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Thaler lässt Kritiker verstummen: "Ich weiß, was ich kann"

Warum sollte ein Österreicher in Deutschland eine Import-Stelle besetzen? Diese Frage stellten sich einige. Doch der 24-Jährige ließ schnell Taten folgen.

Thaler lässt Kritiker verstummen: "Ich weiß, was ich kann" Foto: © IMAGO / HMB-Media

Das Ausland ist für Lucas Thaler nichts Neues.

Von 2018 bis 2021 hat der in Villach geborene Nationalteamspieler im Nachwuchs des schwedischen Klubs Mora IK gespielt, davor genoss er seine Ausbildung beim VSV.

Seine ersten Eishockey-Schritte machte der 24-Jährige überhaupt in Spittal an der Drau, wo seine Eltern wohnhaft sind. Nach seiner Rückkehr nach Österreich im Jänner 2021 lief Thaler für Red Bull Salzburg auf.

Anfangs für die Juniors eingeplant, hat sich der Kärntner rasch einen Platz im Kader der Profis erspielt. Dort holte er vier Mal den Meistertitel, entwickelte sich zum gestandenen ÖEHV-Teamspieler - und verließ Österreich im Sommer wieder.

Bereit für den nächsten Schritt

Er sah sich bereit für den nächsten Schritt in seiner noch jungen Karriere.

Ich bin stolz auf mich, dass ich jetzt hier in München bin. Das ist schon ein sehr cooler Werdegang bis jetzt.

Lucas Thaler

Schon während der Saison 2024/25 wurde Salzburgs großer Bruder, der EHC Red Bull München, auf ihn aufmerksam. Rasch hatte man sich geeinigt, und für kurze Zeit lautete der Plan, dass Thaler schon im Sommer 2025 in die bayerische Landeshauptstadt übersiedelt.

Der Transfer wurde schließlich ein Jahr aufgeschoben, nach seiner punktbesten Saison im Salzburger Dress streift sich der flexible Angreifer nun in München den Roten Bullen über.

Thaler sagt: "Ich bin stolz auf mich, dass ich jetzt hier in München bin. Das ist schon ein sehr cooler Werdegang bis jetzt. Ich wollte wieder mal ins Ausland gehen. Jetzt habe ich es geschafft - und will auch hier bleiben."

"Das war schon brutal"

Hier, das ist München. Über 1,5 Millionen Menschen leben in der drittgrößten Stadt Deutschlands – seit Sommer auch Thaler.

Relativ bald nach der Eishockey-WM in Zürich hat der 24-Jährige seine Sachen gepackt, beim Umzug haben ihn seine Eltern unterstützt. Nach einem zweiwöchigen Heimaturlaub ist Thaler in München bereits ins Sommertraining gestartet.

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Der SAP Garden von außen.
Foto: ©IMAGO / Timon Peters

Trainiert wurde auf einer der drei unterirdischen Eisflächen des SAP Garden, dem 2024 eröffneten Schmuckstück, in dem auch die Basketballmannschaft des FC Bayern München ihren Spielbetrieb abwickelt.

Thaler hat schon viele Arenen gesehen, eine wie den SAP Garden aber noch nie. "Als ich das erste Mal in den SAP Garden reingegangen bin - das war schon brutal, wie groß die Anlage ist. Ich habe im Verein noch nie in so einer großen Halle gespielt", war er schwer beeindruckt.

Schnell heimisch in München

Die Eingewöhnungsphase war sehr kurz. "Ich habe mich schnell wohlgefühlt. Es hat mir auch geholfen, dass ich schon im Sommer hier war."

In den ersten Wochen waren ihm Maximilian Kastner und Kapitän Patrick Hager eine große Hilfe. Beide zählen seit vielen Jahren zu den Fixgrößen der Münchner, haben über 500, Kastner sogar über 600 Spiele für den EHC bestritten.

Auch mit Ryan Murphy hat der Spittaler viel Zeit verbracht. Der kanadische Verteidiger ist zwischen 2023 und 2024 in Salzburg aufgelaufen, war dort ein absoluter Leistungsträger und ist selbst erst im Sommer 2025 nach München gegangen.

Er hatte für Thaler einen guten Rat übrig: "Er hat zu mir gesagt, dass ich einfach so sein soll, wie ich bin und so spielen soll, wie ich in Salzburg gespielt habe, weil ich aus diesem Grund hierhergekommen bin."

Alter Bekannter macht es ihm leicht

Auch auf der Trainerbank trifft Thaler auf einen alten Bekannten aus Salzburg: Oliver David.

Der US-Amerikaner hat die Eisbullen 2023 und 2024 zur Meisterschaft geführt. David hätte, auf das Spielsystem bezogen, nicht viel verändert, seit er Red Bull München im letzten Sommer übernommen hat, erzählt Thaler.

Ich denke schon, dass ich bis jetzt wieder einen guten Schritt gemacht habe.

Thaler hat bereits Fortschritte bemerkt.

Mit ein Grund, warum ihm die Umstellung von der win2day ICE Hockey League auf die DEL nicht schwer gefallen ist. Nur das Niveau sei in Deutschland "in allen Belangen" ein wenig besser. "Die Geschwindigkeit ist der größte Unterschied", betont er.

Ihm ist aufgefallen, dass er sich in der kurzen Zeit bereits entwickelt hätte. Thaler: "Man passt sich an, wenn die Liga besser ist, gewöhnt man sich an das Level. Ich denke schon, dass ich bis jetzt wieder einen guten Schritt gemacht habe."

Zwischen zwei Ex-NHL-Spielern

Das spiegelt sich im entgegengebrachten Vertrauen wider.

Der vierfache WM-Teilnehmer wird als Center aufgeboten, hat mit Tobias Rieder und Taro Hirose zwei Flügelstürmer an seinen Flanken, die ihre Sporen bereits in der NHL verdient haben.

"Das sagt schon etwas über das Standing aus", meint Thaler. "Mit denen zwei macht es vor allem richtig Spaß, beide sind richtig gute Spieler. Ich versuche ihnen so gut wie möglich zu helfen. Wir haben eine ziemlich gute Chemie in der Linie."

Von beiden kann der 24-Jährige auch abseits der Eisfläche viel lernen. "Wir reden viel darüber, wie das Profi-Leben ist. Da kann man sich viel abschauen. Auch wenn man sie dabei beobachtet, wie sie sich verhalten."

Großes Vertrauen macht sich bezahlt

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Lucas Thaler arbeitet hart
Foto: ©IMAGO / HMB-Media

Zusätzlich setzt Coach David in sämtlichen Spielsituationen auf ihn, sowohl in Über- als auch Unterzahl hat Thaler schon viel Eiszeit sammeln dürfen. Im Schnitt ist er 17:08 Minuten pro Spiel eingesetzt worden, vier DEL-Partien wurden bislang absolviert.

Ihm ist wichtig, stets vollen Einsatz zu geben und der Mannschaft damit zu helfen, als Sieger vom Eis zu gehen. "Es macht natürlich extra viel Spaß, wenn es so ist", so Thaler mit Bezug auf die Eiszeit, bei der er teamintern unter den Top sechs liegt.

Am vergangenen Freitag hat er sich zudem mit seinem ersten Liga-Tor belohnt. Schon in den ersten beiden Spielen habe er gute Chancen auf seinen Premierentreffer gehabt. Dass es dann im dritten Spiel geklappt habe, sei "sehr schön und ein tolles Gefühl" gewesen.

Er macht keinen Hehl daraus, dass es für einen Stürmer besonders wichtig ist, früh in der Saison anzuschreiben. Sonst steigt der Druck irgendwann ins Unermessliche.

Thaler bekam Kritik an seiner Verpflichtung mit

Druck habe er sich bei seinem Engagement in München selbst keinen gemacht, obwohl es doch kritische Stimmen gegenüber seiner Verpflichtung gegeben hat.

Mancherorts kam Unverständnis darüber auf, warum ein Österreicher in Deutschland, und dann auch noch bei einem Top-Klub wie Red Bull München, eine Import-Stelle besetzen solle.

Ich weiß, was ich kann. Ich bin mit viel Selbstvertrauen in die Saison gegangen, bis jetzt läuft es gut.

Lucas Thaler glaubt an seine Fähigkeiten.

Auch Thaler ist sich bewusst, dass dies nicht selbstverständlich ist. "Natürlich kriegt man das mit", meint er, "doch diese Stimmen sind jetzt schon ein wenig verflogen." Er gibt zu, anfangs doch etwas angespannt gewesen zu sein.

Er glaubt allerdings auch an seine eigenen Fähigkeiten. "Ich weiß, was ich kann. Ich bin mit viel Selbstvertrauen in die Saison gegangen, bis jetzt läuft es gut. Ich fühle mich wohl in der Mannschaft. Mit den Jungs macht es Spaß, der Trainer mag mich und ich spiele viel."

Highlights warten

In den nächsten Tagen erwarten ihn einige Highlights.

Da wäre einerseits das Auswärtsspiel am Freitag bei den Kölner Haien in der Lanxess Arena. 18.600 Fans passen in die zweitgrößte Eishockey-Arena Europas, in der Vorsaison lag der Zuschauerschnitt bei über 18.000 pro Spiel.

Thaler strahlt: "Ich freue mich sehr darauf. Schon wenn ich daran denke, stellt es mir schon die Haare auf. Das ist eine brutale Arena und wird sicher eine unglaubliche Erfahrung, dort zu spielen."

Danach warten die Derbys gegen die Augsburger Panther und den ERC Ingolstadt, beide Male wird im SAP Garden gespielt. "Ich habe gehört, dass gegen Augsburg immer eine unfassbare Stimmung ist. Die nächsten Spiele werden sicher cool", freut er sich bereits.

Der Meistertitel als großes Ziel

Persönliche Saisonziele hat sich der Österreicher für seine Premierensaison in der Deutschen Eishockey-Liga keine gesteckt.

Er sagt bloß: "Ich will mich weiterentwickeln, nicht unbedingt auf die Scorerpunkte schauen. Natürlich gibt es einem ein gutes Gefühl, wenn man mehr als 30 Punkte macht. Wenn das nicht der Fall sein sollte, dann ist es so."

Wir wollen so weit wie möglich kommen - und wenn wir das schaffen, dann blicke ich mit einem Lächeln auf die Saison zurück.

Der Meistertitel ist das große Ziel.

Thaler möchte dem Team nicht nur mit Scorerpunkten, sondern auch als Energiespieler helfen. Glücklich würde er auf die Saison zurückblicken, wenn ein Ziel erreicht wurde: Der Meistertitel.

Er weiß: "Dafür muss alles zusammenpassen. Wir wollen so weit wie möglich kommen - und wenn wir das schaffen, dann blicke ich mit einem Lächeln auf die Saison zurück."

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