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Ein Rekord, Emotionen und Abschiede: Das war die 74. Tournee

Eine Vierschanzentournee mit vielen Highlights und Erfolgserlebnissen ist zu Ende, nur einen faden Beigeschmack gibt es. LAOLA1 zieht ein Fazit:

Ein Rekord, Emotionen und Abschiede: Das war die 74. Tournee Foto: © GEPA

Drei unterschiedliche Tagessieger, ein neuer Punkterekord, zwei Podestplätze im Gesamtergebnis für die ÖSV-Adler, viel Diskussion um das Material und drei ausverkaufte Bewerbe. All das hatte die 74. Vierschanzentournee zu bieten.

Am Ende stemmte Domen Prevc den Goldenen Adler in die Höhe. Doch auch die österreichischen Skispringer konnten mit guten Leistungen überzeugen. Nach zuletzt schwächeren Ergebnissen haben sie bei der Tournee die Kurve gekratzt.

Fünf Podestplätze für die ÖSV-Adler

Fünf Podestplätze holte das Team von Trainer Andreas Widhölzl bei den vier Stationen.

Zum Auftakt in Oberstdorf wurde Daniel Tschofenig Zweiter, in Garmisch bewiesen die Springer dann einmal mehr, dass sie sich mittlerweile mit der als "Österreicher-feindlichen Schanze" angefreundet haben. Jan Hörl (2.) und Stefan Embacher (3.) standen am Podest.

Selbiges Ergebnis konnte Embacher auch in Innsbruck wiederholen. Den Sieg verpasste der 19-Jährige lediglich um 0,7 Punkte. In Bischofshofen beim Finale folgte dann die Sternstunde von Tschofenig. Er holte wie auch letztes Jahr den Tagessieg und sicherte sich damit den zweiten Stockerlplatz bei dieser Tournee.

Insgesamt schafften alle sieben Österreicher im Endergebnis den Sprung unter die Top-16. Hörl (2.) und Embacher (3.) stachen dabei besonders heraus. Das Gesamtergebnis der Tournee >>>

Ein überlegener Domen Prevc

Nur einer war insgesamt kaum zu überbieten. Domen Prevc gewann zum ersten Mal die Tournee und setzte dabei gleich einen neuen Punkterekord von 1195,6 Zählern.

Der Grand Slam blieb ihm jedoch verwehrt. Nachdem er beide Stationen in Deutschland für sich entscheiden konnte, gewann in Innsbruck der Japaner Ren Nikaido und in Bischofshofen Tschofenig.

Dennoch war Prevc mit zwei Siegen und zwei zweiten Plätzen der konstanteste Springer. Besonders war die Tatsache, dass er sich exakt zehn Jahre nach seinem Bruder zum Tourneesieger krönte.

10 Jahre nach dem Bruder: Die Tournee-Sieger von Prevc bis Prevc

Zwei Legenden wurden verabschiedet

Für Manuel Fettner und den dreimaligen Tourneesieger Kamil Stoch war es der letzte Auftritt bei einer Tournee.

Sie beenden nach der Saison ihre Karriere und wurden von den Fans gebührend verabschiedet. Stoch wurde in Bischofshofen als Andenken ein kleiner goldener Adler überreicht.

Viele Diskussionen ums Material

Doch auch einen negativen Beigeschmack hatte die Tournee. Bereits in Oberstdorf gab es die erste Disqualifikation. Nach dem Anzug-Skandal der Norweger bei der WM im Vorjahr wurden die Regeln verschärft. Im ersten Springen wurde das Timi Zajc (SLO) zum Verhängnis.

Sein Anzug war drei Millimeter zu groß. Selbiges passierte beim zweiten Springen erneut, diesmal passte der Anzug um vier Millimeter nicht. Damit folgte die erste Rote Karte bei den Skispringern für den Slowenen. Er verpasste die restliche Tournee.

In Innsbruck kam dann eine neue Thematik auf: Der Pole Pawel Wasek wurde wegen eines unerlaubten Ski-Wachses disqualifiziert.

Gegen falsche Anschuldigungen über eine vermeintlich unerlaubte Bindung musste sich Manuel Fettner zur Wehr setzen.

Ausverkaufte Skisprung-Stadien

Dennoch ließen sich die Fans die Stimmung bei den vier Stationen nicht vermiesen, drei waren komplett ausverkauft.

Insgesamt strömten über 80.000 Fans zur Tournee und sorgten für eine beeindruckende Stimmung.

Nächstes Highlight folgt in rund zwei Wochen

Zeit zum Verschnaufen bleibt dennoch kaum. Bereits von 22. bis 25. Jänner findet die Skiflug-WM in Oberstdorf statt. Dort wird einmal mehr Prevc der Favorit sein. Er gewann den Weltcupbewerb bereits im vergangenen Jahr.

Aber auch für die Österreicher stehen die Chancen nicht schlecht. Hörl und Tschofenig belegten vor einem Jahr die Plätze fünf und sechs. Spannend wird es auch, was man Embacher im weiteren Saisonverlauf zutrauen darf.

Kurz darauf folgen die Olympischen Spiele in Predazzo. Bis zu dem Zeitpunkt muss jedoch erst geklärt werden, welche ÖSV-Adler die vier Olympia-Tickets erhalten.

Geht es nach dem Stand im Weltcup, hätten Tschofenig (6.), Hörl (8.), Embacher (9.) und Kraft (10.) die besten Chancen. Bei der Tournee platzierte sich Fettner vor Kraft. Es bleibt also spannend.

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