Brennsteiner: "Was-wäre-wenn-Rennen sind wurscht"

Brennsteiner: Foto: © GEPA
 

Der Stein muss riesig gewesen sein, der Stefan Brennsteiner in Bansko vom Herzen gefallen ist. In seinem 39. Weltcuprennen schafft es der 29-jährige Salzburger als Dritter im Riesentorlauf erstmals in seiner Karriere aufs Podest.

"Es ist einfach gerade echt fantastisch. Es ist in den letzten Jahren ganz selten einfach von der Hand gegangen, da kommt gerade einiges zurück", sagt Brennsteiner im ORF-Interview sichtlich überwältigt. "Meine Läufe waren alles andere als gut, aber wir sind materialmäßig mit Sicherheit ganz vorne dabei gewesen", so das Resümee.

Während des Finallaufes war ihm eingefallen, dass er vor zwei Jahren in Bansko "einen super Lauf gefahren" sei und sich dann "oben niedergelegt habe". Vom Risiko her war er noch nicht am Limit. "Ich habe es mir nicht ganz zugetraut. Wie es scheint, war das heute der richtige Weg, weil einfach so viel Radius drauf war. Da hast du einfach ruhig bleiben müssen und den Schwung fertig fahren bis zum Ende", sagt Brennsteiner.

Die ganzen "Was-wäre-wenn-Rennen, die sind ein bisschen wurscht gerade", fügt Brennsteiner an, der versuchen wollte, diesen Moment "ein bisschen auszukosten", ehe die Vorbereitung auf den zweiten Riesentorlauf am Sonntag begann. "Das Setup stimmt super, ich werde versuchen, morgen noch einmal zwei gute Läufe zu fahren."

Wie schnell es manchmal gehen kann, zeigt folgendes Zitat von Brennsteiner vor dem WM-Rennen in Cortina. "Ich zähle nicht einmal zu den Außenseitern", hatte er vor nicht einmal eineinhalb Wochen gemeint. Als Halbzeitsiebenter schied er dann aus.

Feller gerührt: "Unglaublich, was ich mit dem Menschen schon alles erleben durfte"

Brennsteiner erlebte in seiner Karriere schon viele Hochs und Tiefs. Der Riesentorlauf-Spezialist zog sich 2016 beim Weltcup-Auftakt in Sölden einen Kreuzbandriss zu, im Olympia-Riesentorlauf in Pyeongchang 2018 ereilte ihn dieses Schicksal erneut.

"Unglaublich, was ich mit dem Menschen schon alles erleben haben dürfen in meinem Leben. Er ist schon zweimal zu mir gekommen und hat gesagt, er weiß nicht, ob er weitermacht."

Feller über Brennsteiner

Manuel Feller, ein Leidens- und Weggefährte Brennsteiners, gehörte zu den ersten Gratulanten im Ziel von Bansko. "Unglaublich, was ich mit dem Menschen schon alles erleben haben dürfen in meinem Leben. Er ist schon zweimal zu mir gekommen und hat gesagt, er weiß nicht, ob er weitermacht", erzählt Feller sichtlich gerührt im ORF-Interview

Nach der bisher "schon sehr verkorksten" Riesentorlauf-Saison durfte auch der Tiroler mit Rang sechs zufrieden sein. "Das Ziel war heute, zweimal ein echt gutes Skifahren zu zeigen, das habe ich auch gemacht, glaube ich. Ein bisschen kritisch müssen wir es trotzdem sehen, von der ersten zur zweiten Zwischenzeit habe ich im ersten wie im zweiten Durchgang sehr viel Zeit verloren. Aber ansonsten bin ich superhappy mit dem Ergebnis", sagt der Tiroler.

Die Erleichterung dürfte im gesamten ÖSV-RTL-Team groß sein. Nach WM-Bronze von Marco Schwarz ist Brennsteiners dritter Platz der erste Weltcup-Stockerlplatz für den ÖSV im Riesentorlauf seit dem zweiten Platz von Marcel Hirscher im Februar 2019 ebenfalls in Bansko. Die besten Saisonergebnisse bisher waren achte Plätze durch Brennsteiner in Alta Badia und Roland Leitinger in Adelboden. 

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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