Der überraschende Rücktritt vom Rücktritt ist perfekt - Benjamin Karl (40) bleibt dem Snowboard-Zirkus doch weiter erhalten.
Aber die Rückkehr des erfolgreichsten Alpin-Snowboarders aller Zeiten kommt im ÖSV-Lager nicht unbedingt gut an. Gegenüber der "Krone" erzählt Andreas Prommegger (45): "Ich sehe es nicht positiv. Und das aus ganz vielen Gründen!"
Auch Alexander Payer (36), seines Zeichens sogar FIS-Athletensprecher, sieht das Comeback kritisch: "Ich habe schwere Bedenken, die Teamchemie ist in Gefahr."
Sport vs. Werte
Die negative Einstellung der beiden ÖSV-Athleten zum Comeback hängt weniger mit der sportlichen Leistung von Karl zusammen. "Ich schätze seine Leistungen. Wir haben uns sportlich gegenseitig viel zu verdanken", meint Prommegger. "Aber abseits davon passen seine Werte nicht mit meinen überein."
Nicht nur der 45-Jährige, sondern auch Payer gehen mit einigen Aussagen von Karl nicht d'accord. So erklärte dieser im Podcast "Mindgames", dass seine Frau Nina ihm offenbarte, dass sie gerne mehr Zeit für sich hätte.
Darauf antwortete er: "Es geht nicht, weil ich bin der finanziell Verantwortliche für diese vier Mäuler." Seine Termine hätten Priorität, weil er Karl dadurch das Leben der Familie finanziere. Für diese Aussagen hagelte es auch auf Social Media Kritik für den 40-Jährigen.
"Verfehlt seine Vorbildwirkung"
Payer äußert sich deutlich dazu: "Die Werte, die Karl lebt und vertritt, sind nicht mehr zeitgemäß. Sein Auftreten und Mindset sind nicht nachvollziehbar. Sportlich ist er großartig, deshalb hat sein Wort auch Gewicht – und genau da verfehlt er seine Vorbildwirkung."
Wie sich das auf das Sportliche auswirken kann, legt Prommegger dar. Zwar erklärte Karl in einem Statement, dass er dem Team helfen will. "Aber er hat sich in der Vergangenheit doch mehrere Fauxpas geleistet, die dem Team nicht unbedingt geholfen haben. Und ja, ich hatte schon viele Dispute und Probleme diesbezüglich mit ihm."