Kitz: Wie den Jungen Angst gemacht wird

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Stell dir vor, du stehst vor der brutalsten und gefährlichsten Aufgabe deines Lebens.

Plötzlich kommt jemand vorbei, schiebt einen blöden Spruch und flößt dir so noch mehr Angst ein. Sicherlich kein allzu angenehmes Gefühl.

Genau so geht es jedoch jedes Jahr vielen Skifahrern am Start der Hahnenkamm-Abfahrt. Denn als wäre die Streif nicht schon schlimm genug, ist es zusätzlich Tradition, dass die arrivierten Läufer die jungen „Rookies“ mit „Horror-Geschichten“ oder „Wuchteln“ aufziehen.

Der Standard-Spruch von Hannes Reichelt

Einer, der bei solche Scharmützel ganz vorne dabei ist, ist Hannes Reichelt. Kein Wunder, den 36-Jährigen kann nichts mehr erschüttern. Vom Sieg (2014) bis hin zu einem brutalen Sturz (2016) hat er in acht Abfahrts-Starts in Kitzbühel so gut wie alles erlebt.

„Blöd reden gehört dazu, da schenken wir uns nichts“, erklärt sein Teamkollege Vincent Kriechmayr, mit 25 Jahren noch einer der jüngeren Starter.

Matthias Mayer rast im Super G zum Kitzbühel-Sieg. Die besten Bilder vom ersten Hahnenkamm-Rennen:

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Das Podest komplettiert Beat Feuz als Dritter.

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Er verrät, wie Reichelt seinen jüngeren Kameraden auf den Zahn fühlt: „Der Standardspruch von Hannes (Reichelt/Anm.) ist, ob die Jungen ihre Reisetasche eh nicht ausgepackt haben, dass es für den Zimmerkollegen leichter ist, zusammenzupacken.“

Zugegeben, angesichts der schrecklichen Unfälle, die auf der Streif bereits passiert sind etwas makaber. Aber das gehört bei den Abfahrts-Stars einfach dazu.

Max Franz macht nicht mit

Mittlerweile ist Kreichmayr bereits einer jener Athleten, der bei den Sticheleien austeilt und nicht einsteckt. „Blöd reden gehört dazu, da schenken wir uns nichts. Es sind Kleinigkeiten, ein bisschen sticheln. Ich bin zwar noch kein Routinier, beim Mitreden bin ich aber vorne dabei“, grinst der Oberösterreicher.

„Diese Geschichten am Start gab es und gibt es noch immer“, bestätigt auch Max Franz. Obwohl er selbst einer der Team-Leader ist, schließt er sich dieser Tradition nicht an: „Mich selbst interessiert das nicht. Wenn es dich selbst einmal schmeißt, hältst du dich mit diesen Aussagen zurück.“

Bei ihm selbst haben die Sticheleien bei seiner Premiere 2012 Wirkung gezeigt, wie er selbst berichtet: „Im ersten Training bin ich es gemütlich angegangen, habe vor der Mausefalle einen 'Wedler' eingelegt und bin nur zwei Meter gesprungen.“

TV-Bilder schlimmer als Geschichten

Ganz anders war es bei seinem Kärntner Landsmann Matthias Mayer. „Die Horror-Geschichten habe ich mir nicht aufdrücken lassen, die habe ich mir selbst gemacht“, so der 26-Jährige. „Ich habe das Rennen ja 20 Jahre lang im Fernsehen mitverfolgt."

Eines steht für ihn aber fest. Die Streif darf man nie auf die leichte Schulter nehmen – weder beim ersten Mal noch beim zehnten Start. „Hier ist immer Respekt dabei, bei jedem Wort das ich sage und bei jedem Schritt den ich gehe.

So sieht es auch der Rest des Feldes, denn mit fehlendem Respekt haben die „Horror-Geschichten“ nichts zu tun. Im Endeffekt geht es wohl eher darum, dass die Läufer mit diesen Sprüchen ihre eigene Anspannung beiseite schieben.

VIDEO: Faszination Mausefalle!

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