Die gleiche Sprache
Mitter, für den es die 17. Weltcup-Saison in diversen Funktionen ist, hat über die Jahre eine Philosophie entwickelt und diese auch wissenschaftlich belegt.
In vielen Einzelgesprächen hat er sie Schwerpunktschulen, Landesskiverbänden, Vereinen und Eltern nähergebracht.
"Es ist eine andere Ansicht, was im Rennfahren, an der Spitze die Knotenpunkte sind. Der Effekt ist, dass man ein bisschen mit ein paar Mythen und Sagen ausmistet, die da so kursieren im alpinen Skigewerbe. Und nicht nur in Österreich", sagt Mitter.
Im besten Falle sollen in Ski-Österreich dann alle "die gleiche Sprache sprechen" – und eben möglichst schnell vom Start ins Ziel kommen.
"Den Audi habe ich in der Tasche"
Mitter hat es sich auch auf die Fahnen geschrieben, dem Verband und den Athlet:innen Selbstvertrauen einzuimpfen. Man dürfe sich durchaus mehr zutrauen und nach Höherem streben.
"Es geht darum", führt Mitter aus, "wenn man mal Fünfter wird, nicht zu sagen: Gut, das passt schon."
"Oder: Den Audi habe ich in der Tasche", ergänzt Stecher in Anspielung auf den fahrbaren Untersatz, den die ÖSV-Nationalteamkader-Athlet:innen vom Sponsor bekommen.
Der ÖSV will sich nicht verstecken
Statt Understatement will man Entschlossenheit sehen, wie auch ÖSV-Männer-Cheftrainer Marko Pfeifer gegenüber der "APA" fordert.
"Unser Anspruch soll sein, jedes Rennen so in Angriff zu nehmen, dass wir gewinnen wollen. Wir sind Österreich, wir haben in jeder Disziplin ein bis zwei bis mehrere Leute, die Rennen gewinnen können und werden. Wir brauchen uns nicht verstecken."
Die Erwartungshaltung niedrig zu halten, davon hält auch Mitter nicht viel.
"Es wird immer um etwas gehen – egal ob bei einem Nachwuchs-Läufer oder Weltcup-Sieger. Sie wollen sich ja messen, sonst bräuchten sie nicht mitfahren."