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"Du spielst!": Wie Grascher von der Kitz-Bank zum 99ers-Debüt kam

Patrick Grascher wurde gegen die Vienna Capitals ins kalte Wasser geworfen - und schwamm. Wie er von seinem Debüt erfuhr, was Max Lagace zu ihm sagte.

"Du spielst!": Wie Grascher von der Kitz-Bank zum 99ers-Debüt kam Foto: © GEPA

Elf Spieler mussten die Graz99ers beim Heimspiel gegen die Vienna Capitals vorgeben, darunter die beiden Stamm-Torhüter Max Lagace und Nicolas Wieser.

Lagace musste am Mittwoch beim 4:3-Sieg gegen Bozen schon im ersten Drittel wegen einer Adduktorenverletzung vom Eis. Wieser fiel - wie sechs weitere Spieler - aufgrund eines Magen-Darm-Infekts kurzfristig aus.

Somit war die nominelle Nummer drei gefordert: Patrick Grascher. Der 20-Jährige wurde sprichwörtlich ins kalte Wasser geworfen, ein Pflichtspiel für die 99ers hatte der Klagenfurter bislang noch nicht bestritten.

Spieler des Abends beim Debüt

Die fehlende Erfahrung ließ sich der U20-Nationalteam-Tormann gar nicht anmerken.

26 von 28 Schüssen auf sein Tor konnte Grascher parieren, in mehreren Situationen mit guten Saves aufzeigen. Und bei den Gegentoren trifft den Kärntner keinerlei Schuld.

Gestern Abend hatten wir noch ein Spiel in Kitzbühel, ich bin erst um 3:00 Uhr in Graz angekommen.

Patrick Grascher

Bedeutet: Den Sprung ins kalte Wasser hat Grascher erfolgreich gemeistert. Dafür gab es von den über 3.000 Grazer Fans Sprechchöre und die Wahl zum Spieler des Abends.

Am Donnerstagabend noch in Kitzbühel

Wie unerwartet der 20-Jährige zu seinem ersten Pflichtspiel im Grazer Tor kam, verdeutlicht er selbst:

Grascher ist für diese Saison ursprünglich als Kooperationsspieler bei den Kitzbüheler Adler in der Alps Hockey League eingeplant, ist dort am Donnerstagabend beim Heimspiel gegen Unterland auf der Bank gesessen.

Die Verletzung von Lagace machte eine Rückholaktion nötig, Grascher sollte als Wiesers Backup auf der Bank Platz nehmen. Doch nach seinem "echt langen" Mittagsschlaf fand er einige Nachrichten auf seinem Handy.

Die Message: "Du spielst! Es ist ein Spiel wie jedes andere, hab' viel Spaß", erzählt Grascher.

Motivierende Worte von Lagace

Viel Zeit zum Nachdenken blieb nicht, das hätte ihm geholfen. "Wenn ich vor meinem Mittagsschlaf erfahren hätte, dass ich heute mein Debüt gebe, hätte ich bestimmt nicht schlafen können", schmunzelt Grascher.

Die Vorfreude war freilich groß, nervös war er nicht. "Ich habe probiert, die Dinge zu machen, die ich immer mache." Ob in Graz oder beim Nationalteam: Grascher hat stets dieselben Routinen. Ihnen auch vor seinem Debüt treu zu bleiben, hat offensichtlich funktioniert.

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Patrick Grascher behielt stets die Übersicht.
Foto: ©GEPA

Von Lagace erhielt Grascher zusätzlich motivierende Worte. Der 20-fache NHL-Keeper hätte ihm in der Kabine noch gesagt, das Spiel einfach zu genießen, Spaß zu haben. Er wüsste, dass der Jungspund das Zeug hat, eine gute Leistung zu zeigen.

Der Kanadier hat Recht behalten.

Einsatz gegen den KAC? "Würde mir alles bedeuten"

Damit hat sich Grascher für weitere Einsätze empfohlen.

Möglich ist, dass der 20-Jährige am Sonntag beim Auswärtsspiel gegen den KAC erneut im Grazer Tor steht. "Das würde mir alles bedeuten", strahlt der Klagenfurter.

Doch er bleibt bescheiden: "Wir schauen von Tag zu Tag. Hoffen wir, dass wir den 'Wies' (Nicolas Wieser, Anm.) zurückkriegen. Er hat letztes Jahr und auch heuer schon unglaublich gespielt."

Sollte Wieser nicht rechtzeitig fit werden, steht mit Grascher jedenfalls ein Ersatz bereit, der bereits bei seinem Debüt gezeigt hat, dass er ins kalte Wasser springen kann.

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