"Moorhuhn" Stefan Kraft legt Weltcup-Pause ein

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In der "Regenschlacht" von Oberstdorf hat Stefan Kraft seine Form verloren.

Als Klingenthal-Sieger und dank Extra-Einheit am Innsbrucker Bergisel hoffnungsvoll in die Vierschanzen-Tournee gestartet, bewegte sich der Weltmeister nach der Ernüchterung vom Allgäu fortan statt in Richtung Top Ten außerhalb der Top 20. In Garmisch-Partenkirchen hat er als 59. den Bewerb verpasst, und ließ in Bischofshofen die Ränge 23 und 24 folgen. Nun soll eine Weltcup-Pause helfen.

Denn über die Wettkämpfe kommt der 28-Jährige offenbar nicht ins Fliegen zurück. Zwar ist Kraft als Siebenter noch bester Österreicher im Weltcup-Klassement, 306 seiner 395 Punkte hat er aber in den ersten sechs Saisonkonkurrenzen gesammelt. In den folgenden sieben Bewerben folgten in Summe magere 89 Zähler. "Ich habe null Flugsystem", wirkte der 26. der Tournee-Gesamtwertung am Dreikönigstag ratlos. "Ich hänge die ganze Zeit oben wie ein Moorhuhn, das nicht getroffen wird."

Um ein Haar wäre er auch im abschließenden Tournee-Abschluss ohne Punkte abgezogen, gegen seinen deutschen Duell-Gegner Andreas Wellinger blieb ihm das Out im ersten Durchgang um 0,2 Punkte erspart. "Ich muss irgendetwas finden, damit es wieder schnell besser werden kann. Ich denke, dass ich noch einmal rausgehen werde (aus dem Weltcup, Anm.). Weil es ist Olympia vor der Tür und da möchte ich schon die Schanze gerade runterfinden und mit einer guten Chance dahin fahren."

Stecher: "Über sein Olympia-Ticket muss man nicht diskutieren"

Das Thema "Auszeit" war im Team schon vor dem Heimsieg von Daniel Huber angeschnitten worden, Mario Stecher unterstützt die Idee. "Ich glaube, dass das ein probates Mittel ist, um Stefan vor Olympia wieder in Form zu sehen", erklärte der Sportliche Leiter in Österreichs Skiverband (ÖSV) für Skispringen und Kombination. "Er hat einige ruhige Tage an Training bitter nötig. Es ist sicher besser, dass er nächste Woche und vielleicht auch übernächste Woche für sich trainiert und an seinem Sprung feilt."

Den Einzel-Weltcup am Samstag in Bischofshofen (16.00 Uhr) möchte Kraft gerne noch mitnehmen: "Die Schanze ist mega, die Verhältnisse sind mega." Am Freitag ging es einmal heim, um auf andere Gedanken zu kommen. "Ich schalte meinen Kopf aus und erhole mich gut von dem Ganzen", meinte Kraft nach zwölf Tagen Tournee-Anspannung. Den Weltcup in Zakopane wird Kraft dann eben wohl nicht bestreiten, vielleicht sogar auch den in zwei Wochen in Titisee-Neustadt auslassen.

Sorgen um sein Olympia-Ticket muss sich der Skiflug-Weltrekordler nicht machen, auch wenn die ÖSV-interne Konkurrenz mit der mannschaftlichen Geschlossenheit von Bischofshofen im Rücken nun weitere Top-Ränge anpeilt und damit kräftig punkten kann. "Wenn man weiß, was Stefan Kraft zu leisten imstande ist, braucht man über sein Ticket nicht diskutieren", stellte Stecher klar. "Wenn er das Ungestüme über dem Vorbau wieder wegbekommt, ist er ein absoluter Kandidat für ganz vorne."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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