Shiffrin: "Daher kommt die Dominanz"

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Mikaela Shiffrin steht seit Freitagabend endgültig als Gesamtweltcup-Siegerin fest und erreicht damit einen weiteren Meilenstein in ihrer Karriere.

Vier Tage nach ihrem 22. Geburtstag kürt sie sich damit zur jüngsten Läuferin seit der (damals 19-jährigen) Kroatin Janica Kostelic 2001, die das große Kristall ihr Eigen nennen darf.

Das Geheimnis ihres Erfolgs sei simpel: "Ich habe die Energie und die Kraft, zu trainieren, wenn alle anderen nicht mehr können. Die vielen Kilometer, die ich auf der Piste mache, kann man mit nichts ersetzen, daher kommt die Dominanz."

Karriere begann in Hauseinfahrt

Shiffrin wurde am 13. März 1995 geboren, sie lebt im knapp zwei Autostunden von Aspen entfernten Eagle-Vail. Mit drei Jahren begann sie in der Hauseinfahrt ihres Elternhauses mit dem Skifahren, zunächst aber auf Langlaufskiern, um das Gleichgewicht zu schulen.

Mit der achtjährigen Mikaela zog die Familie aus beruflichen Gründen von Colorado in den Osten der USA, wo das Mädchen später die Bourke Mountain Academy in Vermont besuchte. Schon früh war von einem "Wunderkind" die Rede. ÖSV-Sportdirektor Hans Pum hörte das erste Mal von ihr, als sie zwölf war. Ein Trainer habe ihr von der Technik, der Beständigkeit und dem Fleiß vorgeschwärmt.

"Ich habe immer gedacht, dass alle Top-Athleten jeden Tag trainieren und viele Kilometer auf den Skiern zurücklegen. Als ich in den Weltcup gekommen bin, hatte ich das Gefühl, ich muss mehr trainieren als die anderen, die schon zehn Jahre Erfahrung haben. Ich wollte die verlorene Zeit irgendwie gutmachen", erinnert sich die US-Amerikanerin. "Deshalb habe ich angefangen, doppelt so viel zu trainieren wie die meisten meiner Teamkollegen. Ich musste dann erkennen, dass das nicht normal ist."

An ihrem Ehrgeiz hat sich bis heute nichts geändert - im Gegenteil: "Wenn die Coaches sagen, dass wir mit dem Training aufhören, weil die Ski präpariert werden müssen oder die Trainer nach Hause zu ihren Familien wollen, sage ich immer 'nein, machen wir weiter'".

"Es gibt kein Limit"

Mittlerweile zählt Shiffrin im Slalom-Weltcup mit 25 Erfolgen schon zu den Allzeit-Größen, liegt hinter ihrem Vorbild Marlies Schild (35) und der Schweizerin Vreni Schneider (34) an der dritten Stelle. Auch gesamt hat sie sich heuer in die Top Ten vorgearbeitet.

2013 in Schladming, 2015 in Vail/Beaver Creek und 2017 in St. Moritz gewann sie WM-Goldmedaillen, mit Olympia-Gold 2014 in Sotschi ist sie seit vier Jahren bei Großereignissen im Slalom unbesiegt. Dazu kommen 31 Weltcuperfolge, 25 im Slalom, vier im Riesentorlauf sowie je einer im City Event und der Kombination. Die kleine Kugel für den Disziplinerfolg im Slalom sicherte sich die Atomic-Pilotin heuer zum vierten Mal.

Und für Shiffrin, die in diesem Winter auch einige Speed-Rennen bestritten hat und eines Tages auch auf den langen Latten gewinnen will, soll es weiter steil nach oben gehen. "Ich hoffe, dass ich in Zukunft auch so konstant gewinnen kann. Im Moment muss ich noch die richtige Balance finden, denn ich bin noch immer neu im Weltcup und jung. Ich versuche immer noch, mein Skifahren zu verbessern."

Sie wolle die Beste sein, die konstanteste, die stärkste Skiläuferin. "Es gibt kein Limit", sagte Shiffrin nach ihrem WM-Triumph. "Das ist ein langer Weg. Und es fühlt sich so an, als ob er gerade erst begonnen hätte."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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