Die Capitals verkürzten den Rückstand durch Simon Bourque zwar auf 1:2, Goalie Dylan Wells verhinderte allerdings Schlimmeres.
Der US-Amerikaner kehrte nach kurzer Verletzungspause ins Tor zurück und bestätigte seinen zuvor gezeigten Aufwärtstrend.
Lukas lobt: "Er war ein absoluter Schlüsselspieler in unserer Performance. Er hat in ganz wichtigen Momenten des Spiels wichtige Saves gemacht und uns die Möglichkeit gegeben, das Spiel zu gewinnen."
Dann hätte es wohl keine Punkte gegeben
Im dritten Drittel haben die Black Wings wieder zu ihrem Spiel zurückgefunden.
Das 3:1 von Graham Knott war ein Wirkungstreffer, von dem sich die Gäste aus Wien nicht mehr erholen konnten. Brady Shaw sorgte mit dem 4:1, seinem zweiten Treffer an diesem Abend, für die endgültige Entscheidung.
Lukas verrät: "Wir haben nach dem zweiten Drittel darüber gesprochen, dass wir eine Riesenmöglichkeit haben, zu unserem Spiel zurückzufinden. Wenn wir so (wie im zweiten Drittel, Anm.) weiterspielen, werden wir heute wahrscheinlich nicht mit Punkten heimgehen."
Zusammenhalt und Verständnis
Die Reaktion seiner Mannschaft sei "ein positives Zeichen", meint der gebürtige Wiener.
Das beweist, dass die Mannschaft einen gewissen Zusammenhalt und ein gewisses Verständnis dafür hat, wie wir schlussendlich agieren müssen.
"Die Mannschaft hat einen Weg gefunden. Das beweist, dass sie einen gewissen Zusammenhalt und ein gewisses Verständnis dafür hat, wie wir schlussendlich agieren müssen."
Lukas hebt den Teamgeist auch mit Blick auf die Klatsche am Sonntag in Bozen hervor. Es sei nicht unbedingt notwendig gewesen, das Team nach dem Dämpfer wieder aufbauen zu müssen.
"Es ist für uns ganz wichtig, nach solchen Spielen umzublättern und aufzuarbeiten, was wir besser machen können. Gleichzeitig sollten wir darauf aufbauen, was wir gut gemacht haben. Für mich war das kein 0:5-Spiel. Es gab keinen Grund, die Köpfe hängenzulassen."
Das zweite Drittel gegen die Capitals empfand der Coach hingegen als "tragischer, weil es gar nicht zu uns gepasst hat".
Auf Top-6-Kurs, aber...
Nach dem ersten Saisonviertel können die Black Wings jedenfalls ein zufriedenes Fazit ziehen.
Nach dem Umbruch im Sommer wirkt die Mannschaft bereits eingespielt, hat neun der letzten elf Spiele gewonnen und steht punktgleich mit Leader Bozen an zweiter Stelle. "Aber es ist noch so viel Eishockey zu spielen, kann so viel passieren", warnt Lukas.
Der 46-Jährige erläutert: "Wir haben nicht den tiefsten Kader und müssen schauen, dass wir gesund bleiben und vor allem mit der Belastung sorgfältig umgehen. Wir müssen der Mannschaft die Möglichkeiten geben, sich zu erholen."
Den Drahtseilakt zwischen Erholung, Training und Spieltag meistern die Linzer derzeit hervorragend.
Defensive überzeugt mit nur einem Legionär
Auch die Balance zwischen Offensive und Defensive stimmt.
Die Nationalität sollte keine Rolle spielen.
Besonders die Leistungen der Abwehr sind bemerkenswert: Mit Greg Moro setzen die Black Wings aktuell nur auf einen Import-Verteidiger.
"Ich bin sehr stolz", sagt Lukas angesprochen auf die bisherige Performance der sechs einheimischen Verteidiger und betont: "Die Nationalität sollte keine Rolle spielen. Wir schauen hier auf individuelle Skills, Charakter und Potenzial."
Man sei bereit, Möglichkeiten zu geben. "Und die Jungs haben das bislang dankend angenommen. Sie haben das Vertrauen mit hoher Einsatzbereitschaft und sehr viel Disziplin zurückgezahlt."
Kommt noch ein zweiter Import-Verteidiger?
Trotzdem ist nicht ausgeschlossen, dass im Laufe der Saison ein zweiter Import-Defender kommen wird. Auch, um gegebenenfalls höhere Ziele als das Erreichen der Playoffs ins Visier nehmen zu können.
Lukas betont: "Wir evaluieren und schauen ständig, wie wir dieses Kollektiv breiter gestalten können." Wenn ein passendes Puzzleteil gefunden wird, "kann es sein, dass wir einen Move machen", so der Coach. Aber: "Bislang war das noch nicht der Fall."
Somit können Gerd Kragl, Luis Lindner, Patrick Söllinger, Christoph Tialler, Philipp Wimmer und Niklas Würschl weiter unter Beweis stellen, dass es nicht unbedingt drei, vier oder fünf Legionäre braucht, um erfolgreich zu sein.