Kriechmayr: Kein Reich und Schön in Aare

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Vincent Kriechmayr fühlt sich in Aare besonders wohl.

Das hat zwei Gründe. Erstens: Land und Leute.

„Ich war zwar noch nicht so oft da, aber es ist ein schönes Land. Es ist sehr gemütlich. Bei der letzten WM 2017 in St. Moritz waren doch eher die Reichen und Schönen und viel Trubel. Hier ist es sehr angenehm und ruhig.“

Zweitens: Der Åreskutan

So heißt der Berg, auf dem die Rennen bei der diesjährigen WM stattfinden. An gleicher Stelle gelang Kriechmayr im März 2018 beim Weltcup-Finale das Sieg-Double, er gewann Super-G und Abfahrt. Letztere zeitgleich mit Matthias Mayer.

Diese mehr als gelungene Generalprobe lässt nun für die WM hoffen. „Die Siege helfen auf alle Fälle, weil ich mich auf der Strecke sehr gut fühle, das Gelände sollte mir liegen“, sagt Kriechmayr vor dem Super-G am Mittwoch (12:30 Uhr im LIVE-Ticker).

Es beginnt wieder bei Null

Der Oberösterreicher relativiert zugleich: „Man sollte es nicht überbewerten. Es beginnt wieder bei Null. Damals waren die Schneeverhältnisse anders, jetzt ist es ein bisschen härter. Das verändert auch beim Material etwas.“

Das soll Kriechmayr aber nicht davon abhalten, auch dieses Mal schnell zu sein. „Das große Ziel ist eine Medaille, dann wäre ich zufrieden. Ich möchte auf alle Fälle um Edelmetall mitkämpfen“, stellt der 27-Jährige unmissverständlich klar.

Dazu müsste er aber das „Beste zeigen, was ich draufhabe. Bei einer WM ist jeder sehr am Limit.“

"Das brauche ich auf keinen Fall"

In erster Linie müsse er die Fehler, die er noch hin und wieder macht, minimieren. Denn auf eines hat Kriechmayr keine Lust: Vierter zu werden. Drei Mal musste er sich in dieser Saison schon mit dem undankbarsten Platz zufriedengeben.

Vor allem der vierte Platz im Super-G in Kitzbühel hat ihn gewurmt. „Das hat mich schon sehr geärgert, weil ich eine große Chance liegengelassen habe“, sagt Kriechmayr. Das soll in Aare nicht nochmal passieren. „Bei einer WM ist ein vierter Platz schon bitter, den brauche ich auf keinen Fall.“

Kriechmayr will sich was von Mayer abschauen

Der Fokus gilt ganz klar den Plätzen eins, zwei und drei. Neben seinem Abfahrtssieg in Wengen hat er in dieser Saison einen zweiten Platz im Super-G in Lake Louise zu Buche stehen.

Dank sehr konstanter Leistungen im bisherigen Winter führt Kriechmayr sogar im Super-G-Weltcup, allerdings nur hauchdünn mit drei Punkten Vorsprung vor Matthias Mayer. Das Duo zählt am Mittwoch neben den "üblichen Verdächtigen" zum Favoritenkreis.

„Ich fühle mich gut und freue mich auf die Rennnen“, sagt Kriechmayr, „aber bei Großereignissen gilt es, die Leistung auf den Punkt zu bringen.“ In dieser Hinsicht könne er sich von seinem Teamkollegen und Doppel-Olympiasieger Mayer noch etwas abschauen. „Der ist ja bei Großereignissen immer stark.“

Kein Platz für Emotionen

Apropos abschauen: Kriechmayr wollte sich die Videos seiner Siegfahrten vom letzten Jahr nochmals anschauen. In erster Linie, um sich die Abfahrt wieder ins Gedächtnis zu rufen und nicht aus emotionalen Gründen. „Ich werde nach dem Video sicher keine glasigen Augen kriegen und mir denken, wie schön das war.“

Schön könnte es aber wieder werden, wenn Kriechmayr sein Ziel von einer Medaille erreicht. Dann gebe es noch einen Grund mehr, warum er sich in Aare besonders wohl fühlt.

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Textquelle: © LAOLA1.at

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