Von hui bis pfui

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So läuft's für Österreichs Wintersport-Asse

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Wenn König Fußball Pause macht, weil Väterchen Frost regiert, geht es für die Wintersportler erst so richtig los!

Während etwa Skifahrer und Skispringer bereits einige Wettkämpfe absolviert haben, sind die Snowboard-Racer erst am vergangenen Wochenende in die Saison gestartet.

LAOLA1 mit dem Überblick bei wem es läuft, wer überrascht hat und in welchen Sparten Aufholbedarf besteht:

Ski Alpin

Krise. Dieses Wort bestimmte die Schlagzeilen rund um Österreichs Alpine in den letzten Wochen. Die Herren kassierten in Val d’Isere eine historische Speed-Pleite, die Konkurrenz aus Norwegen oder Frankreich schien noch stärker als im vergangenen Winter zu sein. Auch die Damen klagten in Abwesenheit von Anna Veith zu Saisonbeginn über eine Durststrecke von zehn Rennen ohne Podestplatz.

Nur auf Marcel Hirscher war - wie immer - Verlass. Am Wochenende vor Weihnachten gingen dann alle Wünsche auf einmal in Erfüllung: Cornelia Hütter sorgte mit Rang zwei in der Abfahrt für das Ende der Podest-Flaute und Max Franz erlöste mit seinem ersten Weltcup-Sieg beim Abfahrts-Klassiker in Gröden sowohl sich selbst als auch die ganze Mannschaft. Spätestens nach Marcel Hirschers RTL-Sieg in Alta Badia ist die Krise vergessen und vorsichtiger Optimismus in Hinblick auf die WM im Februar macht sich breit.

Skispringen

Wann kehrt Gregor Schlierenzauer auf die Schanze zurück? Die Frage, die sich vor Saisonbeginn alle stellten, ist mittlerweile – zumindest teilweise – beantwortet. Der Tiroler soll nach seinem Kreuzbandriss im Jänner wieder in den Weltcup einsteigen. Wie konkurrenzfähig Schlierenzauer bei seiner Rückkehr sein wird, bleibt dennoch ein Fragezeichen. Der einstige Superadler hält sich bewusst im Hintergrund während seine Teamkollegen mit guten Leistungen aufzeigen.

Mit Manuel Fettner, Andreas Kofler, Stefan Kraft und Michael Hayböck landeten in dieser Saison bereits vier ÖSV-Adler auf dem Podest. Hayböck übertrumpfte bei seinem Sieg in Engelberg sogar den bisherigen Überflieger Domen Prevc (4 Saisonsiege). Das stimmt vor allem für die bevorstehende Vierschanzentournee und die WM Ende Februar positiv. Spätestens in Lahti will auch Gregor Schlierenzauer wieder voll angreifen.

Nordische Kombination

Und am Ende gewinnen immer die Deutschen. Dieser Spruch trifft nicht nur auf den Fußball sondern auch auf die Nordische Kombination zu. Eric Frenzel, Johannes Rydzek, Fabian Riessle und Co. bringen die Konkurrenz mit Drei- und Vierfachsiegen zum Verzweifeln. Willi Denifl war bisher einer der wenigen, der sich den großen Nachbarn erfolgreich entgegenstellte und mit Rang zwei beim Auftakt in Ruka aufs Podest kombinierte.

Für den Rest der ÖSV Athleten reichte es in dieser Saison noch nicht für einen Stockerlplatz, die guten Leistungen der Jungen wie Mario Seidl, David Pommer oder Philipp Orter stimmen aber positiv. Die Routiniers wie Lukas Klapfer oder Bernhard Gruber kämpfen hingegen noch mit der Konstanz.

Biathlon

Mit Lisa Hauser hat Österreich erstmals eine Dame, die in der Weltspitze mitmischt. Die 23-jährige Tirolerin begeistert regelmäßig mit Top-10-Platzierungen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis Hauser erstmals in einem Einzel-Bewerb auf dem Podest steht. Im Mixed-Bewerb hat sie dieses an der Seite von Simon Eder in Östersund bereits geentert.

Im Gesamt-Weltcup liegt Hauser sensationell an siebenter Stelle. Ihre männlichen Kollegen blieben bisher meist hinter den Erwartungen. Schwächen am Schießstand verhinderten nicht nur einmal eine Spitzenplatzierung. Dazu kommen Verletzungspech und Krankheiten. Bleibt zu hoffen, dass Eder, Julian Eberhard, Dominik Landertinger und Co. ihr Visier spätestens bis zur Heim-WM in Hochfilzen (6. bis 19. Februar 2017) wieder scharf gestellt haben und für rot-weiß-roten Medaillen-Jubel sorgen.

Snowboard

Österreichs Snowboarder präsentieren sich in dieser Saison geschlossen stark. Anna Gasser führt nach drei Siegen im Big Air die Disziplinen-Wertung an. Benjamin Karl kehrte mit seinem Sieg in Carezza nach fünf Jahren Pause auf das oberste Weltcup-Podest zurück und stand als Dritter auch in Cortina d’Ampezzo am Stockerl.

Bei den Damen feierte Ina Meschik in Carezza ihren ersten Weltcup-Sieg. Die 18-jährige Daniela Ulbing musste sich in Cortina erst im Finale geschlagen geben. Hinzu kommen zahlreichen weiteren Top-10-Platzierungen. Für die Snowboardcrosser lief es beim Weltcup-Auftakt im Montafon zwar nicht ganz nach Wunsch, dennoch darf man sich auch hier Hoffnung auf Spitzenplätze in den kommenden Rennen machen. Bis zur Weltmeisterschaft in der Sierra Nevada im März ist noch genug Zeit am Feinschliff zu arbeiten.

Langlauf

Der heimische Langlauf steckt nicht erst seit dieser Saison in der Krise. Wäre da nicht Teresa Stadlober, würde es ganz düster ausschauen. Die 23-jährige Salzburgerin läuft regelmäßig in die Weltcup-Punkte und stellte zuletzt in La Clusaz mit Platz sechs im Massenstart-Bewerb ihr bestes Karriere-Ergebnis ein.

Bei den Herren ist ein 29. Platz von Bernhard Tritscher in Davos das höchste der Gefühle. Für die Weltmeisterschaft in Lahti (21.2. bis 5.3.) ist die Erwartungshaltung dementsprechend gering.

Skicross

"Wir befinden uns in einer schwierigen Phase", bringt ÖSV-Chefcoach Gerold Posch die Situation bei den Skicrossern auf den Punkt. Man falle zwar „weder beim Start, noch skitechnisch oder bei der Linienwahl gegenüber der Konkurrenz ab, aber derzeit greifen die einzelnen Räder einfach nicht ineinander."

Katrin Ofner startete in Val Thorens mit Rang sechs in die Saison, beim Heim-Weltcup im Montafon musste sich die Steirerin allerdings mit Rang 13 begnügen. Christina Staudinger kam in Vorarlberg nicht über Platz 17 hinaus. Weltmeisterin Andrea Limbacher will nach ihrer im März beim Weltcup-Finale in Arosa erlittenen Knieverletzung erst 2017 in den Weltcup zurückkehren.

Die Herren haben mit Andi Matt, der seine aktive Karriere beendet hat, einen Leistungsträger verloren. Zudem fällt mit Daniel Traxler ein weiterer Hoffnungsträger aus. Der "Rookie of the Year" der Vorsaison zog sich Ende September bei einem Trainingssturz einen Oberschenkelbruch zu und musste operiert werden. Zwar startete Christoph Wahrstötter mit Platz vier sehr gut in die Saison, doch es sollte der bis dato einzige Top-10-Platz der ÖSV-Herren bleiben. In Arosa und im Montafon war spätestens im Viertelfinale Endstation. Spätestens bei der Weltmeisterschaft in der Sierra Nevada (6. bis 19. März 2017) sollten die Räder ineinandergreifen.

Rodeln

Die Rodler haben bereits für das eine oder andere Highlight gesorgt. Birgit Platz rodelte beim Weltcup-Auftakt in Winterberg im Sprint-Bewerb als Zweite erstmals in ihrer Karriere aufs Podest. Bei den Herren liegt Wolfgang Kindl auf Platz drei der Gesamt-Wertung. Zuletzt kostete ihm in Park City ein Fehler kurz vor dem Ziel den sicheren Sieg im Sprint-Rennen.

Die in den letzten Jahren so starken Doppel-Sitzer-Schlitten blieben indes bisher hinter den Erwartungen. Peter Penz/Georg Fischler liegen in der Gesamtwertung lediglich auf Rang 16. Bis zum Saison-Highlight, der Heim-Weltmeisterschaft in Innsbruck/Igls Ende Jänner, werden die Routiniers hoffentlich die Abstimmungsprobleme gelöst haben.

Skeleton

Janine Flock jubelte am Wochenende in Lake Placid über ihren dritten Weltcup-Sieg in ihrer Karriere. Nach Rang elf beim Saisonauftakt in Whistler, bei dem sie durch eine Rückenverletzung gehandicapt war, findet die Vize-Weltmeisterin in beeindruckender Art und Weise zurück in die Erfolgsspur. Damit stehen die Zeichen für eine erfolgreiche Verteidigung des Europameistertitels am 15. Jänner in Winterberg ausgezeichnet. Zuvor heißt es jedoch Anfang Jänner in Altenberg die zuletzt gezeigten Leistungen zu bestätigen. Österreichs Herren Matthias Guggenberger (Ränge 26 und 21) und Alexander Auer (zwei Mal 23.) schafften bisher kein Top-Resultat.

Die für Februar geplante Bob- und Skeleton-Weltmeisterschaft wurde Sotschi nach den jüngsten Enthüllungen im zweiten McLaren-Bericht zum staatlich gelenkten Doping entzogen und an Königssee (13. bis 26. Februar) vergeben.

Bob

Im Bob-Sport ist Österreich nicht wirklich von Erfolgen verwöhnt. Umso größer war die Freude über den sensationellen zweiten Platz von Christina Hengster/Sanne Dekker beim Saisonauftakt in Whistler. In Lake Placid konnte das Duo mit Platz sechs nicht ganz an diese Leistung anschließen.

Mit Benjamin Maier hat Österreich einen talentierten Youngster am Start. Der 22-Jährige pilotiert den österreichischen Zweier- und Viererbob. Nach zwei Weltcup-Stationen steht als bestes Ergebnis ein zehnter Platz in Lake Placid (Viererbob) zu Buche.

Eisschnelllauf

Für Österreichs Aushängeschild Vanessa Herzog (ehemals Bittner) verlief der Saisonstart durchwachsen. Als bestes Ergebnis steht ein achter Platz in der A-Division über 500 m in Nagano zu Buche. Als beste Europäerin dieses Rennens darf sich die 22-jährige Tirolerin bei der Europameisterschaft Anfang Jänner in Heerenveen Chancen über diese Distanz ausrechnen. In den übrigen Rennen hat es noch nicht ganz nach Wunsch geklappt. Herzog zeigt sich aber zuversichtlich, die Trainingsleistungen bald auch im Rennen umsetzen zu können. Im Moment fehle noch "die Lockerheit". Die erst 18-jährige Viola Feichtner sammelt indes Weltcup-Erfahrung, Spitzenplatzierungen sind von ihr (noch) nicht zu erwarten. Dennoch hat sie sich wie Herzog für die Einzelstrecken-Weltmeisterschaft in Gangneung im Februar qualifiziert. Ihr Südkorea-Ticket ebenfalls bereits in der Tasche haben Linus Heidegger und Armin Hager, die im Weltcup noch auf Top-Platzierungen warten mussten.

Daniela Kulovits, Martina Gugglberger

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang»

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