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Stefan Kraft im Aufwind: "Hat echt gut getan"

Stefan Kraft reist mit viel Optimismus zur nächsten Station: Garmisch-Partenkirchen.

Stefan Kraft im Aufwind: Foto: © GEPA

Stefan Kraft konnte beim Auftaktspringen der Vierschanzentournee erstmals in dieser Saison so richtig aufzeigen.

Platz drei in Oberstdorf lässt den Salzburger entspannt und zufrieden zum nächsten Tournee-Ort Garmisch-Partenkirchen reisen. "Jetzt habe ich echt einmal im Wettkampf das rübergebracht, was ich draufhabe", jubelt Kraft.

Diesen Aufschwung gilt es jetzt mitzunehmen, denn es geht ja bekanntlich Schlag auf Schlag. Am Montag steht die Qualifikation für den Bewerb in Garmisch-Partenkirchen an. Am Dienstag (14 Uhr) folgt der Hauptbewerb.

Gutes Gefühl aus Oberstdorf mitnehmen

Wie schon in der von ihm gewonnenen Qualifikation gelang Kraft auch im Bewerb im Allgäu eine Steigerung gegenüber dem Training. Im Finale war der 25-jährige Ex-Tourneesieger sogar der Beste und flog von Halbzeit-Rang acht zu seinem ersten Saison-Podestplatz.

"Wenn bei einzelnen Durchgängen der Einser dasteht, kann es auch ganz nach ganz oben gehen." Am Sonntag fehlten auf der Schattenbergschanze nur umgerechnet ein Meter (1,8 Punkte) auf den nun fünffachen Saisonsieger Ryoyu Kobayashi aus Japan und 1,4 Zähler auf den Bayern Markus Eisenbichler.

"Wenn es blöd hergegangen wäre, hätte ich gewonnen auch noch", scherzte der zweifache Oberstdorf-Sieger. "Aber es hat echt gut getan, auf das Treppchen raufzusteigen."

Gleich nach den obligaten Terminen ging es für das ÖSV-Team um Kraft und den zehntplatzierten Daniel Huber (17,1 Punkte zurück) noch am späten Sonntagabend weiter ins Teamhotel nach Leutasch in Tirol. Und von dort zunächst zur Qualifikation am Montag und dem Neujahrsspringen am Dienstag in Garmisch-Partenkirchen.

 

Tournee bringt "andere Anspannung"

Auch für die Konkurrenz auf der Olympia-Schanze war die starke Leistung von Oberstdorf wichtig. Denn zuletzt, am 1. Jänner 2018, hatte Kraft überhaupt kein Gefühl für die Schanze gefunden und war in der Qualifikation gescheitert. Doch dieser schwarze Tag ist für den Skiflug-Weltrekordler Schnee von gestern.

"Ich wollte damals einfach zuviel, aber ich habe aus den Fehlern gelernt", resümierte Kraft. Der Bakken in Partenkirchen sei nicht seine Lieblingsschanze, doch er habe sich gut angefreundet.

Kraft ist ein Wettkampftyp und just beim ersten Saisonhöhepunkt setzte er zum Höhenflug an. "Wenn die Tournee losgeht, dann ist eine andere Anspannung da, das brauche ich", erklärte die Nummer eins im Team von Cheftrainer Andreas Felder.

Er wisse nun, was er im Wettkampf zu tun habe, etwa bei der Anfahrtshocke. "Ich muss mit meinen kurzen Haxn eine tiefe Position fahren, damit ich einen Punch reinbringe", sagte Kraft. In Oberstdorf habe es sehr gut funktioniert. "Wenn ich das mache, dann weiß ich, es kann dahingehen."

Kobayashi bleibt der Gejagte

An Kobayashi vorbeizukommen sei jedoch enorm schwierig, gab Kraft zu. "So wie Ryoyu drauf ist, da blitzt fast jedes Mal der Einser auf, der ist schon einer Wahnsinnsform, da muss schon einiges passieren."

Für Österreichs bisher letzten Tourneesieger (2014/15) spricht jedoch die größere Erfahrung. "Ich weiß, dass ich ruhig bleiben kann. Es ist knapp, das ist sehr gut."

Kobayashi führt im Weltcup überlegen, er hat nun den Tourneesieg im Visier. "Noch ist nichts erreicht", sagte er nach seinem Erfolg im Allgäu. "Es kommen noch drei Bewerbe, ich mache es Schritt für Schritt."

Eisenbichler rettete in Oberstdorf die Ehre der Deutschen, war der einzige Schützling von Bundestrainer Werner Schuster in den Top Ten. Der 27-Jährige wartet noch auf seinen ersten Weltcupsieg, doch der zweite Platz könnte eine Initialzündung gewesen sein. Schuster setzte vor Garmisch auf den starken Flieger. "Er hat die Voraussetzungen geschaffen, um in einen Flow reinzukommen."

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