Vor drei Jahren war er zwar im Training einer der Schnellsten, verpatzte dann aber regelmäßig die Rennen. "Das hat mir null Spaß gemacht, und ich hatte keine Lust mehr, so weiterzumachen", erzählt Straßer. "Auch meinen Trainern und meinem ganzen Umfeld ging das nahe."
"Wenn ich den Schweinehund nicht überwinden kann, dann lasse ich es"
Zusammen mit Technikcoach Bernd Brunner arbeitete er an der Herangehensweise an die Rennen. "Ich wusste, wo mein Problem lag, aber ich musste über meinen Schatten springen. Nach dieser schlechten Saison vor drei Jahren habe ich mir geschworen, wenn ich es nicht schaffe, das zu ändern, diesen Mut und diesen Willen nicht aufbringe, den Schweinehund nicht überwinden kann, dann lasse ich es sein. Ich hätte kein Problem damit gehabt, die Ski an den Nagel zu hängen."
Straßer erklärt, dass es nicht um Siege ging, sondern schlicht um ein gutes Skifahren, das er in Kindheitstagen in Kitzbühel erlernte. Seit einer Weile attestieren auch die Trainer und Betreuer dem Münchner, deutlich gereift zu sein und nicht mehr - wie früher - seinem Idol und Kumpel Felix Neureuther nacheifern zu wollen.
Dieser Reifeprozess war nach Straßers Ansicht unvermeidbar, um seine jetzige Klasse zu erreichen. "Es bringt wenig, wenn Leute einem vorsagen, was man zu tun hat oder wie es gehen sollte. Du musst deinen eigenen Weg finden", betont Straßer. Dieser führte ihn zum Sieg vor "Spezl" Manuel Feller in Zagreb am Mittwoch und Platz zwei hinter Schwarz in Adelboden am Sonntag.