Vor allem die Passage nach dem Vertigine-Sprung, "die wir einfach nicht einschätzen haben können", habe die Tücken der Strecke gezeigt. "Da bin ich neugierig, wie man die Abfahrt hinsetzt, weil da muss dann brutal rausnehmen, sonst ist man im Loch drin, und dann wird es gefährlich", erläuterte Brunner. Kurssetzer Hannes Trinkl, der FIS-Rennchef Speed auf Herren-Seite, habe das aber gut im Griff. Die Abfahrt werde durch die erwartete trockene Kälte einen aggressiven Schnee haben, "da kommt es sicher sehr viel auf die Abstimmung an".
Max Franz ist wohl dabei
Herren-Chefcoach Andreas Puelacher ging zunächst nicht davon aus, dass in der Abfahrt das höhere Tempo an der Schlüsselstelle zum Thema werden könnte. "Es wird unruhig, das schon", sagte der Sportliche Leiter der Alpin-Herren. Am Donnerstagabend sei der schon gesetzte Kurs aber noch einmal umgesteckt worden, verriet Puelacher später.
Ebenfalls gab der Tiroler preis, dass sehr wahrscheinlich Max Franz den dritten Startplatz in der Abfahrt neben Mayer und Super-G-Weltmeister Vincent Kriechmayr bekommen wird. Um den vierten matchen sich in erster Linie die nun angereisten Otmar Striedinger und Daniel Hemetsberger. Auch Christian Walder bestreitet die beiden Trainings am Freitag und am Samstag, "falls irgendetwas passiert, man weiß ja nie".
Mayer stand in dieser Weltcup-Saison beginnend mit seinem Bormio-Sieg viermal in Serie auf dem Abfahrtspodest. Er hat in Cortina noch etwas gutzumachen. "Ich wollte um die Medaillen (im Super-G; Anm.) mitfahren", sagte Mayer, der bei der Schlüsselstelle zu sehr das Tempo reduziert habe. "Aber ich habe am Sonntag auch noch eine Chance." Brunner meinte: "Ich glaube schon, dass wir da auch gut aufgestellt sind und dass wir sehr positiv an die nächsten Aufgaben rangehen." Einen hatte er besonders auf der Rechnung - Max Franz. "Das ist ein Rennfahrer."