Jagd auf Shiffrin geht in Flachau weiter

Jagd auf Shiffrin geht in Flachau weiter Foto: © GEPA
 

Beim Nachtslalom in Flachau (Dienstag ab 18 Uhr im LIVE-Ticker) geht die Jagd auf Mikaela Shiffrin weiter.

"Derzeit haben wir eine Dreiklassen-Gesellschaft", meint Michaela Kirchgasser, die beim Heimrennen ihr Comeback geben wird, angesichts der Überlegenheit von Shiffrin. Dahinter gebe es eine "Verfolgergruppe" mit Wendy Holdener, Frida Hansdotter, Petra Vlhova oder Bernadette Schild sowie den Rest des Feldes.

"Shiffrin zeigt, was nach oben möglich ist. Dorthin haben wir alle noch sehr viel zu tun", meint etwa Katharina Liensberger.

Während die Vorjahres-Sechste Katharina Truppe schon länger ihrer Form hinterherläuft, ist die 20-jährige Vorarlbergerin wie Katharina Gallhuber (die gesundete Niederösterreicherin probiert in Flachau einen neuen Rennski aus) derzeit einer der Lichtblicke bei den ÖSV-Slalomdamen.

Achte war Liensberger zuletzt in Zagreb und in Kranjska Gora als Siebente zur Halbzeit sogar vor Schild beste ÖSV-Fahrerin. "Ein technischer Fehler, der hoffentlich nicht mehr passiert", erklärte sie ihren bitteren Sturz in der Entscheidung. "Aber die Uhren stehen bei null und ich freue mich riesig auf Flachau", erklärte die junge Göfnerin vom SK Rankweil, die u.a., das Harfenspiel als Hobby angibt. "Es ist ein guter Ausgleich und hilft beim Energie tanken.

Schild hat "nichts zu verlieren"

Auch Bernadette Schild fiebert dem Heimrennen entgegen, auch wenn ihr der Hang in Flauchau nicht besonders liegt. "Es ist zwar nicht unbedingt meine Piste. Ich habe umgekehrt hier aber auch nichts zu verlieren", sprach die Lokalmatadorin die Tatsache an, dass sie steile und eisige Hänge lieber hat.

"Aber Flachau ist immer das totale Ski-Fest, es aktiviert mich immer extrem", erklärte sie zum "Nightrace" der Damen bei dem es auch um die von rund 67.000 Euro Preisgeld begleitete Krone der "Snow Space Salzburg princess" geht. Angesichts der Startzeiten (18.00/20.45 Uhr) fügte sie lachend hinzu: "Normalerweise schlafe ich um die Startzeit des zweiten Durchganges schon."

In Killington war Schild hellwach und hat einen dritten Platz erreicht und war bisher in keinem Rennen in dieser Saison schlechter als Fünfte. Dazu kommt Laufbestzeit zuletzt in Kranjska Gora, nachdem sie zur Halbzeit materialmäßig alles über den Haufen geworfen hatte. Shiffrins 40. Weltcupsieg war zwar trotzdem nicht zu verhindern.

Auch Schild anerkennt die momentane Extraklasse Shiffrins. "Sie hat den Schwung schon beim Tor komplett erledigt und nimmt vollen Zug mit, während der Rest der Welt nochmals nachdrücken muss. Es schaut alles so einfach aus", fühlt sich Schild an ihre Schwester Marlies erinnert.

In einer Ära mit Shiffrin zu fahren sei einerseits eine Ehre, aber natürlich auch Herausforderung. "Aber fragt einmal Frida Hansdotter, die hatte zuerst Marlies und jetzt Mika", sagte Schild schmunzelnd über die wackere Schwedin, die Sonntag in Kranjska Gora hinter Shiffrin ihren 17. zweiten Platz im Weltcup belegte.

Letztes Heimrennen für Kirchgasser

Die Schwedin war bei den letzten sechs Flachau-Slaloms immer auf dem Podest, hat zwei Mal gewonnen. Dabei hat es auf der Hermann-Maier-Piste überhaupt nur drei Siegerinnen gegeben. Shiffrin siegte 2013 und 2014, Hansdotter 2015 und 2017 und 2016 setzte sich zwei Mal Veronika Velez-Zuzulova durch. Die Slowakin fehlt diesmal wegen ihres Kreuzbandrisses, ein Comeback scheint frühestens in Lenzerheide möglich.

Wohl nicht um die Podestplätze mitfahren wird Michaela Kirchgasser. Denn Kirchgasser ist nach ihrem am 20. Dezember erlittenen Kreuzband-Einriss samt Knochenprellung im rechten Knie erst vor wenigen Tagen wieder auf Ski gestiegen, richtig Slalom trainieren konnte die 32-Jährige erst wieder am Montag vor dem Rennen. "Unter die Top-5 werde ich eher nicht fahren", meinte die Salzburgerin deshalb schelmisch.

Kirchgasser hat in ihrem letzten Renn-Winter noch ein großes Ziel und das ist die Olympia-Kombination in Südkorea. Deshalb nur wenige Wochen nach einer gravierenden Verletzung wieder ins Renngeschehen einzusteigen, eint sie mit Snowboarder Benjamin Karl.

Drei Gründe nannte die WM-Dritte für ihr doch sehr frühes Comeback. "Erstens geht daheim rumsitzen gar nicht. Zweitens ist Flachau das letzte Heimrennen meiner Karriere und drittens möchte ich zeigen, dass man mich für Olympia nicht abschreiben soll", erklärte Kirchgasser. Ihr Optimismus beruhe darauf, dass es zwischen den Toren recht gut funktioniere. "In Skischuhen herumlaufen werde ich hingegen nicht allzu zu viel."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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