Doping-Razzia! Verhaftungen im ÖSV-Team

Aufmacherbild Foto: © GEPA
 

Doping-Skandal bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld!

Nach einer großen Polizei-Aktion unter dem Titel "Operation Aderlass" im Zusammenhang mit einem international agierenden Doping-Netzwerk mit 16 Hausdurchsuchungen kam es zu insgesamt neun Festnahmen, darunter zwei österreichische Langläufer, ein kasachischer und zwei estnische Spitzensportler.

Bei den betroffenen Österreichern handelt es sich laut ÖSV-Rennsportdirektor Markus Gandler um Dominik Baldauf und Max Hauke, für beide gilt die Unschuldsvermutung. Die Ermittler wollten die Namen der verhafteten Sportler mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht bestätigen.

Einer der fünf festgenommenen Sportler wurde in seiner Unterkunft in Seefeld "auf frischer Tat" ertappt, sagt Dieter Csefan vom Bundeskriminalamt. "Er wurde mit einer Bluttransfusion im Arm aufgegriffen", so Csefan.

Wie die "Tiroler Tageszeitung" berichtet, ist die Aktion nach Aussagen von Ex-Langläufer und Dopingsünder Johannes Dürr aktiv geworden.

BKA sowie Staatsanwaltschaft Innsbruck schlossen nicht aus, dass weitere Personen betroffen sein könnten. Und sprachen von einer "geschlossenen Indizienkette". So sei etwa in Erfurt ein komplettes Dopinglabor inklusive Equipment ausgehoben worden, das dem 40-jährigen Sportmediziner, der als mutmaßlicher Haupttäter gilt, zugerechnet wird.

Internationale Ermittlungen seit mehreren Monaten

Im Rahmen von seit mehreren Monaten andauernden internationalen Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Sportbetruges sowie der Anwendung von unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zu Dopingzwecken sei eine in Deutschland ansässige kriminelle Organisation um einen 40-jährigen Sportmediziner ausgeforscht worden, heißt es in einer BK-Mitteilung.

Die aus Erfurt agierende kriminelle Gruppierung sei dringend verdächtig, "seit Jahren Blutdoping an Spitzensportlern durchzuführen, um deren Leistung bei nationalen und internationalen Wettkämpfen zu steigern und dadurch illegale Einkünfte zu lukrieren", heißt es weiter.

In Österreich hatte es bereits bei der Biathlon-WM 2017 in Hochfilzen und beim dortigen Weltcup 2018 behördliche Aktionen gegen die Teams aus Kasachstan und Russland gegeben. Vor wenigen Wochen hatte der österreichische Langläufer Johannes Dürr in einer ausführlichen TV-Dopingbeichte über verbotene Blutdopingpraktiken in Deutschland berichtet.

Reaktionen zum Doping-Skandal >>>

ÖSV-Präsident Schröcksnadel kündigt Konsequenzen an >>>

Dopingfälle im österreichischen Sport >>>

Die Aussendung des Bundeskriminalamtes im Wortlaut:

Dem Bundeskriminalamt, Büro zur Bekämpfung der organisierten Kriminalität, ist es in Zusammenarbeit mit dem Zollfahndungsamt München, Außenstelle Lindau gelungen, ein international agierendes Dopingnetzwerk zu zerschlagen. Über Anordnungen der Schwerpunktstaatsanwaltschaft München I, sowie der Staatsanwaltschaft Innsbruck konnten in den Vormittagsstunden des 27. Februars 2019 in einer koordinierten Aktion in Seefeld/Österreich sowie in Deutschland insgesamt neun Personen festgenommen und 16 Hausdurchsuchungen vollzogen werden.

Im Rahmen von seit mehreren Monaten andauernden internationalen Ermittlungen wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Sportbetruges sowie der Anwendung von unerlaubten Wirkstoffen und Methoden zu Dopingzwecken konnte eine in Deutschland ansässige kriminelle Organisation um den Sportmediziner Dr. Mark. S. ausgeforscht werden.

Diese aus Erfurt agierende kriminelle Gruppierung ist dringend verdächtig, seit Jahren Blutdoping an Spitzensportlern durchzuführen, um deren Leistung bei nationalen und internationalen Wettkämpfen zu steigern und dadurch illegale Einkünfte zu lukrieren.

Im Zuge eines koordinierten Einschreitens unter Beisein des deutschen Oberstaatsanwaltes und deutscher Ermittler konnten in Seefeld zwei Mitglieder der kriminellen Gruppierung sowie fünf Spitzensportler aufgrund richterlich bewilligter Anordnungen festgenommen, sowie sieben Hausdurchsuchungen vollzogen werden.

Bei den festgenommenen Athleten handelt es sich um zwei österreichische, einen kasachischen und zwei estnische Spitzensportler. Unter den Festgenommenen befinden sich auch zwei Polizeispitzensportler aus dem Nationalkader Langlauf/Nationalmannschaft, die derzeit die polizeiliche Grundausbildung absolvieren.

Gleichzeitig wurden in Deutschland der 40-jährige Sportmediziner Dr. Mark S. sowie ein weiterer 40jähriger deutscher Komplize festgenommen und neun Hausdurchsuchungen durchgeführt.

Die Ermittlungen sind derzeit noch im Gange.

Um die ersten Ermittlungsergebnisse präsentieren zu können, werden die Medienvertreter zu einer Pressekonferenz am 27.Februar 2019, um 15:00 Uhr in der Landespolizeidirektion Tirol geladen. Adresse: LPD Tirol, Polizeisaal, 6020 Innsbruck, Innrain 34. Am Podium werden Vertreter des Bundeskriminalamtes und der Staatsanwaltschaft Innsbruck anwesend sein.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

Schlager-Wechsel von Salzburg zu Leipzig soll fix sein

Zum Seitenanfang »

LAOLA Meins - Tags folgen

COMMENT_COUNT Kommentare