Kriechmayr: Aus der Quarantäne auf Rang 9

Kriechmayr: Aus der Quarantäne auf Rang 9 Foto: © GEPA
 

Die wohl ungewöhnlichste Vorbereitung auf ein Ski-Weltcup-Rennen hat Vincent Kriechmayr hinter sich.

Der Doppel-Weltmeister war nach Absitzen seiner Corona-Quarantäne erst am späten Mittwochabend in Wengen angekommen, am Donnerstag durfte er im Super-G starten und belegte den neunten Platz. "Vielleicht war ich ein bisschen müde im Kopf, ein bisschen langsam war ich", sagte er anschließend. "Aber ich bin auf alle Fälle froh, dass ich da einmal fahren konnte."

Kriechmayr war am Wochenende positiv auf das Coronavirus getestet worden. Der 30-Jährige machte einen ausgesprochen milden Verlauf durch und hatte keine Symptome. "Ich war sehr gesund", sagte der Oberösterreicher. "Ich war sehr überrascht von meinem positiven Testergebnis." Nachdem er auch schon am Sonntag wieder einen negativen Befund erhalten hatte und sich topfit fühlte, war die Lust groß, wie ursprünglich geplant am Montag nach Wengen anzureisen.

Nach Hochladen eines negativen Tests im Online-System des Ski-Weltverbands FIS war seine Akkreditierung abholbereit. Doch freilich war es Kriechmayr aufgrund der derzeit geltenden Rechtslage in Österreich nicht möglich, seine Quarantäne vorzeitig zu beenden. Daran änderten auch unzählige Telefonate in den vergangenen Tagen nichts.

"Verstehe, dass bei mir keine Ausnahme gemacht wird"

"Natürlich habe ich gehofft. Aber ich verstehe schon die Behörden, dass sie bei mir keine Ausnahme machen. Das ist auch gut und recht so", stellte Kriechmayr klar. "Es gibt so viele in Österreich, die in Quarantäne sind und wichtige Ereignisse im Leben verpassen aufgrund dessen. Da verstehe ich, dass bei mir keine Ausnahme gemacht wird. Ich habe mich gestern freitesten können und war froh, dass ich auf Fälle einmal den Super-G fahren habe dürfen."

Das Maximum, wie er es formulierte, habe er dann im erst zweiten in Wengen ausgefahrenen Super-G nicht abliefern können. "Ein paar Mal habe ich mich ein bisschen überraschen lassen von der Geschwindigkeit. Ich habe gehofft, dass ich eine bessere Leistung zeige", gab er sich selbstkritisch. "Natürlich wollte ich vorne mitfahren, aber ich war halt einfach nicht schnell genug."

Weil Kriechmayr die beiden Abfahrtstrainingsläufe am Dienstag und Mittwoch verpasst hat, müsste er die verkürzte Abfahrt am Freitag sowie den Lauberhorn-Klassiker am Samstag über die ganze Distanz eigentlich auslassen. Das letzte Wort dürfte aber noch nicht gesprochen sein. Am Donnerstagabend wird die Angelegenheit bei der Mannschaftsführersitzung in Wengen besprochen.

"Ich habe mir über die Abfahrten keine Gedanken gemacht. Für mich war nur der Super-G einmal im Fokus, weil ich gewusst habe, das geht", hielt Kriechmayr fest. "Mal schauen, was entschieden wird. Natürlich hoffe ich, dass ich fahren kann."

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