Bekommt die Kombi doch noch eine Weltcup-Chance?

Bekommt die Kombi doch noch eine Weltcup-Chance? Foto: © GEPA
 

Bei den aktuell hochsommerlichen Temperaturen scheint der Winter zwar noch weit entfernt, Fakt ist aber: In 86 Tagen beginnt in Sölden die neue Weltcup-Saison der Alpinen.

Während sich die Teams bereits mitten in der Vorbereitung befinden und in Kürze die Schnee-Trainings auf den Gletschern starten, steht der Weltcup-Kalender für die Olympia-Saison 2021/22 noch immer nicht final fest.

Mitte Mai präsentierte die FIS den provisorischen Kalender, erstmals seit Langem soll es im kommenden Winter wieder ein an Speed- und Technikbewerben ausgeglichenes Weltcup-Programm für Damen und Herren geben.

Eine Alpine Kombination war im provisorischen Kalender nicht eingeplant, im Olympia-Programm für Peking 2022 ist der seit Jahren umstrittene Bewerb noch enthalten. Entgegen den ersten Entwürfen könnte nun auch im Weltcup eine Kombination gefahren werden.

"Es steht noch nicht definitiv fest, ob es eine Kombination geben wird oder nicht", erklärt ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher unter anderem gegenüber LAOLA1.

Bereits vor einem Monat hätte der Kalender für die Saison 2021/22 abgesegnet werden sollen, an der Kombi-Frage scheiden sich aber scheinbar – wieder einmal – die Geister.

Zwei Austragungsorte im Rennen

Eines scheint zumindest sicher zu sein: Wenn, dann wird nur eine Kombination im Weltcup gefahren. Kandidaten sind Wengen und Bormio.

In Bormio sind kurz vor Jahreswechsel Stand jetzt eine Abfahrt und ein Super-G geplant, am Lauberhorn in Wengen stünden Mitte Jänner zwei Abfahrten und ein Slalom am Programm.

Eine Entscheidung muss allerspätestens bei der Herbst-Konferenz der FIS im Oktober fallen, aber je früher desto besser für alle Beteiligten.

Kombi und Parallel-Bewerbe umstritten: "Ich brauche sie nicht"

Die Zukunft der Kombination und auch der Parallel-Bewerbe ist seit geraumer Zeit eine Streitfrage.

In der vergangenen Saison gab es pandemiebedingt nur ein Parallelrennen pro Geschlecht in Lech/Zürs am Arlberg, Kombinationen hatten im reduzierten Weltcup-Kalender keinen Platz. Bei der WM in Cortina d'Ampezzo wurden aber beide Disziplinen ausgetragen. Marco Schwarz sicherte sich den WM-Titel in der Kombination, Katharina Liensberger wurde Parallel-Weltmeisterin. Speziell nach den Parallel-Bewerben sah sich die FIS jedoch mit heftiger Kritik ob des Modus und der Durchführung konfrontiert.

Die Parallel-Rennen in Lech/Zürs, wie sie bereits im Vorjahr stattgefunden haben, scheinen auch diesmal wieder als einziges Parallel-Event im Kalender für 2021/22 auf. Beim Weltcup-Finale in Meribel wird es einen Parallel-Teambewerb geben.

"Das Parallel-Rennen in Lech passt ja noch in den Kalender rein", sagt Puelacher über das Mitte November zwischen dem Auftakt in Sölden und den Übersee-Rennen geplante Event, "aber die Kombi passt ja nirgends rein". Nachsatz: "Ich brauche sie nicht."

Puelacher fordert Klartheit statt "Wischi-Waschi"

Der ÖSV-Herren-Cheftrainer fordert generell endlich eine klare Linie, was die Zukunft der Kombination und Parallel-Bewerbe betrifft.

"Das ist nicht Fisch und nicht Fleisch", kritisiert Puelacher. Der Tiroler sieht hier vor allem die FIS und den neuen Präsidenten Johan Eliasch gefordert. "Ich hoffe wirklich, dass der neue FIS-Präsident sagt, in welche Richtung es gehen soll. Dieses Wischi-Waschi, das wir jetzt haben, taugt mir überhaupt nicht."

Mit dieser Meinung steht er unter seinen Trainer-Kollegen und den Athleten gewiss nicht alleine da. Wenige Wochen vor Saisonstart noch nicht zu wissen, welche Rennen gefahren bzw. nicht gefahren werden, erschwert die Planungen in einer durch die Corona-Pandemie ohnehin schon schwierigen Zeit zusätzlich.

Die Kombination bleibt also weiter ein heiß diskutiertes Thema - schon vor der kalten Jahreszeit.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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