Hirscher krönt sich zum Doppel-Olympiasieger!

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Marcel Hirscher rast bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang zur 2. Gold-Medaille.

Der Salzburger lässt im Riesentorlauf der Konkurenz keine Chance und gewinnt 1,27 Sekunden vor dem Norweger Henrik Kristoffersen, der mit Laufbestzeit im 2. Durchgang von Platz 10 auf das Podest fährt. Bronze geht an den Franzosen Alexis Pinturault (+1,31).

Stefan Brennsteiner, 14. nach dem 1. Lauf, kommt nach starker Fahrt im Schlussteil zu Sturz. Manuel Feller und Christian Hirschbühl scheiden im 1. Lauf aus.

Hirscher im Sieger-Interview: "Es war ein Psychospiel">>>

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Klare Halbzeit-Führung

Die Basis für seinen Sieg hatte Hirscher im ersten Lauf gelegt. Auf einem sehr gerade gesteckten Kurs, mit dem viele Fahrer ihre Schwierigkeiten hatten, fuhr der sechsfache Gesamtweltcupsieger scheinbar mühelos einen Vorsprung von 63/100 Sekunden Vorsprung auf Pinturault heraus.

Weitere 3/100 zurück war Leif-Kristian Nestvold-Haugen Dritter, der Norweger fiel letztlich aber noch auf Rang acht zurück (+2,19). Der viertplatzierte Südtiroler Riccardo Tonetti (0,75) fiel im zweiten Lauf aus.

Starker zweiter Lauf

Hirscher aber verwaltete den Vorsprung von 1,31 Sekunden auf Kristoffersen perfekt und büßte in Durchgang zwei nur vier Hundertstel auf den Norsker ein. Beim Jubel nach der Zieleinfahrt merkte man dann auch, dass ihm dieses Gold vielleicht noch mehr bedeutet als jenes in der Kombination.

Die Tribünen waren auch deutlich besser gefüllt. "Es war sicher nicht so einfach", meinte Hirscher. "Ich habe aber runtergedrückt das Gerät. Ich habe gewusst, es ist Alles oder Nichts."

Marcel Hirscher jubelt im Riesentorlauf über seine zweite Gold-Medaille in Pyeongchang!

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Henrik Kristoffersen (NOR) und Alexis Pinturault (FRA) komplettieren das Podest.

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Stefan Brennsteiner riskiert im zweiten Durchgang alles, kommt aber mit toller letzter Zwischenzeit zu Sturz und zieht sich wahrscheinlich einen Kreuzbandriss zu.

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Manuel Feller ist im ersten Lauf am Weg zum 2. Zwischenrang, scheitert aber nach einem Fehler bei der letzten Welle beim letzten Tor.

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Auch Christian Hirschbühl scheidet ebenfalls im 1. Lauf aus - den Vorarlberger erwischt es bereits im Steilhang.

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"Marcel spielt das immer wieder aus"

ÖSV-Herren-Cheftrainer Andreas Puelacher war von der Leistung seines Topmanns einmal mehr beeindruckt. "Er befindet sich in einer beneidenswerten Form und spielt das immer wieder aus. Er findet immer die Abstimmung", sagte der Coach.

"Man kann ihm nur gratulieren. Er hat wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt alles ausgepackt." Auch die Konkurrenz zog den Hut. Kristoffersen: "Marcel ist unschlagbar im Moment im Riesentorlauf. Wir andere kämpfen nur um Silber und Bronze."

Kristoffersen: "Mein schönster 2. Platz"

Kristoffersen schaffte von Halbzeitrang zehn aus mit Laufbestzeit in der Entscheidung noch den Sprung auf das Podest, Pinturault distanzierte er um 4/100. Es ist seine zweite Olympia-Medaille nach Slalom-Bronze 2014 in Sotschi. "Vielleicht ist das mein schönster zweiter Platz", meinte der 23-Jährige.

Für Pinturault ist es die zweite Medaille bei diesen Spielen nach Silber in der Kombination: "Zwei Medaillen ist eine große Sache für mich. Große Gratulation an Marcel Hirscher."

Brennsteiner mit Verdacht auf Kreuzbandriss

Die übrigen drei Österreicher schieden aus. Als einziger außer Hirscher erreichte Stefan Brennsteiner den zweiten Durchgang, von Zwischenrang 14 aus schied der Salzburger nach engagierter Fahrt und guter Zwischenstart aber aus. Der 26-Jährige wurde mit Schmerzen im Knie zur MRI-Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Puelacher befürchtete Schlimmes: "Stefan hat eine Knieverletzung. So wie es ausschaut, wird wahrscheinlich das Kreuzband gerissen sein."

Schon im ersten Lauf hatte es im oberen Teil den danach nicht für den Slalom berücksichtigten Vorarlberger Christian Hirschbühl sowie im letzten Tor Manuel Feller erwischt. Der Tiroler rutschte noch über die Ziellinie, wurde disqualifiziert und klagte danach über Nacken- und Schulterschmerzen. Der Fieberbrunner war aber zuversichtlich, am Donnerstag im Slalom antreten zu können. "Es ist jetzt nicht so fein, aber ich glaube, übertrieben viel ist nicht passiert", erklärte der 25-Jährige.

Ende einer Durststrecke

Hirschers Gold bedeutet Österreichs 19. Olympia-Medaille in olympischen Alpin-Riesentorläufen, die erste seit Gold und Bronze durch Benjamin Raich bzw. Hermann Maier 2006 in Turin.

Titel hatten vor Hirscher außer Raich auch Toni Sailer 1956 in Cortina d'Ampezzo, Maier 1998 in Nagano und Stephan Eberharter 2002 in Salt Lake City geholt. In Pyeongchang 2018 hält die rot-weiß-rote Alpin-Abteilung nach sieben von elf Entscheidungen bei dreimal Gold und einmal Silber.

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Nach dieser Entscheidung zu Beginn des neunten Wettkampftages hält Österreichs Equipe in Südkorea bei je vier Gold- und Bronze-sowie zwei Silber-Medaillen. Gold hatte es abgesehen vom Hirscher-Doppel durch Rodler David Gleirscher im Einsitzer und Matthias Mayer im Super-G gegeben. Am Sonntag waren noch Eisschnellläuferin Vanessa Herzog über 500 m sowie Julian Eberhard, Simon Eder und Dominik Landertinger im Biathlon-Massenstart mit Medaillenchancen im Einsatz.

Stimmen:

Marcel Hirscher: "Es war nicht so einfach! Es war gar nicht so leicht zu fahren im 2. Durchgang. Am Start bin ich fast ein wengerl gestrauchelt - dann noch Linienfehler. Es hat schon ziemlich gedrückt. Aber ich hab das Gerät gscheit runtergedrückt. Wie es steht, habe ich nicht gewusst. Ich habe gewusst, es geht um Alles oder Nix - und dementsprechend habe ich alles auf eine Karte gesetzt. Der Saft geht mir langsam aus. Es kostet sauviel Kraft, da die Spannung zu halten. Wir sind schon lange da herüben. Aber Wahnsinn - saugeil!"

Henrik Kristoffersen: "Es ist vielleicht der schönste zweite Platz! Heute war wirklich gut. Marcel ist im Riesentorlauf im Moment unschlagbar. Ich muss sagen, ich kämpfe. Vielleicht in ein, zwei Jahren kann ich mit ihm kämpfen. Aber im Moment ist er einfach so viel besser. Ich bin sehr zufrieden. Der erste Lauf war wirklich nicht gut, schlecht. Ich war ein bisschen verärgert nach dem 1. Lauf. Der 2. Lauf war besser, da war mehr Radius drin. Der 1. Lauf war deppat im Steilhang, zu gerade. Das war die schnellste Kurssetzung in dieser Saison."

Alexis Pinturault: "Ich bin sehr glücklich! Es ist ein harter Kampf für mich, aufs Podium zu kommen. Ich muss wirlich andrücken - das ist der Grund, warum ich Fehler gemacht habe. Aber das ist auch der Grund, warum ich eine Medaille habe. Ich habe nur daran gedacht, richtig zu attackieren. Dass Henrik so gut gefahren ist, habe ich nicht gewusst - aber erwartet. Die 4 Hundertstel sind nicht viel, aber so ist der Sport. Zwei Medaillen sind sehr schön. Herzliche Gratulation an Marcel zu den zwei Goldenen. Er bekommt, was er verdient. Was er seit sechs, sieben Jahren zeigt ist unglaublich. Er ist der Boss!"

Andreas Puelacher (ÖSV-Cheftrainer Herren): "Er (Hirscher, Anm.) befindet sich in einer beneidenswerten Form und spielt das immer wieder auf. Er findet immer die Abstimmung. Man kann ihm nur gratulieren. Er hat wieder einmal zum richtigen Zeitpunkt alles ausgepackt. Stefan (Brennsteiner, Anm.) hat eine Knieverletzung. So wie es ausschaut, wird wahrscheinlich das Kreuzband gerissen sein."

Ted Ligety (15.): "Ich bin zu konservativ gefahren, für das, was es hier braucht. Schade, dass ich an so einem Tag einen schlechten Tag habe. Ich habe gespürt, dass da weit mehr geht, aber auch im zweiten Lauf war es nicht das, was ich drauf habe."

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