Wind als Störenfried - ÖSV-Quartett ist gerüstet

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Die Olympia-Abfahrt der Herren am Sonntag in Jeongseon (3:00 Uhr im LIVE-Ticker) soll der erste Höhepunkt für Österreich bei den Winterspielen in Südkorea werden.

Vier Jahre nach Gold für Matthias Mayer wollen Österreichs Speed-Herren wieder Edelmetall holen.

Und alle hoffen darauf, dass das Rennen nicht vom Winde verweht wird. Die Prognosen sind nicht gerade rosig. Im großen Favoritenfeld wollen auch die vier Österreicher Mayer, Hannes Reichelt, Max Franz und Vincent Kriechmayr mitmischen.

Sieben Goldmedaillen haben Österreichs Speed-Herren in der Geschichte von Olympischen Spielen in der Abfahrt geholt.

Vor vier Jahren in Sotchi war Mayer erfolgreich, der Kärntner könnte das Kunststück wiederholen, die guten Trainingsleistungen sprechen für sich. Noch nie wurde ein Abfahrtstitel im Zeichen der fünf Ringe erfolgreich verteidigt.

Jedoch gibt es auf der 1:40 Minuten kurzen Abfahrt in Jeongseon mit sehr ähnlichen langgezogenen Kurven, auf der man keinen großen Speed entwickeln kann, einen großen Kreis von Anwärterin auf eine Medaille.

Großer Favoritenkreis rund um Jansrud und Feuz

So der dreifache Weltcup-Saisonsieger Beat Feuz aus der Schweiz, die Norweger Kjetil Jansrud, der den Olympia-Test vor zwei Jahren gewonnen hat, und Aksel Lund Svindal, die Südtiroler Christof Innerhofer und Dominik Paris.

Im Training zeigen auch Bryce Bennett (USA), Manuel Osborne-Paradis (CAN), Carlo Janka, Mauro Caviezel (beide SUI), Brice Roger (FRA) und Thomas Dreßen (GER) auf.

Platz 15: Manuel Osborne-Paradis (CAN)

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Der "Crazy Canuck" hat in dieser Saison zwar erst drei Top-15-Platzierungen auf dem Zettel, vor allem bei Großereignissen bringt der Routinier seine Leistung aber immer wieder auf den Punkt. Im ersten Training in Jeongseon fuhr er Bestzeit (mit Torfehler). 

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Platz 14: Andreas Sander (GER)

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Der Deutsche fährt seine bisher stärkste Abfahrtssaison, er zeigte unter anderem mit Platz sechs in Kitzbühel auf. Im Abfahrts-Weltcup liegt er auf Rang 13. 

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Platz 13: Christof Innerhofer (ITA)

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Der Italiener hat eine durchwachsene Saison hinter sich. In Beaver Creek und Gröden präsentierte er sich mit den Plätzen 4 und 5 stark, in Kitzbühel und Wengen schied er aus. Die Verhältnisse in Südkorea dürften dem "Eisliebhaber" ebenfalls nicht entgegenkommen. 

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Platz 12: Aleksander Aamodt Kilde (NOR)

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Kilde fährt im Schatten seiner Landsmänner Svindal und Jansrud eine konstante Saison, für ganz vorne reicht es allerdings nicht. Mit Rang 6 in Lake Louise und 10 in Bormio gelang ihm in diesem Winter nur zweimal der Sprung in die Top 10. 

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Platz 11: Adrien Theaux (FRA)

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Der Franzose fährt eine starke Saison, schaffte es in sieben Rennen nur einmal nicht in die Top-15. Sein bestes Ergebnis sind zwei siebente Plätze in Lake Louise und Bormio, in Beaver Creek fuhr er auf Rang acht. 

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Platz 10: Max Franz (AUT)

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Der Kärntner jubelte in dieser Saison bereits über einen Podestplatz: Rang 3 in Gröden. Mit Platz 8 in Bormio schaffte er es allerdings nur ein weiteres Mal in die Top 10. In Kitzbühel warf ihn ein grippaler Infekt aus der Bahn. Die Strecke in Jeongseon scheint Franz zu liegen: Im ersten Training belegte er Rang 6. 

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Platz 9: Peter Fill (ITA)

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Für den Sieger des Abfahrts-Weltcup 2016/17 war in dieser Saison ein vierter Platz in Lake Louise bisher das höchste der Gefühle. Im Jänner zeigte er wieder aufsteigende Form: Platz 9 in Kitzbühel folgte Rang 6 bei der Olympia-Generalprobe in Garmisch. 

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Platz 8: Thomas Dreßen (GER)

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Wer auf der Streif in Kitzbühel gewinnt, kann auch bei Olympia ganz vorne mitmischen. Der Deutsche kommt mit einer breiten Brust und vier Top-Ten-Plätzen (u.a. Rang 3 in Beaver Creek) nach Südkorea und hat nichts zu verlieren. 

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Platz 7: Vincent Kriechmayr (AUT)

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Nach seinem Premieren-Sieg im Super-G folgte mit Platz 2 in Garmisch auch der erste Podestplatz in der Abfahrt, den der Oberösterreicher in Kitzbühel als Vierter noch knapp verpasste. Dass Kriechmayr schnell ist, hat er schon oft bewiesen, bei Olympia wird aber auch eine fehlerfreie Fahrt für eine Medaille notwendig sein. 

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Platz 6: Hannes Reichelt (AUT)

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5, 4, 3, 5 - Nicht zuletzt seine Bilanz in den letzten vier Rennen macht Reichelt zum Mitfavoriten. Der Routinier weiß, wie der Haase bei Olympia läuft, bleibt abzuwarten, wie er mit den Bedingungen in Jeongseon zurecht kommt. Mit einem Podestplatz könnte es eng werden. 

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Platz 5: Dominik Paris (ITA)

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In sieben Rennen nur zweimal nicht in den Top-8, dazu Platz zwei zuletzt in Garmisch und der Sieg beim Heimrennen in Bormio. Paris liegt nicht umsonst auf Rang vier im Abfahrts-Weltcup und ist auf der Olympia-Strecke stark einzuschätzen. 

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Platz 4: Kjetil Jansrud (NOR)

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Jansrud fuhr in dieser Saison zweimal aufs Podest: Rang 2 in Gröden folgte Platz 3 in Bormio. Für einen Sieg hat es bis dato noch nicht gereicht. 2016 gewann der Norweger die Generalprobe auf der Olympia-Abfahrt, die Strecke in Jeongseon liegt ihm, wie er auch im Training bewiesen hat. 

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Platz 3: Matthias Mayer (AUT)

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Der Kärntner konnte wie Jansrud in dieser Saison noch kein Rennen gewinnen, stand als Zweiter in Lake Louise und als Dritter in Wengen am Podest. Der Speed und die Technik stimmen, die zweite Olympia-Medaille in der Abfahrt nach seinem Sieg 2014 ist auf alle Fälle möglich. 

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Platz 2: Beat Feuz (SUI)

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Der Weltmeister kommt als Führender im Abfahrts-Weltcup mit drei Saisonsiegen und zwei zweiten Plätzen im Gepäck nach Südkorea und gehört zu den absoluten Topfavoriten. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten, seine gefühlvolle Fahrweise könnte dem Schweizer auf der Olympia-Strecke entgegenkommen. 

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Platz 1: Aksel Lund Svindal (NOR)

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Der "Super-Elch" ist trotz seiner Leidenszeit und anhaltender Knieprobleme absolute Weltklasse. In sieben Rennen war er bis auf zwei (4. und 8.) immer am Podest, davon zwei Siege und zwei zweite sowie ein dritter Platz. Olympia-Gold in der Abfahrt fehlt noch in seiner Sammlung und wäre eine würdige Krönung dieses Ausnahme-Athleten. 

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"Die Abfahrt hat totale Priorität, man sucht sich den Tag aus, dass man von ganz oben starten kann", macht ÖSV-Rennsportleiter Andreas Puelacher klar, dass man kein Rennen von 1:19 Minuten möchte.

Mehr war im Freitagtraining nicht drinnen, war der Start wegen Windes doch nach unten verlegt worden. Geduld wird gefragt sein, eine Verschiebung auf einen anderen Tag einkalkuliert.

Matthias Mayer glaubt an engen Rennausgang

Für Mayer lief es am Freitag gut, er legte Hauptaugenmerk auf die Passagen Blue Dragon Valley und die Ausfahrt Richtung Zielsprung. Er rechnet mit den gleichen Namen ganz vorne, die auch im Weltcup dort immer zu finden sind, und glaubt an einen engen Rennausgang.

"Es wird eine ziemliche Hundertstelentscheidung werden. Man muss kämpfen vom ersten bis zum letzten Tor. Der es am besten treffen wird, wird ganz oben stehen. Aber je mehr du ans Limit gehst, desto risikoreicher fährst du, desto fehleranfälliger wirst du." Und Fehler darf man sich nicht erlauben.

"Das wird sicher eine spannende Geschichte", glaubt auch Reichelt. Für den 37-jährigen wird es die erste Olympia-Abfahrt seiner Karriere. "Es erfordert sehr viel Arbeit, weil solche Schneeverhältnisse hat man selten, darauf muss man sich einstellen. Bei der Videoanalyse habe ich schon viel gesehen, Jansrud und Innerhofer haben heute eine gewaltige Linie ausgepackt. Das wird Richtung Rennen sicher die richtige Linie, das heißt es nachzuahmen", meinte der Salzburger.

Kriechmayr glaubt nicht an einen Überraschungssieger, der Oberösterreicher hat "die Üblichen" ganz oben auf der Liste.

"Und natürlich will auch ich um Medaillen kämpfen, das ist auch das Ziel." Mögliche Verschiebungen bereiten ihm nicht viel Kopfzerbrechen. "Wir als Abfahrer kennen die Situation. Wenn es so ist, wird es kein Problem sein." Das Wort leicht will er für diese Abfahrt nicht in den Mund nehmen. "Aber so wie Sotchi, wo es richtig spektakulär war, ist es nicht." Man müsse immer Speed machen und schauen, dass man die Geschwindigkeit nie verliere.

Material wird entscheiden

Als Vierter im Bunde erhofft sich Franz olympische Meriten. Der Kärntner muss ohne seinen Stamm-Servicemann auskommen, der verletzungsbedingt außer Gefecht ist. "Aber er ist voll integriert. Der hat nach zwei Wochen auch einen Jetlag, wir sind die ganze Zeit in Kontakt." Dem Material wird aufgrund der Schneebedingungen, die an Beaver Creek erinnern, eine entscheidende Rolle beigemessen.

Puelacher hofft auf einen guten Start seines Herrenteams, damit weder Mannschaft noch Trainer unter Druck geraten. "Diese vier sind gut und ich bin überzeugt, dass wir die richtige Wahl haben", sagte er. "Wir reden von einer sehr guten Abfahrt, die vor allem technisch sehr anspruchsvoll ist. Sie ist olympiawürdig, mir persönlich fehlt aber einfach dieser Hochgeschwindigkeitsteil, den hätte ich gerne gehabt, dann wäre es eine super Abfahrt", fügte er an.

Textquelle: © APA

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