Team Odermatt: Österreicher hinter den Erfolgen

Team Odermatt: Österreicher hinter den Erfolgen Foto: © getty
 

Marco Odermatt ist endgültig in der Riege der absoluten Ski-Superstars angekommen.

Für den Schweizer Ski-Experten und ehemaligen Franz-Klammer-Rivalen Bernhard Russi ist er "der Beste der Welt".

Russi meint: "Er hat die beste Technik, die beste Rennintelligenz, die beste Taktik und das beste Material!" Und er hat einige Österreicher im Team, die Odermatt zu dem machen, was der Eidgenosse seit den Rennen am Wochenende in Kranjska Gora ist: Gewinner der Riesentorlauf-Kristallkugel und Gesamtweltcup-Sieger!

Nach dem Olympiasieg im Riesentorlauf in Peking erobert der 24-jährige Schweizer damit weitere Meilensteine in seiner beeindruckenden Karriere, die einst mit gleich fünf Goldmedaillen bei der Heim-Junioren-WM 2018 in Davos so richtig Fahrt aufnahm.

Odermatt holt die große Kugel als erster Schweizer seit 2010, als der in dieser Saison in Wengen zurückgetretene Carlo Janka den Gesamtsieg einfuhr.

Zwei Weltcup-Kristallkugeln und Olympia-Gold im Alter von nur 24 Jahren - das erreichte bisher lediglich Frankreichs Ski-Legende Jean-Claude Killy 1968. Odermatts Landsmann Pirmin Zurbriggen war dafür 1988 bereits 25 Jahre alt und Marcel Hirscher schaffte das Kunststück 2018 im Alter von 28 Jahren.

Während Odermatt im Blitzlichtgewitter strahlt, freuen sich auch die Leute hinter den Kulissen über die großen Erfolge des Absolventen der Sportmittelschule in Engelberg. Gleich mehrere Personen haben großen Anteil daran - auch Österreicher.

Das ist das Erfolgs-Team rund um Marco Odermatt:

Vater Walter Odermatt

Odermatts engster Vertrauter ist – wie bei vielen Sport-Stars – sein Vater! Papa Walter ist seit den ersten Schwüngen von Klein-Marco treuster Begleiter und wohl auch größter Kritiker des 1,83 Meter großen und 80 kg schweren Modelathleten.

"Sein Vater hat schon immer eine extrem wichtige Rolle gespielt", weiß Marcel Perren, Journalist beim Schweizer "Blick" und Odermatt-Insider, im Gespräch mit LAOLA1.

Zwar hat der Schweizer Ski-Superstar mit Michael Schiendorfer einen Manager – der übrigens auch Katharina Liensberger betreut -, Odermatt Senior kümmert sich aber gerne auch um die zahlreiche Fanpost, die sein Sohn erhält. Und Papa Odermatt, der früher selbst FIS-Rennen gefahren ist, führt seit dem ersten gemeinsamen Ski-Tag eine Excel-Tabelle, in welcher der Ingenieur jedes Training und Rennen festhält.

Neben Vater Walter sind Mama Priska und Schwester Alina - ebenfalls Skirennläuferin - Marcos engste Bezugspersonen.

WG-Mitbewohner Gabriel Gwerder

2020 ist Odermatt von zu Hause ausgezogen und wohnt seither in einer WG mit seinem Jugendfreund Gabriel Gwerder.

Die beiden kennen sich seit 2006, als Odermatt in Wengen beim wichtigsten Kinderrennen der Schweiz seinen ersten nationalen Titel eingefahren hat, Gwerder wurde damals Zweiter.

Während Odermatts Karriere erfolgreich seinen Lauf nahm, musste Gwerder nach einer schweren Knieverletzung seine Karriere beenden und arbeitet seither als Kondi-Trainer. In Stans im deutschsprachigen Kanton Nidwalden in der Innerschweiz – Odermatts Heimat – haben sich die beiden in Corona-Zeiten in den Räumlichkeiten einer großen Firma, die Landwirtschaftsmaschinen vertreibt, eine Kraftkammer eingerichtet, wo vor allem im Sommer ordentlich geschwitzt wird.

Kondi-Trainer Kurt Kothbauer

Trainiert wird nach den Plänen eines Oberösterreichers: Der Innviertler Kurt Kothbauer ist Kondi-Trainer der Schweizer Riesentorlauf-Mannschaft und macht Odermatt und Co. Beine.

Kothbauer, der einst in Diensten des ÖSV schon Hermann Maier, Stephan Eberharter, Michaela Dorfmeister und Renate Götschl fit machte, kam im Sommer vor dem Olympia-Winter extra für mehrere Wochen nach Nidwalden, um dort mit Odermatt im Athletikbereich zu arbeiten.

Auch am Olympiasieg Odermatts war Kothbauer maßgeblich beteiligt. "Ich habe versucht, Olympia nicht als ein Großereignis, sondern die Rennen einzeln zu sehen. Konditionstrainer Kurt Kothbauer hat mir das mit auf den Weg gegeben", verriet Odermatt nach seinem Gold-Coup im Schweizer Fernsehen SRF.

Ski-Trainer Helmut Krug

Auf Schnee sorgt ein anderer Österreicher für den richtigen Schliff: Helmut Krug. Der Tiroler aus Leutasch bei Seefeld, der in den 90ern große Erfolge als Trainer in Schweden feierte, hat in den vergangenen vier Jahren das starke Schweizer Riesentorlauf-Team um Odermatt, Loic Meillard, Justin Murisier und Gino Caviezel aufgebaut.

"Helmut macht seine Arbeit grandios, für Marco ist er skifahrerisch die wichtigste Ansprechperson", sagt Vater Walter Odermatt im "Blick".

Krug weiß um die Stärken seines Schützlings: "Marco ist ein abnormal guter Skifahrer. Er ist mental stark."

Das Team

Während für viele der absoluten Topstars der Weg zum Erfolg nur über ein Privatteam führt, scheint bei Odermatt genau das Gegenteil der Fall zu sein. Der 24-Jährige fühlt sich im Schweizer Team wohl und trainiert gemeinsam mit seinen Kollegen, die gute Gruppendynamik ist ein zusätzlicher Baustein des Erfolgs.

"Das ist so schön bei uns, wir sind super Kollegen, mögen uns den Erfolg gönnen und helfen uns gegenseitig. Diese gute Stimmung macht es auch ein bisschen aus", erklärt Odermatt im Rahmen der Olympischen Spielen.

Textquelle: © LAOLA1.at Zum Seitenanfang »

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