Svindal-Abschied: "Mehr als ich erwartet habe"

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Nun ist sie tatsächlich zu Ende, die große Karriere von Aksel Lund Svindal.

Besser als mit WM-Silber in der Abfahrt in Aare hätte sie kaum enden können. "Es war eine großartige Show“, sagte Svindal nach dem Rennen.

Nur zwei Hundertstel fehlten auf seinen Landsmann und Sieger Kjetil Jansrud. Mit dem verpassten Gold haderte Svindal jedoch keinen Moment, stattdessen stieg er als Zweiter aufs Podest und verneigte sich zum Abschied.

Svindal erklärte, dass er das Rennen trotz der schwierigen Bedingungen unbedingt an diesem Tag fahren wollte. "Es war ein enges Rennen, aber es war ein großartiges Rennen. Ich habe seit Wochen auf diesen Moment gewartet, ich war nervös, aber bereit. Ich wollte nicht noch länger warten. Ich wollte alles geben, das ich habe.“

"Es ist meine letzte Chance"

Der Norweger gab zu, am Start etwas nervöser als sonst gewesen zu sein. Dennoch gelang es ihm, fokussiert zu bleiben. "Ich wusste: Es ist meine letzte Chance, es gibt keine nächste.“

Und diese letzte Chance hat er genutzt. Bei den Olympischen Spielen vor einem Jahr hatte Svindal seine Karriere mit Abfahrts-Gold gekrönt und Jansrud auf den Silberrang verwiesen. Nun sei es eben umgekehrt gewesen.

"Ich wollte es einfach nur genießen. Es ist ein großartiger Tag. Silber ist mehr, als ich erwartet habe."

„Als ich ins Ziel gekommen bin und die Zeit und die norwegischen Fans gesehen habe, wollte ich es einfach nur genießen. Es ist ein großartiger Tag“, sagt Svindal. 

Und er gibt zu: „Silber ist mehr, als ich erwartet habe.“ Er habe gewusst, dass er gut genug für eine Medaille ist, aber es letztendlich auch zu zeigen, sei eine andere Sache. „Wenn du ein Rennläufer sein willst, darfst du keine Drama-Queen sein.“

„Wenn ich keine Medaille gewonnen hätte, hätte ich meine Entscheidung (Karriereende, Anm.) auch nicht zurücknehmen können“, sagt Svindal. „Jetzt ist es vorbei, ich will es einfach genießen.“

Eine großartige Reise

Seine Karriere sei eine lange Reise gewesen, eine großartige. "Es fühlt sich jetzt irgendwie auch nicht fremd an, hier zu sitzen, und die letzte Pressekonferenz zu geben. Ich bin glücklich und dankbar. Ich bedauere nichts. Ich muss nicht aufhören, aber mit allen Faktoren denke ich, dass es eine gute Entscheidung ist“, spricht Svindal seine Knie an. 

Diese seien nach den vielen Verletzungen der letzten Jahre „aus der Sicht eines Abfahrers nicht gut, aber das ist Geschichte“. Für das, was er in Zukunft vorhabe, seien seine Knie aber gut beinander.  

"Ich brauche mich auch nicht schlecht fühlen, dass ich aufhöre. Kjetil hat gewonnen, mit Aleksander haben wir einen weiteren Weltklasse-Fahrer und Adrian als Bonus", sagte er über Aleksander Aamodt Kilde (8.) und Adrian Smiseth Sejersted (14.).

Das norwegische Team muss nun ohne seinen langjährigen Leader auskommen. Der angesprochene Jansrud würdigt seinen jetzt Ex-Teamkollegen nach dem Rennen. 

"Es ist keine Beerdigung"

"Es ist immer eine Ehre, mit Aksel auf dem Podium zu stehen. Ich bin dankbar, dass wir so viele Stunden miteinander verbracht und trainiert haben. Und in seinem letzten Rennen gemeinsam am Stockerl zu stehen, das ist wie im Märchen.“

Wer sage schon etwas Schlechtes, wenn jemand aufhöre, scherzte Svindal angesprochen auf die vielen schönen Worte seiner langjährigen Kontrahenten. "Es ist sehr emotional, wir werden ihn vermissen, er wird ein Loch im Team hinterlassen. Aber andererseits freue ich mich für ihn. Viele Athleten können sich wegen einer Verletzung nicht aussuchen, wann sie aufhören. Er hat den Moment entschieden", sagt Jansrud.

Es werde sich aber sehr komisch anfühlen, wenn Svindal in Zukunft nicht mehr mit dabei sein wird. Auch wenn Wehmut in der schwedischen Luft lag, überwog im norwegischen Lager nach dem Doppelsieg trotzdem die Freude. "Das hier ist eine Feier, es ist keine Beerdigung“, sagte Jansrud.

So sah es auch Svindal: „Wenn ich morgen in der Früh aufwache, werde ich immer noch glücklich sein. Alles hat seine Zeit." 

Textquelle: © LAOLA1.at

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