"Springer vorgeführt": Reaktionen zur WM-Farce

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Der Skisprung-Bewerb von der Normalschanze sorgt bei der WM in Seefeld für heftige Diskussion.

Das Springen wurde aufgrund von dichtem Schneefall und immer langsamer werdender Anlaufspur zur Lotterie, bei der sich am Ende Dawid Kubacki, zur Halbzeit 27., Kamil Stoch und Stefan Kraft über die Medaillen freuen durften.

Die Top 3 nach dem ersten Durchgang, Ryoyu Kobayashi (JPN), Karl Geiger (GER) und Ziga Jelar (SLO), hatten letztlich keine Chance aufs Podest und wurden durchgereicht.

"Der Wettkampf ist drunter und drüber gegangen. Man sollte so einen Wettkampf eigentlich verschieben. Es sind keine schlechten Leute vorne, aber vom Springen her war das überhaupt nicht lustig, vor allem im 2. Durchgang mit so extremen Geschwindigkeits-Unterschieden. Dass einer als 27. nach dem ersten Durchgang noch Weltmeister wird - sowas habe ich noch nie erlebt. Es schaut für mich so aus, als hätte es die Anweisung gegeben, dass man ein Ergebnis haben muss. So wirkt das für mich. Im Normalfall wird der Wettkampf so nie fertig gesprungen. Bei einer WM, wo die Burschen hart dafür trainieren, fast vorgeführt zu werden ist keine Gaudi", sagt ORF-Experte Andreas Goldberger.

Martin Koch, Co-Kommentator im ORF, bringt es kurz auf den Punkt: "Das Springen war eigentlich für den Hugo." "Grausig zum Anschauen, grausig zum Springen", meint Stefan Kraft.

Weitere Reaktionen:

Stefan Kraft (AUT/Bronze): "So einen Wettkampf habe ich noch nie erlebt. Die Medaille habe ich, dass das noch passiert, damit habe ich nicht gerechnet. Ich habe mich wohlgefühlt, versucht meine Sachen zu machen. Beim Wegfahren habe ich mir gedacht, ich werde langsamer und langsamer, ich habe trotzdem voll riskiert. Danach habe ich mir gedacht, jetzt werde ich wieder Fünfter oder Sechster, weil ich gedacht habe, dass die zwei vorne schon die Qualität haben, dass sie es runterbringen. Anscheinend ist das Pech vom ersten Durchgang ein bisschen zurückgekommen. Es war sicher wenig sinnvoll, wenn man das gesehen hat. Wenn man sieht, dass die Besten vom ersten Training und der Quali auch jetzt vorne sind, dann kann es auch nicht ganz unfair gewesen sein. Ich war den Tränen sehr nahe, was passiert ist vom Sommer bis daher, jetzt die zweite Medaille das ist unfassbar, mit dem hätte ich nie gerechnet, es geht wirklich ein Traum in Erfüllung."

Dawid Kubacki (POL/Gold): "Nach dem ersten Durchgang habe ich nicht im Traum daran gedacht, ich war so weit weg und hätte nicht geglaubt, dass so etwas möglich ist. Im zweiten Durchgang habe ich einen guten Sprung gemacht, ich bin glücklich, dass es gereicht hat. Bis zu den ersten Zehn habe ich nicht geglaubt, dass es möglich ist, dann ist es immer realistischer geworden. Es war verrückt, war nicht fair, aber es haben alle die gleichen Chancen gehabt, einen guten Sprung zu machen. Ich bin glücklich über die Medaille."

Philipp Aschenwald (AUT/4. Platz): "Ich wollte zum Abschluss noch einmal einen lässigen Sprung machen, das ist mir geglückt. Es ist ziemlich schwierig gegangen, für mich war es noch ein bisschen besser, aber, dass der vierte Platz herausschaut, hätte ich mir nicht gedacht. Es war brutal schwierig, richtig fair kann man nicht sagen, für mich schaut es nicht so blöd aus. Von fair war es aber ein bisschen weit weg."

Michael Hayböck (AUT/9. Platz): "Es war ganz schwierig, chaotisch auf jeden Fall, ob wirklich der Beste gewonnen hat, sei dahingestellt. Ich habe mein bestes Saisonergebnis bei der WM geschafft, ich bin aber nicht ganz happy, weil wenn mir ein richtig guter Sprung gelungen wäre, hätte es für mehr reichen können. Es freut uns, dass wir durch den Krafti eine weitere Medaille mitnehmen, es war sicher ein spannender und chaotischer Wettkampf. Du bist machtlos gegen so ein Wetter. Das Einzige was mir einfällt, man bricht ab und sucht einen anderen Tag, das wäre das einzig Sinnvolle gewesen."

Andreas Felder (ÖSV-Cheftrainer): "Wir haben gewusst, dass es für eine Medaille äußerst schwierig wird, aber auch, dass Stefan einen guten Sprung machen wird. Er war locker drauf. Man hat heute überhaupt nicht gewusst, wohin es geht. So verrückt geht es ab und zu zu. Es war nicht nur die Wind-Gate-Regel, es war das Problem, dass der Schneefall die Spur extrem langsam gemacht hat, es war dann extrem schwierig. Es hat sich ein bisschen ausgeglichen. Die, die es im ersten Durchgang total schlecht gehabt haben, hatten es im zweiten ein bisschen besser. Wir sind alle froh, dass es vorbei ist. Es ist wie es ist, das Wetter ist so wie es ist. Wenn, muss man es gleich verschieben, aber wenn es gestartet ist, muss man durch."

Karl Geiger (GER/18.Platz): "Gerecht war da nix mehr. Ich war zwei Stundenkilometer langsamer als die anderen. Das ist schon unfair. Bei dem Wetter kannst du gar nichts machen, die Spur wurde von Springer zu Springer langsamer. Aber sie wollten es unbedingt durchziehen. Was soll's, Haken dran."

Textquelle: © LAOLA1.at/APA Zum Seitenanfang »

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