IOC schweigt vorerst
Details über die Hintergründe der ungewöhnlichen Vorgangsweise waren nicht genannt worden. Auch auf Nachfrage machte das IOC und das nationale Olympische Komitee Russlands keine Angaben.
Auch am Donnerstag gab es keine Bestätigung. "Es wäre unpassend, wenn wir ein laufendes juristisches Verfahren kommentieren würden", sagte Mark Adams, der Sprecher des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), und bezeichnete die Berichte als "Spekulation".
Außerdem bat er um Geduld, die zuständigen Stellen seien um eine schnelle Abwicklung bemüht.
Die Mannschaft mit Valieva hatte den Teambewerb am Montag vor den USA und Japan gewonnen.
Besondere WADA-Regelung für Unter-18-Jährige
Trimetazidin ist eine von der Welt-Anti-Doping-Agentur WADA seit 2014 verbotene Substanz, die in Medikamenten zur Behandlung von Angina pectoris enthalten ist.
Die bisher ausgebliebene Bestätigung des Falles durch das IOC könnte neben den bis zur Gold-Aberkennung reichenden Konsequenzen auch auf Valievas junges Alter zurückzuführen sein.
Bei unter 18-Jährigen ist die öffentliche Namensnennung laut WADA-Regulativ nicht zwingend. Eine Strafe wie Sperren droht Betroffenen freilich dennoch.
Russland nur unter Bewährung dabei
Der Fall birgt zusätzliche Brisanz, da Russland quasi nur auf Bewährung an den Winterspielen teilnehmen darf.
Aufgrund von Sanktionen infolge des Staatsdopingskandals um die Winterspiele 2014 in Sotschi tritt die Sportgroßmacht in Peking wie auch schon im Sommer in Tokio lediglich als Russisches Olympisches Komitee (ROC) auf. Die eigene Fahne und Hymne sind nicht zugelassen.