Neureuther kritisiert den Sport-Kommerz

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Felix Neureuther ist bekannt für klare Worte. Das unterstreicht er in einem Interview mit der "Augsburger Allgemeinen" einmal mehr.

Der 34-Jährige kritisiert dabei die kommerzielle Entwicklung von sportlichen Groß-Ereignissen wie Olympischen Spielen oder Fußball-Weltmeisterschaften.

"Die Entwicklung von Großereignissen ist völlig aus dem Ruder gelaufen", so der Deutsche, der den Sport als Opfer der Funktionäre sieht. "Der Sport muss im Vordergrund stehen und nicht Menschen, die sich über den Sport profilieren wollen."

Sport sei einer wichtigsten und nachhaltigsten Lebensinhalte. "Kinder müssen sich bewegen, die Menschen müssen sich bewegen. Sonst wenden wir in einer Gesundheitskatastrophe. Die größten Sportfeste der Welt sollten sich diesen Zielen widmen."

Allerdings sehe er die genau gegenteilige Entwicklung: "Wenn ich dann aktuell sehe, wie das IOC oder auch die FIFA diese Werte missachten, macht mich das traurig."

Sportler in der Pflicht

Für Neureuther ist klar, dass er und seine Sportler-Kollegen gefordert sind: "Viele Sportler beschweren sich in kleiner Runde über die Probleme ihres oder des internationalen Sports. Aber das war es dann auch. Das finde ich extrem schade."

Vielmehr sei eine Reaktion notwendig: "Alle sollten den Mund aufmachen und versuchen, etwas zu verändern. Die Summe der Äußerungen bringt dann die Lösungen. Trotz der Konzentration auf den Sport muss das nicht leistungshindernd sein. Als Sportler steht natürlich das Training im Vordergrund und man ordnet dem Training und dem Wettkampf alles unter. Trotzdem besteht ein Sportlerdasein nicht nur aus Training und Wettkampf."

"Mehr als Medaillen und Pokale hinterlassen"

Der Slalom-Spezialist sieht sein Engagement für eine nachhaltige Entwicklung des Sports als seine Pflicht an.

"Für mich ist es wichtig, später einmal zurück schauen zu können und mehr als Medaillen und Pokale hinterlassen zu haben", betont er seine Verantwortung.

Als Sport-Funktionäre wünscht sich Neureuther "Menschen, die aus dem Sport kommen."

Ob er selbst mal auf einem Funktionärs-Posten landen wird? "Ich glaube nicht, dass ich jemals etwas mit dem IOC oder dem DOSB zu tun haben werde. Dafür habe ich schon viel zu viele Dinge offen gesagt, die vielen Funktionären dort nicht passen."

Textquelle: © LAOLA1.at

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