"Scouting neu" bei der Austria

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Die neue Scouting-Strategie der Austria

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In den letzten Wochen drehte sich bei der Austria fast alles um den vakanten Trainerposten.

Abseits davon fiel jedoch eine weitere wichtige Personalentscheidung: Der 67-jährige Gerhard Hitzel übernimmt die bisher nicht besetzte Position als violetter Chefscout, wie Sportdirektor Franz Wohlfahrt gegenüber LAOLA1 bestätigt.

Ein Mann mit geschultem Auge für Talent

Hitzel ist kein unbeschriebenes Blatt. Der ehemalige Chef der ÖFB-Trainerausbildung war zuletzt als Scout für Teamchef Marcel Koller tätig. Dabei nahm der langjährige Coach diverser Nachwuchs-Auswahlen insbesondere EM-Quali-Gegner Russland unter die Lupe.

Von 2008 bis April 2010 arbeitete der nunmehrige FAK-Chefscout selbst im flächenmäßig größten Land der Welt. Rashid Rachimov und Alfred Tatar lotsten ihn als Leiter der Nachwuchs-Akademie zu Lok Moskau, wo das Trainerduo damals arbeitete.

Nach dem Rauswurf der beiden und einer spektakulären Entführung, bei der er mit blauen Flecken davonkam, endete jedoch seine Tätigkeit in Moskau. Danach arbeitete Hitzel zudem als Assistent von Josef Hickersberger bei Al-Wahda.

Scouting-Budget wird vervierfacht

Sein Engagement bei der Austria ist Teil einer Scouting-Strategie, die eine Arbeitsgruppe des Klubs in den vergangenen Monaten ausarbeitete.

„Wir hatten in diesem Bereich sicherlich Nachholbedarf. Deswegen haben wir beschlossen, das diesbezügliche Budget für die Saison 2015/16 zu vervierfachen“, erklärt FAK-Sportdirektor Franz Wohlfahrt.

Dem Verein gehe es darum, das Risiko von Transferflops zu minimieren. „Man kann aber nie ausschließen, dass eine Verpflichtung daneben geht. Schließlich haben wir es hier mit Menschen zu tun, nicht mit Computern“, betont Wohlfahrt.

Austrias neuer Chefscout heißt Gerhard Hitzel

Internationales Netzwerk soll etabliert werden

Neben dem neuen Chefscout verfügt die Austria nun über vier Scouts für das Inland, die sowohl gegnerische Teams als auch mögliche Neuverpflichtungen beobachten.

International will Sportdirektor Wohlfahrt ein großflächiges Netzwerk etablieren:  „Wir planen so, dass wir in den interessanten Ländern jeweils mindestens einen Kontakt haben, der uns regelmäßig informiert.“

Den zukünftigen Arbeitsablauf erklärt der 50-Jährige wie folgt: „Wir erstellen ein Profil für die betreffende Position und versenden dieses an unsere Scouts in Österreich sowie im Ausland. Dann sammeln wir mögliche Kandidaten ein, die unser Chefscout gemeinsam mit meinem Assistenten Christian Peischl genauer unter die Lupe nimmt. Sie filtern interessante Spieler heraus und beobachten diese. Am Schluss liegt die Verantwortung bei mir und dem Trainer.“

Kayode als Glücksfall

Zumindest in einem Fall hat sich die neue Scouting-Strategie schon bezahlt gemacht. Neo-Veilchen Olarenwaju „Larry“ Kayode kam auf ausdrückliche Empfehlung eines mittlerweile für die Austria arbeitenden Scouts nach Wien Favoriten.

„Bei diesem Transfer hatten wir ein bisschen Glück“, gibt Wohlfahrt zu. „Der Spieler wurde bereits im September 2014 zwei Mal vor Ort beobachtet. Dabei gab es schon persönlichen Kontakt mit ihm. Derjenige, der ihn damals getroffen hat, arbeitet mittlerweile als Scout bei uns. Dann haben wir uns ihn selbst auch noch einmal angesehen. Wir sind von ihm absolut überzeugt.“

Es tut sich etwas bei der Austria, nicht nur auf der Trainerbank.

 

Jakob Faber

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