlich nur ein Sieg, der den Rückstand auf einen Punkt schmelzen lassen und den Hütteldorfern noch realistische Chancen einräumen würde.

"Werden alles Menschenmögliche versuchen"

„Die Ausgangsposition ist klar: Um noch Meister zu werden, müssen wir gewinnen“, stellt deshalb Sportdirektor Andreas Müller unmissverständlich klar.

„Ich bin überzeugt, dass wir alles Menschenmögliche versuchen werden, um den Rückstand zu verkürzen und noch eine reelle Chance zu haben.“

Dieser Ansicht ist auch Mittelfeldmotor Stefan Schwab, der auf seinen verletzten Nebenmann Thanos Petsos verzichten muss: „Wir müssen es als große Chance sehen, wir haben einiges wiedergutzumachen. Unser Ziel ist es, näher an Salzburg heranzukommen.“

Nach drei sieglosen Spielen, ohne einen einzigen erzielten Treffer, muss Rapid die Wende erzwingen, um sich nicht alles Erarbeitete frühzeitig zu zerstören.

Fehlender Glaube? "Schwachsinn"

Überspieltheit wurde der Mannschaft ebenso vorgeworfen wie fehlender Glaube. Darauf hat Müller eine klare Antwort: „Das ist Schwachsinn!“

Nach eingängigen Gesprächen und der Aufarbeitung der unerfreulichen Geschehnisse der vergangenen Wochen ist der sportliche Leiter überzeugt, dass seine Profis „jeden Zentimeter umgraben werden“.

„Wir haben unnötig Punkte liegen gelassen. Wenn wir gewinnen, sind wir aber wieder ganz nah dran. Es ist unser Anspruch, am Ende ganz oben zu stehen“, lässt Mario Pavelic gegenüber LAOLA1 wissen.

Vorwürfe, dass man sich bereits aufgegeben hätte, will ebenfalls kein einziger Akteur im grün-weißen Lager gelten lassen.

„Jeder weiß, worum es geht. In so einem Spiel braucht man niemanden extra zu motivieren. Wir sind alle zu Rapid gekommen, um etwas zu erreichen. Das ist in den Köpfen drin. Deshalb ist es eine große Chance“, bringt es Schwab auf den Punkt.

Salzburg im "Finale" mit mentalem Vorteil

Die Verhältnisse sind klar: Während der ganze Druck auf Rapid lastet, kann Salzburg beruhigt ins Duell der beiden derzeit besten Teams des Landes gehen.

Das Wissen, mit einem Sieg die Vorentscheidung erzwingen zu können, ist ein mentaler Vorteil, den keiner im Lager des Titelverteidigers verhehlen will.

"Ich glaube nicht, dass ein Sieg gegen Rapid genügt, um Meister zu werden. Wir können uns einen komfortablen Vorsprung herausarbeiten, aber es sind danach noch genügend Punkte zu holen und zu verlieren. Es liegt danach an uns, um den Vorsprung auf Rapid zu halten“, bremst jedoch Außenverteidiger Christian Schwegler.

Auch Neo-Trainer Oscar Garcia gibt sich zurückhaltend: „Beide Teams haben viele Punkte liegen gelassen und es sind danach noch viele zu vergeben.“

Das ändert nichts am viel zu frühen Final-Charakter. Dabei war es bis vor kurzem noch so spannend, eng und unberechenbar.


Alexander Karper

 

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