Corona: So läuft das Weltcup-Opening in Sölden

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Das Ski-Weltcup-Opening in Sölden war in den letzten Jahren immer die erste große Ski-Party des Winters. In diesem Jahr wird - wie in so vielen Bereichen - alles anders.

Die sichtbarste Auswirkung der Sicherheitsmaßnahmen gegen das Coronavirus ist sicherlich das Fehlen der Fans. Für die Aktiven und alle Beteiligten ändert sich aber auch im Umfeld viel: Von der Anreise bis zur Siegerehrung, überall sind neue Herangehensweisen gefordert.

Das erste Weltcup-Wochenende des Winters wird für die FIS zur Nagelprobe, ob die ausgearbeiteten Konzepte greifen. FIS-Renndirektor Markus Waldner hat die erfolgreiche Durchführung des Weltcups 2020/21, in dem Geschlechter- und Disziplinen-Trennung für zusätzliche Sicherheit sorgen soll, schon vor dem Saisonstart zur "Überlebensfrage" erklärt.

Die wichtigsten Punkten für Sölden:

  • Die Task Force: koordiniert die Covid-19-Maßnahmen in allen Bereichen. Mitglieder sind Herbert Wagner von der Sicherheitsfirma, die das Präventivkonzept erstellt hat. Weites sind das Rupert Steger und Sabine Schnee für den ÖSV sowie Dr. Wolfgang Schobesberger für den medizinischen Bereich. Für Sölden gehört Rennleiter Isidor Grüner dem Gremium an.

  • Die Planung: Bei der Konzepterstellung stand wegen der aktuellen Covid-19-Verordnungen rasch fest, dass es nur ohne Zuschauer geht. Dank der Vorverlegung der Rennen um eine Woche hat man den Gletscher drei Tage exklusiv für die Rennen. Der ÖSV plant zunächst bis zum Jahresende alle Weltcup-Events ohne Zuschauer, evaluiert aber monatlich die Situation auf eventuelle Lockerungen.

  • An- und Abreise der Aktiven: Der Weltcup-Auftakt wurde zu einer nationalen Angelegenheit erhoben, was Dinge erleichtert. So kommt der ÖSV den teilnehmenden Nationen auch in der Administration entgegen indem er diesen hilft, wenn nötig die für eine Einreise benötigten Vorgaben zu erfüllen. Die Rennteams und ihre Entourage genießen eine Art Sonderstatus. Schwieriger könnte sich für einige Nationen die Rückreise ins Heimatland erweisen. Die diesbezüglichen Bedingungen - Quarantäne, Tests - ändern sich oft.

  • Die Testungen: Negative PCR-Tests nicht älter als 72 Stunden sind Voraussetzung für eine Teilnahme bzw. den Erhalt einer Akkreditierung. In Sölden selbst wird zudem ab Mittwoch für kurzfristige Schnelltests ein sogenannter LAB Truck mit mobilem Hightech-Labor vom Land Tirol stationiert. Das Ergebnis soll innerhalb weniger Stunden vorliegen.

  • Aufteilung, Unterbringung im Ort: Die am Weltcup-Auftakt beteiligten Personen werden in vier "Blasen" aufgeteilt und wohnen in zugeteilten Hotels. Athleten, Serviceleute und der FIS-Staff bilden die Gruppe "Rot". Mitarbeiter und Personen aus Fremdfirmen sind "Blau". Unter "Gelb" versammeln sich Medien und die Mitarbeiter des Host Broadcasters ORF. Sie dürfen die Aktiven auch in offenen Mixed-Zonen wie einer, die in einer Tiefgarage errichtet wurde, interviewen. Rund 200 spezielle Gäste ("Grün") dürfen im Zielbereich auf zugeteilten Plätzen der fixen Betontribüne Platz nehmen. Sie brauchen keinen Test.

  • Die Anreise zum Rennen: Die Auffahrt über die Gletscherstraße erfolgt individuell bzw. mit begrenzter Personenzahl in PKW's oder Bussen. Staus wie sonst üblich sind nicht zu erwarten, weil das Renngelände für den Tourismus gesperrt ist. Auf dem benachbarten Tiefenbach-Gletscher findet aber Skibetrieb statt.

  • Die Siegerehrung: Diese findet direkt im Zielraum statt. Die Sportler und Sportlerinnen müssen sich ihre Preise aber voraussichtlich selbst von einem Tisch abholen. Händeschütteln und Gratulationen im klassischen Sinn fallen aus.

  • Die Eigenverantwortung: Die Veranstalter haben mit einem möglichst lückenlosen Hygiene-Konzept die Basis für größtmögliche Sicherheit gelegt. Es wird aber ganz stark auf die Eigenverantwortung aller beteiligten Person ankommen, so Rupert Steger vom ÖSV-Eventmarketing.

  • Die größte Herausforderung: Laut Steger ist dies die anhaltende Planungs-Unsicherheit. "Was gestern galt, kannst du morgen eventuell schon wieder über den Haufen schmeißen."

  • Die weiterführende Idee: Man hat für Sölden eine Art Covid-Basiskonzept entwickelt, das man individuell angepasst über alle kommenden Veranstaltungen des ÖSV stülpen kann. Der Skiverband hat freilich nur wenige fixe Sportstätten und muss für fast jede Veranstaltung neu aufbauen und Konzepte anpassen. Auch das nächste Alpinevent ist in Österreich, nämlich Mitte November in Lech/Zürs.

  • Die Gastronomie in Sölden: Auch dort setzt man stark auf Eigenverantwortung. Die wenigsten werden die ohnehin engen Grenzen des Erlaubten etwa bei den Öffnungszeiten ausschöpfen. Ein Fehlverhalten könnte die ganze Wintersaison gefährden. Warnend ist, dass Sölden wie Ischgl und andere Tiroler Orte im Frühjahr wochenlang - und länger als die übrigen Gemeinden in Tirol - unter Vollquarantäne stand.

  • Positiver Test: Über 30 Scan-Punkte im Renngelände ist ein Contact-Tracing aller Akkreditierten möglich. Damit kann man eventuelle Infektionsketten rasch unterbinden und die Veranstaltung weiterführen. Positive Fälle werden den Behörden gemeldet und führen zu 10 Tage Quarantäne. Gecheckt wird, welche Kontakte es gab und wie intensiv diese waren. K1-Kontakte werden ebenfalls isoliert. Abstand und Maskentragen können einen davor bewahren.

Textquelle: © LAOLA1/APA

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