Pircher: "Marcel hat noch Luft nach oben"

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Für Marcel Hirschers Trainer Michael Pircher ist der sechste Gesamtweltcup-Sieg in Folge seines Schützlings "ein Rekord für eine halbe Ewigkeit".

"Da muss sich schon einer anstrengen, dass er das nachmacht", sagt der jahrelange Wegbegleiter des 28-Jährigen.

Geht es nach dem Trainer, kann die Mission "siebente Kugel" in Angriff genommen werden. "Es ist noch Luft nach oben. Egal, ob das der Marcel ist, oder ich als Trainer, der Servicemann, oder der Physio. Wir sind alle noch nicht bei hundert Prozent angelangt."

Im Interview spricht Pircher außerdem über die zähen Tage als Trainer, das Tüfteln und wo er Hirscher in Zukunft sieht.

Frage: Unglaubliches ist geschafft, das ist ein Rekord für eine halbe Ewigkeit, oder?

Michael Pircher: Ja, das würde ich schon sagen. Zumindest einmal für die nächsten sechs Jahre. Da muss sich schon einer anstrengen, dass er das nachmacht - also ja, für eine halbe Ewigkeit.

Frage: Wie geht es Ihnen damit - als Wegbegleiter seit so vielen Jahren?

Pircher: Gut! Ich muss sagen, eigentlich habe ich es noch gar nicht so wahrgenommen. Ich habe heute noch nicht damit gerechnet, dass es sich dann für andere auch rechnerisch nicht mehr ausgeht. Auf der Anzeigentafel habe ich es gesehen, es reicht! Nun brauchen wir nicht mehr rechnen. Herrlich!"

Frage: Sie haben nach Doppel-Gold in St. Moritz gesagt, das Level ist schon so hoch. Es gehe nun darum, das zu halten. Das ist eh schwierig genug, oder?

Pircher: Ja, absolut. Sagen wir so: in den letzten Rennen war das Level sehr hoch, was seine Performance betrifft. Das galt es zu halten. Dass wir natürlich noch immer Luft nach oben haben, ist auch klar. Aber wie die letzten Rennen verlaufen sind, da war es wichtig, den ganzen Flow mitzunehmen. Das ist ganz gut gelungen.

"Man muss schon am Boden bleiben, aber es weiß jeder von sich selbst, dass immer noch ein bisserl mehr ginge. Egal, ob das der Marcel ist, oder ich als Trainer, oder der Servicemann, oder ob es der Physio ist. Wir sind alle noch nicht bei hundert Prozent angelangt."

Frage: Ist da wirklich noch Luft nach oben?

Pircher: Ja, absolut. Man muss schon am Boden bleiben, aber es weiß jeder von sich selbst, dass immer noch ein bisserl mehr ginge. Egal, ob das der Marcel ist, oder ich als Trainer, oder der Servicemann, oder ob es der Physio ist. Wir sind alle noch nicht bei hundert Prozent angelangt.

Frage: Man weiß von Ihnen, dass Sie ziemlich alles Marcel unterordnen. Ist das immer nur Spaß und Freude, oder auch manchmal zäh?

Pircher: Großteils ist es schon Freude. Aber wie bei jeden anderen Job gibt es auch Tage, wo man vielleicht nicht so gern aufsteht, oder nicht so motiviert ist. Aber das sind vereinzelte Tage, an den meisten bin ich voll motiviert. Und natürlich, wenn du so einen erfolgreichen Läufer hast, dann macht es auch leichter Spaß, als wenn man immer nach dem ersten Durchgang heimfahren müsste.

Frage: Marcel hat gesagt, dass ihr speziell für hier am Material gearbeitet habt. Was war das konkret?

Pircher: Wir waren auf der Reiteralm. Wir hatten zwar kalte Temperaturen, aber ich habe versucht, eine künstliche Salzpiste herzustellen. Wir haben auf einer gefrorenen Piste, die für ein Training gut gewesen wäre, Wasser ausgepackt und Salz drübergestreut, damit wir es so ähnlich wie hier haben. Ich glaube, das ist uns auch geglückt.

Frage: Ihr seid auch die Weltmeister im Tüfteln. Marcel sagte, man müsse da auch aufpassen, sich nicht zu sehr zu verzetteln, weil das auch anstrengend sei.

Pircher: Richtig. Das ist eine der besonderen Fähigkeiten vom Marcel, dass er, ich will nicht sagen tüftelt, aber dass er sich relativ schnell an eine Veränderung anpasst. Das hat er sicher gemeint. Man muss da ein bisschen aufpassen. Es gibt Leute, die schlafen mit ihrem Skischuh. Beim Marcel ist das egal, der wechselt zwischen ersten und zweiten Durchgang auch den Schuh, wenn es sein muss.

Frage: Wenn Sie sich als Trainer was wünschen könnten, wo würden Sie Marcel in Zukunft gerne sehen?

Pircher: "Ich habe ihn noch nie woanders gesehen als da, wo er jetzt ist, sprich im Technischen. Dass man natürlich nach der Saison hergeht und das Ganze noch einmal bespricht und sich die Ziele neu setzt, ist eh klar. Aber grundsätzlich bleibe ich dabei: Stärke deine Stärken und mach dich nicht zum Durchschnittsmenschen.

Frage: Reicht Ihre Kraft für ein Unternehmen siebente Kugel?

Pircher: Ja. Von mir aus gern. Da können wir noch mehr machen.

Statistiken:

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Die Kristall-Sammlung wächst und wächst! In der Saison 2016/17 fixiert Marcel Hirscher seine Kristallkugeln 12, 13 und 14 - sechs große, acht kleine. Die Bilder der Triumphe:

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Die eindrucksvolle Serie begann 2011/12 beim Weltcup-Finale in Schladming!

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Den "deppaten Glasbecher" gewinnt Hirscher mit 25 Punkten Vorsprung auf Beat Feuz.

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Im Riesentorlauf gibt es die erste kleine Kugel.

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Ein Jahr später! Schauplatz Lenzerheide - gleiches Bild! Hirscher stemmt die große Kugel - hat 309 Punkte Vorsprung auf Aksel Lund Svindal.

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Im Slalom gibt es dazu die kleine Kugel.

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2013/14 - wieder Lenzerheide, der dritte Coup! Diesmal sind es 131 Punkte Vorsprung auf Svindal.

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Eine kleine Kugel gibt's wieder im Slalom. Im RTL reicht es knapp nicht: Ligety und Hirscher sind punktegleich, die Sieganzahl entscheidet für Ligety.

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2014/15 - Hirscher räumt ab. Im Gesamtweltcup lässt er beim vierten Triumph Kjetil Jansrud um 160 Punkte hinter sich.

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Die RTl-Kugel holt er mit 203 Punkten Vorsprung auf Alexis Pinturault.

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Im Slalom entreißt er Felix Neureuther im letzten Rennen die Kugel - gewinnt mit 23 Punkten Vorsprung.

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2015/16 - die historische fünfte große Kugel in Folge. Und die gewinnt der Salzburger überlegen - 497 Punkte Vorsprung auf Henrik Kristoffersen.

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Im RTL-Weltcup setzt er sich mit 76 Punkten Vorsprung auf Pinturault durch.

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2016/17 - schon vor dem Finale ist alles klar! In Kranjska Gora fixiert Hirscher seinen sechsten Gesamtweltcup-Sieg in Folge.

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Dazu kommt RTL-Kugel Nummer 4 - die dritte in Folge!

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Und am Sonntag macht er auch im Slalom den Sack zu! Nach einem Patzer von Henrik Kristoffersen reicht Rang vier zum vorzeitigen Gewinn.

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Die Kugeln holt er sich in Aspen ab! Am Samstag gibt es die kleine für den Riesentorlauf.

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Am Sonntag darf er sich über die Slalom-Kugel freuen.

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Ehe er zum historisch sechsten Mal in Folge die große Kristallkugel in den Himmel stemmen darf.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Statistik: Marcel Hirscher verlängert seine Rekordliste

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