Schwarz: Schladming "auf Wunschliste ganz oben"

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Konstanz hat in diesem Slalom-Winter einen Namen: Marco Schwarz.

Der Kärntner feiert beim Nightrace in Schladming seinen zweiten Saisonsieg und stand damit in sechs der bisherigen sieben Saisonslaloms auf dem Podest.

Bei dichtem Schneetreiben auf der Planai rast Schwarz vom sechsten auf den ersten Platz nach vorne, sein insgesamt vierter Karriereerfolg ist ein ganz besonderer. "Schladming ist schon ganz oben auf der Wunschliste gestanden, das war ein großer Traum und ein großes Ziel. Das hat auf alle Fälle was, den Klassiker zu gewinnen. Ganz oben zu stehen ist ganz wunderbar", sagt der 25-Jährige im ORF-Interview.

Schwarz beeindruckt nicht nur mit konstant guten Ergebnissen, sondern zeigt bei allen Bedingungen und Hangbeschaffenheiten Stärke. "Es ist heuer in eine sehr gute Richtung gegangen. Wir sind in der Vorbereitung sehr viel Ski gefahren und auf sehr unterschiedlichen Pisten. Nicht nur auf den eisigen, abgeleckten, sondern auch auf ruppigen Untergründen. Das hat mich weitergebracht, dass ich bei verschiedensten Verhältnissen um den Sieg mitfahren kann."

"Bei Marco ist es die Konstanz - er steht sehr stabil am Ski, die Grundtechnik ist hervorragend. Und mit den Erfolgen hat er auch das Selbstvertrauen", weiß auch ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher um die Stärke seines Schützlings.

Schwarz leidet mit Teamkollegen

Für Schwarz ist der Triumph auf der Pleine eine kleine Wiedergutmachung für das Vorjahr, als er als Halbzeit-Führender im Finale ausschied. "Ich war letztes Jahr knapp dran, heuer ist es sehr gut aufgegangen. Ich habe gewusst, dass ich im zweiten Durchgang attackieren muss, weil die anderen auch alles geben. Das ist mir sehr, sehr gut aufgegangen", sagt der Kärntner.

Während Schwarz vom obersten Treppchen lacht, schieden der Halbzeit-Führende Manuel Feller und der Pausen-Dritte Michael Matt aus. Schwarz weiß aus eigener Erfahrung nur zu gut, wie es seinem Teamkollegen Feller nun gehen muss. "Ich weiß, wie sich der Manu jetzt fühlt, ich bin ungefähr gleich weit gefahren letztes Jahr. Natürlich leidet man mit den Teamkollegen mit, ich hätte es beiden vergönnt. Aber so ist der Sport."

Feller: "Ich hätte kein Problem gehabt, wenn er mich putzt, aber..."

Feller schied im 24. Nightrace im Finale bereits nach wenigen Toren aus. "Es ist ziemlich schnell vorbei gewesen, das muss ich mir anschauen. Ich glaube, ich habe den Druck zu spät genommen, war dann zu gerade an der Stange dran - und dann war es schon vorbei", analysiert Feller im ORF. "Einfacher macht es, dass ich weiß: Wenn ich halbwegs normal runterfahre, dann bin ich vorne dabei, aber das hilft mir jetzt auch nichts."

Seinem Teamkollegen Schwarz könne er nur gratulieren. "Er ist die Konstanz in Person. Ich hätte kein Problem gehabt, wenn er mich putzt, aber ich wäre gern neben ihm gestanden, muss ich sagen", gesteht Feller.

"Endlich der erste Sieg nach Hirscher"

Der Tiroler freut sich über den "endlich ersten Sieg nach dem Marcel hier in Schladming". So lange ist dies allerdings ohnehin nicht her, Marcel Hirscher gewann zuletzt 2019 in Schladming, es war dies dessen 67. und letzter Sieg vor dem Karriereende.

Nun folgt Hirscher mit Marco Schwarz ausgerechnet jener ÖSV-Läufer, der hierzulande als größte Hoffnung als Hirschers Nachfolger als Gesamtweltcupsieger gesehen wird.

Mit seinem zweiten Saisonsieg baut der Kärntner nicht nur die Führung im Slalomweltcup auf 131 Punkte aus, sondern schiebt sich im Gesamtweltcup auf Rang drei (566 Pkt.) hinter Alexis Pinturault (860) und Marco Odermatt (607).

An den - wie ihn Hirscher einst bezeichnete - depperten Glasbecher denkt Schwarz im Moment noch nicht. Auch auf seine Favoritenrolle bei der am 8. Februar beginnen WM in Cortina d'Ampezzo angesprochen wiegelt er ab: "Jetzt sind noch zwei Slaloms in Chamonix, die gilt es noch gut zu fahren und dann bereiten wir uns gut auf die WM vor. Ich lasse das auf mich zukommen", sagt Schwarz.

Textquelle: © LAOLA1.at

Ski-Weltcup: Schwarz gewinnt das Nightrace in Schladming

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