ICE Hockey League: Ein neuer Modus muss her

ICE Hockey League: Ein neuer Modus muss her Foto: © GEPA
 

Das Teilnehmerfeld für die kommende Saison der bet-at-home ICE Hockey League mit 14 Teams steht.

Neben den elf bisherigen Teams haben der HC Pustertal (ITA), der neuformierte HK Olimpija Ljubljana (SLO) und Rückkehrer Znojmo (CZE) das Startrecht in der Tasche.

Doch ein wichtiger Gesichtspunkt der kommenden Spielzeit ist noch offen: Welcher Modus kommt zur Anwendung? LAOLA1-Scout Bernd Freimüller greift den Liga-Verantwortlichen unter die Arme und erläutert einige mögliche Varianten für die nächsten ICE-Saisonen:

Olympia-Pause notwendig?

Ein Problemfeld in der nächsten Saison: Muss die Liga eine Olympia-Pause einplanen oder nicht?

Erst Ende August kämpfen Österreich (gegen die Slowakei, Belarus und Polen), Italien und Ungarn (gegen Lettland und Frankreich) sowie Slowenien (gegen Norwegen, Dänemark und Korea) um jeweils ein Ticket für die Winterspiele. Wenn sich eines dieser Teams für Peking qualifiziert, würde das eine Spielpause von etwa vier Wochen im Februar 2022 bedeuten.

Können also eine Handvoll Teamspieler für Bozen, Fehervar oder Ljubljana die ganze Liga für einen Monat zum Stillstand bringen? Und wann legt man den Spielplan bzw. Modus fest – vor oder nach diesen Turnieren?

Aber es muss ja grundsätzlich ein Modus gefunden werden, der mehrere Jahre hält, zumindest wenn die Teilnehmeranzahl 13 oder 14 Teams weiter Bestand hat. Einige der Parameter und offenen Fragen für die Liga:

Zwischenrunde, Punkteteilung, Pre-Playoffs?

Bei 14 Teams sind die Anzahl der Spiele pro Team und Spieltage gleich. Es werden ca. 50 bis 56 Spiele angestrebt. Das ergibt 25 bis 28 garantierte Heimspieleinnahmen pro Team. 60 Spieltage (wie bei einer 15er- oder 16er-Liga) würden dagegen mehr Dienstags-Termine bedingen, die die Liga wie der Teufel das Weihwasser fürchtet.

Wird wieder eine Zwischenrunde (Pick- und Qualification Round) angestrebt? Dieses in Europa einzigartige Waldorf-System soll verhindern, dass abgeschlagene Teams schon früh Spieler ziehen lassen und dann als Schlachtopfer vor leeren Rängen spielen. Ein valides Argument, das allerdings in Ländern wie Deutschland oder Finnland, wo es (bisher) auch keine Absteiger gibt, keine Gültigkeit hat. Die EBEL bzw. ICE sieht sich gegenüber den schwächsten Teams aber immer in der Schuld, gibt diesen auch nach einer total verkorksten Saison sogar die (zumindest theoretische) Möglichkeit, noch Meister zu werden.

Feiert die Punkteteilung (Vorgänger der Zwischenrunde) aus den gleichen Gründen wieder fröhliche Urständ? Diese könnte zur Hälfte der Saison bzw. auch vor einer eventuellen Zwischenrunde vorgenommen werden. Nicht die gleiche Hoffnungsspritze wie die Qualification Round, aber das Teilnehmerfeld rückt dann doch wieder zusammen.

Ohne Zwischenrunde wird man um Pre-Playoffs nicht vorbeikommen, sonst sind wirklich zu viele Teams bald ohne Chancen. Nach meiner Erfahrung in anderen Ländern werden diese auch gerne als Play-Ins oder gar als Teil der Playoffs angesehen, sodass mehr Teams das Erreichen ihres Saisonziels herausposaunen können. Wie groß soll hier das Teilnehmerfeld sein und spielt man Best-of-Threes (kürzer, dafür sehr zufallsabhängig) oder Best-of-Fives?

Bei Letzteren kann man die weiterkommenden Teams nicht sofort wieder einspannen, die Pause für die bereits qualifizierten Teams wird dadurch sehr lange. Eine Staffelung der Viertelfinali (es beginnen 3-6 und 4-5, danach erst 1-8 und 2-7) würde verschiedene Spieltage bedingen, was wieder Probleme mit den TV-Partnern bedeuten könnte. Dafür stünden – wie in der Slowakei oder Tschechien – in den Viertelfinali jeden Tag Spiele auf dem Streaming- bzw. TV-Programm.

Hier einige Vorschläge:

Das altmodische System

52 Spiele, danach Playoffs der besten acht Teams.

Übersichtlich, die Playoff-Termine stehen schon zu Saisonbeginn fest, es gibt kein Warten.

Ein veraltetes System, Pre-Playoffs sind eigentlich überall gang und gäbe. Von 14 Teams würden sechs ohne Playoffs auskommen müssen, einige Teams wären bald abgeschlagen.

Das gängigste System

52 Spiele, danach Pre-Playoffs 7-10 und 8-9

Gibt mehr Teams die Chance auf die Endrunde. Ist in Ländern wie Deutschland, Finnland, der Slowakei und Schweden Usus.

Ein oder zwei Teams könnten trotzdem bald aus dem Rennen sein. Bei einer Best-of-Five-Serie müssten etwa zehn spielfreie Tage für die bereits qualifizierten Teams eingeplant werden.

Alle dürfen mitmachen

52 Spiele, danach Pre-Playoffs 5-12, 6-11, 7-10, 8-9

Bis auf zwei wären alle Teams auch über die Regular Season hinaus beschäftigt.

Gabs heuer erstmals in der CZE-Extraliga, allerdings bei 14 Teams. Mit Plzen flog dann auch prompt der Fünfte zugunsten des Zwölften Olomouc raus. 32 Punkte und sieben Tabellenränge wurden durch drei Niederlagen innerhalb von vier Tagen zunichtegemacht. Selbst bei einem Best-of-Five kann der Zufall eine gute Saison schnell vergessen machen.

Die gute alte Qualification Round

39 Spiele, danach Unterteilung der Liga in Pick- und Qualification Round mit jeweils sechs Teams und zwölf Spielen

Die Spielanzahl bliebe fast gleich, die Liga hätte ihre Zwischenrunden wieder. Bei Bonuspunkten würde das Feld enger zusammenrücken, 12 Spiele in der Qualification Round machen diese aber weniger wertvoll als zuvor. Statt Bonus- vielleicht halbierte Punkte als Kompromiss?

Die Pickround, von vielen gerne abgewertet, dauert noch länger als bisher. Das größte Problem bleibt aber die Hauptrunde: Wer spielt in der dritten Phase jeder gegen jeden siebenmal zuhause und wer nur sechsmal? Eine Entscheidung darüber nach den Tabellenplatzierungen nach 26 Spielen würde einen kurzfristigen Spielplan für diese Spiele bedeuten, was sich auf die Zuschauerzahlen negativ auswirkt. Die negativen Aspekte der Qualification Round (12 Spiele sind bedeutender als 39) bleiben weiter bestehen.

Das AlpsHL-Verfahren

Die Top-6 sind nach 39 Spielen fix für die Playoffs gesetzt, spielen sich in zehn Spielen noch das Pickrecht aus. Die restlichen acht Teams kämpfen nach Tabellenplatzierung (Schlangenverfahren) in zwei Gruppen (7/10/11/14 bzw. 8/9/12/13) in zwölf Spielen um die beiden letzten Playoff-Plätze. Auch hier wären Bonus- bzw. halbierte Punkte möglich. Ein ähnliches System zu dem der AlpsHL Prä-Corona.

Wer das bisherige System liebte, sollte auch mit diesem kein Problem haben. Sechs Teams haben ihr Playoff-Ticket sicher, zwei kommen noch dazu.

Die Top-Teams haben nur 49 Spiele garantiert. Es werden in der zweiten Saisonhälfte drei Tabellen benötigt, was das Ganze unübersichtlich macht. Gegen Ende der Qualification Round drohen viele nutzlose Spiele, da nur ein Team pro Gruppe weiterkommt.

Textquelle: © APA Zum Seitenanfang »

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