Wolfgang Kindl ist Sprint-Weltmeister

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Wolfgang Kindl feiert zum Auftakt der Heim-WM in Igls den größten Erfolg seiner Karriere.

Der 28-Jährige rodelt im Sprintbewerb mit 0,012 Sekunden Vorsprung vor dem Russen Roman Repilov und 0,123 vor dem Italiener Dominik Fischnaller zu WM-Gold.

Bei den Titelkämpfen 2015 und 2016 holte der Tiroler jeweils Bronze.

Durch Kindls Goldene sowie der Silbernen im Doppelsitzer durch Penz/Fischler hält Österreich nach dem ersten Tag bereits bei zwei Medaillen.

Bei den Damen blieb die Hoffnung auf eine Medaille für die Heimischen unerfüllt.

Chance genutzt

Kindl hatte in der Eisrinne von Igls bereits im Training am Vortag als Schnellster zu überzeugen gewusst. Der Dritte der Weltcup-Gesamtwertung ging am Freitag bei Kaiserwetter dann als Vorletzter in die Bahn und schrieb sogleich Bestzeit an. 0,012 Sekunden lag Kindl am Ende vor dem Russen Roman Repilov.

"Unglaublich. Das habe ich mir nur erträumen können. Ich habe gewusst, dass ich brutal gut drauf bin und Chancen auf eine Medaille habe. Aber das es sich für ganz oben ausgeht", freute sich Kindl.

Kindl hielt damit auch der hohen Erwartungshaltung stand. "Im Prinzip habe ich es mir selbst schwer gemacht, weil ich im Training so schnell war. Aber ich habe mich nicht aus der Ruhe bringen lassen", sagte er im ORF. Am Sonntag steht noch der Bewerb im Einzel an, auch da wird das 1,66 Meter große Kraftpaket nun als Favorit an den Start gehen.

Armin Frauscher und David Gleirscher belegten zeitgleich Rang zwölf. Die favorisierten deutschen Schlitten gehen diesmal leer aus, Titelverteidiger Felix Loch klassierte sich nur auf Rang zehn.

Damit war nicht zu rechnen

Für eine Überraschung hatten zuvor Penz/Fischler im Doppelsitzer gesorgt. Das Duo hatten zuletzt drei Wochen pausieren müssen und damit auch die EM am Königssee verpasst. Grund dafür war eine Herzmuskelerkrankung von Fischler, erst in der Vorwoche erhielt der 31-Jährige ärztliche Starterlaubnis für die WM.

"Wir sind vier Wochen nicht gerodelt, ich habe kein Athletiktraining absolvieren können und geschwitzt ob wir überhaupt starten können. Dass es so ausgeht ist natürlich ein Traum, ich kann es noch nicht wirklich fassen", sagte Fischler.

Steuermann Penz sprach von einem Lauf mit Unsicherheiten, freute sich naturgemäß aber ebenso und nahm schon die Doppelsitzer-Konkurrenz am Samstag ins Visier: "Wir haben wie erhofft eine Medaille, können nun angreifen. Der Speed passt."

Wie bei der EM nur mit Rang vier zufriedengeben musste sich Österreichs zweites Gespann Thomas Steu/Lorenz Koller. Ihnen fehlten am Ende 0,057 Sekunden auf die drittplatzierten Deutschen Toni Eggert/Sascha Benecken. Deren Landsleute Tobias Wendl/Tobias Arlt verteidigten ihren Titel erfolgreich mit über einer Zehntelsekunde Vorsprung auf Penz/Fischler.

Ärgerlich für Platzer

Bei den Damen belegten Miriam Kastlunger und Birgit Platzer durch einen Tausendstel getrennt die Ränge acht und neun. Den Titel sicherte sich die US-Amerikanerin Erin Hamlin, Silber ging an Titelverteidigerin Martina Kocher aus der Schweiz vor der Deutschen Tatjana Hüfner. Die favorisierte Deutsche Natalie Geisenberger touchierte die Bande und landete abgeschlagen auf dem 15. Platz.

Ein wenig ärgern durfte sich Platzer. Der Oberösterreicherin kostete ein Fahrfehler eine deutlich bessere Platzierung. Sogar ein Stockerlplatz wäre im Bereich des Möglichen gewesen.

"Das ist natürlich bitter, nachzutrauern nützt aber nichts. Der Speed und die Form passen, das stimmt mich zuversichtlich", richtete Platzer den Blick aber nach vorne. Für die Damen geht es Samstag im Einzel weiter.

Textquelle: © LAOLA1/APA

Penz/Fischler rodeln im Sprint zu WM-Silber

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