Ein geschundener Körper

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Der geschundene Körper des Aksel Lund Svindal

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Dieses Thema beschäftigt in Kitzbühel derzeit alle.

Aksel Lund Svindal muss die Saison 2016/17 vorzeitig beenden. Leider ist es nicht das erste Mal, dass der Norweger verletzt ausfällt.

Ein Blick zurück zeigt: Der Körper des 34-Jährigen hat schon einiges mitgemacht. Doch immer wieder schaffte der "Super-Elch" es, fast noch stärker zurückzukommen. Der Reihe nach:

November 2007: Jochbeinbruch, doppelter Nasenbeinbruch, tiefe Schnittwunde am Gesäß

Einen Monat vor seinem 25. Geburtstag erwischte es Svindal erstmals schwer. Im Training zur Abfahrt von Beaver Creek kam er beim "Golden Eagle Jump" böse zu Sturz und zog sich neben den Brüchen im Gesicht eine 15 cm lange, tiefe Schnittwunde am Gesäß zu. Vorübergehend musste dem fünffachen Weltmeister sogar ein künstlicher Darmausgang gelegt werden, er verbrachte mehrere Wochen im Krankenhaus. Die Saison 2007/08 war damit gelaufen.

Das Comeback: Nachdem er die restliche Saison pausierte, kehrte Svindal zu Beginn der Saison 2008/09 in den Weltcup-Zirkus zurück - dabei zeichnete sich erstmals ab, dass dieser Mann keine lange Eingewöhnungszeit braucht. Von Anfang an war der Norweger wieder in der Weltspitze dabei, in seinem fünften Rennen nach der fast einjährigen Pause feierte er bereits den ersten Sieg. Und das ausgerechnet bei der Abfahrt in Beaver Creek, wo er im Jahr davor im Training noch blutverschmiert im Fangnetz gelegen war.

Oktober 2014: Achillessehnen-Riss

Wenige Tage vor dem Weltcup-Start die zweite schwere Verletzung. Diesmal geschah das Unglück nicht beim Skifahren, sondern beim Fußballspielen. Bei einer unglücklichen Bewegung riss Svindals linke Achillessehne - die Saison schien beendet, noch bevor sie überhaupt begonnen hatte.

Das Comeback: Svindal belehrte alle eines besseren. Normalerweise dauert es mindestens vier bis sechs Monate, ehe man nach einem Achillessehnenriss wieder Leistungssport betreiben kann. Doch spätestens in diesem Winter bewies Svindal, dass er nicht "normal" ist. Er schmiedete Pläne, im Februar bei der Ski-WM in Beaver Creek zurückzukehren. Dank eines Spezial-Skischuhs, der eigens für ihn angefertigt wurde, schaffte er es tatsächlich zur Weltmeisterschaft. Das Comeback darf als äußerst gelungen angesehen werden. Die absolute Krönung in Form einer Medaille blieb zwar aus, zwei sechste Plätze in Abfahrt und Super-G ohne viel Vorbereitung oder intensives Training zeigen aber, welches Ausnahmetalent der Norweger ist. Ansonsten bestritt er in dieser Saison keine Rennen mehr, sein Weltcup-Comeback feierte er 2015/16. Wieder einmal verblüffte Svindal dabei alle - bei seinem zweiten Start (Abfahrt Lake Louise) feierte er gleich den ersten Erfolg, insgesamt holte er acht Siege in elf Speed-Rennen, bis...

Jänner 2016: Kreuzband- und Meniskusriss

Bis der Verletzungsteufel erneut zuschlug. Sein spektakulärer Sturz vor einem Jahr in der Hahnenkamm-Abfahrt nach der Hausbergkante ist wohl noch jedem Ski-Fan bestens in Erinnerung. Zunächst stand das Speed-Ass zwar auf und verließ die Strecke gehend, wenig später folgte bei der Untersuchung im Krankenhaus die ernüchternde Diagnose: Kreuzband- und Meniskusriss sowie Knorpelschaden im rechten Knie. Während Kreuzbandrisse bei Skifahrern fast zum Tagesgeschäft gehören, hält es sich mit dem Meniskus anders. Wenn dieser erst einmal beschädigt ist, kann das langwierige Probleme bereiten.

Das Comeback: Wieder einmal gelang Svindal nach langer Zeit ohne Rennen eine beeindruckende Rückkehr. Gleich in seinem ersten Rennen, dem Super-G von Val d'Isere Anfang Dezember, belegte er Platz zwei. Bei den folgenden Rennen landete er ebenso im Spitzenfeld. Allerdings machten bereits da Gerüchte die Runde, wonach Svindal erneut angeschlagen ist.

Jänner 2017: Meniskus-Operation

Und so sollte es auch kommen. Die schlimmsten Befürchtungen haben sich bestätigt, Svindal muss erneut unter das Messer. "Der Meniskus ist nicht richtig mit dem Knochen verbunden", erklärt der Norweger. "Das bedeutet, dass mein Knie bei jeder Landung nach einem Sprung schmerzt." Damit muss er die Saison wieder einmal vorzeitig beenden, eine frühzeitige Rückkehr ist ausgeschlossen. "Das Schlechte ist, dass ich wieder zurück auf die Krücken muss und in dem Winter nicht mehr Skifahren werde", sagt er selbst. Bereits im Herbst verriet der "Super-Elch" LAOLA1, dass er eigentlich gegen den Rat der Ärzte an den Start geht. Diese Probleme sollten sich nun durch den neuerlichen Eingriff deutlich bessern: "Das Gute ist, dass die Chance groß ist, dass es im nächsten Winter viel besser sein wird." Klingt so, als hätte Svindal trotz seiner 34 Jahre noch lange nicht genug. Und in der nächsten Saison kann sich die Konkurrenz anhalten, denn Comeback kann Aksel Lund Svindal.

Textquelle: © LAOLA1.at

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