Franz Klammer verhinderte 1976 in Innsbruck, dass der Schweizer Bernhard Russi seinen Titel von Sapporo erfolgreich verteidigte. Jener Russi ist auch für das Design der "Rock" in den chinesischen Bergen verantwortlich - wem das letztendlich das größte Glück bringen wird, bleibt abzuwarten.
"Kann locker drauflos fahren"
Nach Abfahrts-Gold 2014 in Sotschi und Super-G-Gold 2018 in Pyeongchang würden es Mayer sicher viele gönnen, frei jeden Drucks in das Rennen zu gehen. "Ich kriege natürlich sehr viele Fragen dazu gestellt und die Erwartungshaltung ist dementsprechend höher teilweise. Ich kann locker drauflos fahren, unter Anführungsstrichen, aber ich habe trotzdem ein klares Ziel. Und das ist, hier um die Medaille mitzufahren und mit einer Medaille heimzufahren. Auf das möchte ich meinen Fokus legen."
Er freue sich auf das Rennen und habe seine Sachen parat. "Wie es am Ende ausgeht, wird es passen." Sein Gefühlszustand könne nicht mit jenen bei bisherigen Winterspielen verglichen werden. "Beim ersten Mal war das richtiges Neuland für mich. Beim zweiten Mal nach meiner Verletzung und dem Zurückkommen war das einfach eine große Genugtuung. Jetzt ist es wirklich ein Bonus für mich, dass ich da wieder so dabei sein kann. Die letzten Jahre waren sehr gut und erfolgreich für mich."
Erinnerungen an Olympia-Debüt
Bei seinen dritten Olympischen Spielen durfte auch der Rückblick auf das Debüt nicht fehlen. "In Sotschi habe ich die Abfahrt gewonnen und war im Super-G dann maßlos überfordert. Ich war so nervös am Start, dass ich beim Antauchen schon fast ausgerutscht bin." In China freue er sich einfach auf das, was komme. "Ich habe Erfahrung, aber ich bin nicht der Einzige am Start, der schon Olympiamedaillengewinner ist. Es ist für viele einiges möglich."
In den Trainings habe er die Strecke abgecheckt, aber nicht alles durchgezogen. Wengen und Kitzbühel fahre man seit Jahren, sei arriviert, auf der neuen Strecke gelte eine andere Herangehensweise. "Hier musst du die ganze Abfahrt neu lernen. Da kannst du nicht nur bluffen." Beim Studium der Videos habe er länger gebraucht als sonst, bis Sonntag sollte er aber eine Linie parat haben, mit der er konkurrenzfähig sei. "Ich glaube, dass wir am Sonntag die perfekte Linie sehen werden, nur wer sie machen wird?"