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Nach 7:5 in Linz: "Big Win" für den VSV

Beim VSV ist die Erleichterung groß, bei den Linzern die Enttäuschung:

Nach 7:5 in Linz: Foto: © GEPA

Die Partie zwischen den Black Wings Linz und dem VSV, das ihm Rahmen der 43. Runde der bet-at-home ICE Hockey League über die Bühne ging, war nichts für schwache Nerven. Trotz eines zweimaligen Drei-Tore-Rückstands siegten die Adler am Ende mit 7:5.

"Es war ein 'Good-News-Bad-News'-Spiel: Die schlechte Nachricht war, dass wir zwei Mal mit drei Toren im Rückstand waren, die gute Nachricht, dass wir Charakter gezeigt und gewonnen haben. Diese Punkte sind extrem wichtig für uns, es ist ein 'Big Win'", zeigte sich VSVs Head Coach Rob Daum im Interview nach dem Match glücklich.

Bereits nach elf Minuten lag man mit 0:3 zurück, zwei dieser Tore fielen im Linzer Powerplay. Nachdem man durch Rick Schofield und Alex Rauchenwald bis auf einen Treffer herangekommen war, zogen die Black Wings in der 28. Minute auf 5:2 davon. "Es gab keinen speziellen Wendepunkt. Wichtig war unsere Fähigkeit, weiterzumachen und nicht aufzugeben, als wir hinten waren. Speziell beim zweiten Mal. Beim ersten Drei-Tore-Rückstand war noch viel Zeit übrig, beim zweiten Mal ein bisschen weniger", erklärte der 64-Jährige.

Nach dem 5:5-Ausgleich durch Chris Collins in der 51. Minute zog der VSV das Spiel endgültig auf seine Seite, die Linzer kamen kaum noch aus dem eigenen Drittel. Dem 6:5-Gamewinner durch Scott Kosmachuk ging ein Videobeweis wegen einer vermeintlichen Torhüterbehinderung voraus, diese war aber nicht gegeben. Der Empty-Net-Treffer von Travis Oleksuk 14 Sekunden vor dem Ende war nur noch eine Draufgabe.

"Der entscheidende Punkt war, das wir zu keinem Zeitpunkt des Spiels aufgegeben haben. Ich hoffe, dass wir viel Selbstvertrauen aus diesem Spiel mitnehmen", meinte Daum, der auf Renars Krastenbergs verzichten musste. Der Lette verweilt aktuell bei der lettischen Nationalmannschaft, die an den Olympischen Spielen in Peking teilnehmen wird.

Linz hat sich "selbst ins Knie geschossen"

Apropos Selbstvertrauen: Das fehlt den Black Wings nach einer solchen Partie klarerweise. "Ich glaube, dass wir hinten zu fehleranfällig waren, wir haben sehr viele Eigenfehler gemacht und den Tormann (Jared Coreau, Anm.) ein bisschen im Stich gelassen. Er hat uns eigentlich lange im Spiel gehalten, aber wenn man die Schüsse nicht blockt und die Kleinigkeiten nicht macht, dann bekommt man halt sieben Tore", zeigte sich Linz' Doppeltorschütze Andreas Kristler enttäuscht.

Aufgrund der Abgänge von Maxime Lamarche, Colin Smith und Andris Dzerins und den verletzungs- bzw. krankheitsbedingten Ausfällen von Julian Pusnik und Will Pelletier (erlitt im Spiel gegen den HC Znojmo am Freitag eine allergische Reaktion) traten die Oberösterreicher nur mit drei Linien an, wobei jede zumindest einmal anschreiben konnte.

Die angespannte Personalsituation bei den Linzern wurde aber weder von Kristler noch von Head Coach Raimo Summanen erwähnt. Stattdessen berief man sich auf die eigene Fehleranfälligkeit: "Wir haben gut begonnen, danach sind uns aber ein paar Fehler unterlaufen. Wir haben einige individuelle Fehler gemacht, genauer gesagt fünf. Wir haben uns selbst ins Knie geschossen", fasste Summanen zusammen.

Der Finne kritisierte in erster Instanz das eigene Spiel mit dem Puck. Man müsse auch bei einer Führung mit ihm spielen, dürfe ihn nicht hergeben, da man so kein Match gewinnen könne. In Summe sind die Black Wings seit vier Partien ohne Erfolg, der letzte Tabellenplatz ist einzementiert.

Am Dienstag könnte man den Rückstand auf die unmittelbar davor liegenden Dornbirn Bulldogs verkürzen, trifft man doch im direkten Duell aufeinander (ab 19:15 Uhr im LIVE-TICKER). Die Rote Laterne wird im Saison-Finish aber kaum noch an die Vorarlberger abgegeben werden können.

Diese Sorgen kennt der sechstplatzierte VSV aktuell nicht, für ihn geht es um ein direktes Playoff-Ticket. Am Dienstag treffen die Adler im Kampf um einen Verbleib in den Top-Sechs auswärts auf Olimpija Ljubljana (ab 19:45 Uhr im LIVE-TICKER).

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