ÖSV-Damen droht Nullnummer bei Ski-WM

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Für Österreichs Ski-Damen verlief die erste WM-Woche enttäuschend. Nach drei Bewerben steht das Team noch ohne Medaille da.

Damit droht eine Nullnummer: Erstmals seit 37 Jahren (Schladming 1982) könnten die ÖSV-Damen ohne Medaillen bleiben. Denn die Disziplinen, in denen die Chancen am größten waren (Abfahrt, Super-G) sind absolviert. Im Riesentorlauf und Slalom sind die Österreicherinnen nur Außenseiterinnen.

"Der Lauf für eine Medaille ist nicht gelungen", meint Cheftrainer Jürgen Kriechbaum.

"Vielleicht hat Abgebrühtheit gefehlt"

Klar sei das enttäuschend, aber zweimal sei man kapp drangewesen, in der Abfahrt Stephanie Venier und in der Kombination Ramona Siebenhofer verpassten als jeweils Vierte Bronze jeweils nur um 4/100 Sekunden.

"Die ganze Crew, die Mädchen haben alles gegeben dafür, es war die eine oder andere Kleinigkeit, die einfach nicht zu hundert Prozent gepasst hat. Und vielleicht auch die letzte Abgebrühtheit, die du vielleicht auch brauchst, um das drüberzubringen", sagte Kriechbaum.

"Keine war konstant vorne"

Im Abfahrts-Weltcup führt Nicole Schmidhofer vor Siebenhofer, der frisch gekürten Weltmeisterin Ilka Stuhec (SLO) und Venier, alle drei und die Vierte im Bunde, Tamara Tippler, kamen in der WM-Abfahrt am Sonntag in die Top Ten, aber eben keine aufs Stockerl.

Siebenhofer und Schmidhofer hatten davor je zwei Abfahrten im Weltcup, Venier eine gewonnen. Die Siege seien "super" gewesen, aber keine habe es geschafft, stabil vorne zu sein, merkte Kriechbaum an.

"Insofern kann so ein Rennen dann natürlich auch passieren. Eine längere Strecke wäre uns eher entgegengekommen", sagte er nach dem wetterbedingten Lauf über eine Minute. "Aber vier in den Top Ten haben wir auch nicht so oft."

"Das haben wir nicht hingekriegt"

Stuhec hätte vom Licht her einen Vorteil gehabt, aber Corinne Suter beispielsweise, die Silbermedaillengewinnerin, sei nicht bevorteilt gewesen. "Sie hatte ab der Mitte wirklich schlechtes Licht und war trotzdem sehr schnell im unteren Teil. Es wäre von dem aus gesehen schon möglich gewesen. Das haben wir nicht hingekriegt."

Kriechbaum weiß, dass nicht viel fehlte, um als Gewinner rauszugehen: "Wenn Stephi vier Hundertstel schneller ist, ist keine enttäuscht, ist jeder glücklich. Aber das war nicht so."

Von Glück und Pech

Sportdirektor Hans Pum kam zum Schluss: "Wir haben natürlich aufgrund der Erfolge im Weltcup im Speedbereich gehofft, aber man hat gesehen, dass es sehr schwer ist, Medaillen zu holen, es zählen aber nur die ersten drei Plätze. Da muss einfach alles zusammenpassen an dem Tag. Gerade bei so verkürzten Rennen darf dann überhaupt nichts sein."

In St. Moritz 2017 standen die Damen nach drei Rennen mit drei Medaillen da. "So glücklich wir da waren, so mehr oder weniger unglücklich mit zweimal vier Hundertstel bist hier Vierte. Aber das ist der Sport."

Erste Nullnummer seit 37 Jahren?

Im Riesentorlauf können Österreichs Damen nach den Ausfällen von Stephanie Brunner und Anna Veith nur überraschen, da sei die Erwartungshaltung nicht so groß, im Slalom sei, wenn alles gut zusammenläuft, was möglich, weiß der Damen-Chef, dass es in der zweiten Woche nicht einfacher wird.

1982 in Schladming waren Österreichs Damen zuletzt ohne Medaille geblieben, das gilt es freilich zu verhindern.

"Dann muss man das auch hinnehmen"

Diese Art von Druck sei da, aber er sei jetzt nicht anders, als der von der Erwartungshaltung ausgelöste Druck in der Abfahrt.

"Für jeden Tag auf Neue konzentrieren und fokussieren und schauen, dass man das Bestes draus macht. Wenn dann wieder ein vierter Platz mit 4/100 Rückstand rauskommt und man hat eine gute Leistung hingebracht, dann muss man das auch hinnehmen", sagte Kriechbaum.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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