Mikaela Shiffrin plant bei den Olympischen Spielen in China das Antreten in allen Alpin-Bewerben.
Eingeschlossen den Teambewerb, aufdrängen will sie sich da aber nicht, teilt die US-Amerikanerin mit. Das gelte auch für die Abfahrt, sollte sich herauskristallisieren, dass anderen das Gelände weitaus besser liegt.
Bei Olympischen Spielen hat Shiffrin bisher Gold im Slalom 2014 in Sotschi und im Riesentorlauf 2018 in Pyeongchang geholt, dazu kam Kombi-Silber vor zwei Jahren.
In diesen drei Disziplinen sowie dem Super-G werde sie fix auch in China an den Start gehen, betreffend die Abfahrt will sie abwarten. "Ich will auch sehen, was mein Potenzial auf der Piste ist", sagt die 26-Jährige. Programmänderungen und eventuell aufkommende Müdigkeit gelte es freilich zu beachten, auch wolle sie schnelleren Kolleginnen den Platz nicht wegnehmen.
Auch der Teambewerb, der als Parallel-Rennen ausgetragen wird, reizt sie. "Im Parallel ist aber unklar, wie ich stehe. Man muss sich anschauen, wer dann von unseren noch hier ist und fahren will. Alle Teamkolleginnen, die sich den Platz verdienen, sollen ihren Moment haben. Ich habe keinen Mangel an Rennen, an denen ich teilnehmen kann."
Los geht es bereits am Montag mit dem Riesentorlauf.
"Da bläst es dich fast vom Berg"
Zur Vorbereitung stehen "sehr, sehr steile Trainingshänge" zur Verfügung, die Schneebedingungen behagen ihr. "Nicht so aggressiv wie in Südkorea, das ist gut, guter Grip, nicht zu eisig." Weniger glücklich macht sie der Blick auf die Wetterkarten mit Windangaben.
"Idealerweise bekommt keiner eine dieser wirklich, wirklich großen Böen ab, wo es dich fast vom Berg bläst."
Es stelle sich die Frage, wie man hier überhaupt Speedrennen fahren könne. "Wenn man eine Böe abkriegt, wenn man springt, ist das nicht nur herausfordernd, sondern kann auch gefährlich werden", weiß Shiffrin. Es fühle sich an, als müsse man nehmen, was man bekomme.
"Aber gutes Skifahren ist immer deine beste Chance, wenn du eine Medaille willst. Kontrolliere, was du kontrollieren kannst." Freilich könne der Wind entscheidend für den Rennausgang werden.
Shiffrin fühlt sich wohler als erwartet
Behaglich findet Shiffrin das Dorfleben. "Mit den Covid-Maßnahmen kann ich viel besser umzugehen, als ich gedacht habe. Ich fühle mich viel wohler als erwartet." Das Olympischen Dorf habe sie in der Vergangenheit aus Angst, sich eine Grippe einzufangen, immer gemieden.
Nun fand sie die "besten Hygienemaßnahmen" vor, die man sich jemals in einem Dorf vorstellen könnte.
Nicht optimal sei, dass Trainer und Serviceleute 50 Minuten entfernt im Hotel wohnen. "Aber da müssen alle durch." Ihr Plus: Auch ihr norwegischer Freund Aleksander Aamodt Kilde wohnt im Dorf, gemeinsames Abendessen ist möglich, ansonsten ist freilich jeder bei seiner Nation einquartiert.