Hintergrund

David Maier: "Ich bin beim KAC schon sehr komfortabel geworden"

Deshalb ist der ÖEHV-Teamspieler von Zuhause ausgebrochen - und ausgerechnet zu Rivale Graz99ers gegangen. Warum er Verständnis für "gemischte Gefühle" hat.

David Maier: "Ich bin beim KAC schon sehr komfortabel geworden" Foto: © GEPA

Ein Wechsel stellt jeden Spieler vor neue Herausforderungen.

Man muss sich auf ein anderes Umfeld einstellen, sich seinen Platz in der Kabine erst verdienen. Man beginnt quasi bei Null.

Für David Maier kommt noch eine besondere Komponente hinzu: Der ÖEHV-Teamspieler hat den KAC nach sechs Jahren verlassen - und ist ausgerechnet zum Rivalen nach Graz gewechselt.

In Österreich (fast) nur den KAC gekannt

In Österreich kannte der 26-Jährige bislang kaum etwas anderes als die Rotjacken.

Dort wurde Maier viele Jahre ausgebildet, ehe er nach Schweden und in weiterer Folge nach Kanada ging.

2020 ist der Rechtsschütze nach Klagenfurt zurückgekehrt, reifte dort zum Nationalspieler und ist ein Fixpunkt im jährlichen WM-Kader von Teamchef Roger Bader.

Schritt aus der Komfortzone

Doch im letzten Jahr reifte in ihm der Wunsch nach einer Luftveränderung.

Dass man zufrieden ist mit dem, was man hat, das macht man als Mensch unterbewusst.

David Maier wollte die Komfortzone verlassen

Schon früh in der vergangenen Saison erkundigten sich die späteren Meister aus Graz bei Maier, der KAC zögerte wiederum mit einem Vertragsangebot. So entschied sich der Kärntner dafür, von Zuhause auszubrechen und ein neues Abenteuer zu starten.

Maier erklärt im Gespräch mit LAOLA1: "Ich bin in Klagenfurt schon sehr komfortabel geworden." Das bedeutet nicht, dass der 26-Jährige im Training weniger gegeben oder sich auf seinem sicheren Platz im Team ausgeruht hätte.

Es geht vielmehr darum: "Dass man zufrieden ist mit dem, was man hat. Als Mensch macht man das unterbewusst."

Geld war nicht entscheidend

Er wollte allerdings noch besser werden.

Deshalb habe er sich für den Abschied vom Jugendklub entschieden. "Damit ich noch einen Schritt nach vorne machen kann, brauche ich ein neues Umfeld, eine neue Challenge", betont er.

Maier ging es im Zuge dessen nicht primär um Geld, will er klarstellen. "Dass ich nur deshalb hergekommen bin, stimmt nicht." Er steht aber dazu, ein gutes Angebot von Graz erhalten zu haben, was seine Entscheidung zusätzlich erleichtert hat.

Top-Adresse in Österreich

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Paul Huber und Co. haben in Graz große Fortschritte gemacht - darauf hofft auch Maier.
Foto: ©GEPA

Dass einige Freunde und Kollegen aus dem Nationalteam mit ihren Transfers in die Murstadt gute Erfahrungen gemacht haben, sei ihm durchaus aufgefallen.

"Graz ist wirklich eine Top-Adresse in Österreich. Man sieht, dass etwas weitergeht. Nicht nur beim Team, sondern auch die Spieler machen mehrere Schritte in ihrer Entwicklung", so Maier.

Wo sich Maier verbessern will

Der Abwehrspieler hat schnell definiert, in welchen Bereichen er sich weiter verbessern will.

"Ich will besonders in der eigenen Zone noch einen Schritt machen. Ich will hart spielen, Zweikämpfe gewinnen und dem Gegner unter die Haut gehen."

Auch offensiv will der 94-fache Internationale seinen Beitrag leisten. Tore und Punkte sind für ihn in seiner Rolle allerdings zweitrangig.

Schon bald zurück in Klagenfurt

Die ersten Wochen in Graz seien für ihn "schon ungewohnt" gewesen, gesteht er. Mit der Umstellung auf ein neues System hatte Maier allerdings keine Probleme.

"Eishockey ist Eishockey", meint der erfahrene Defensivmann, "aber wir spielen hier in der eigenen Zone doch etwas anders als in Klagenfurt. Es gibt andere taktische Elemente, aber nicht gravierend unterschiedliche."

Viele haben mir nur das Beste gewunschen - nur gegen den KAC nicht.

David Maier

Lange muss der ÖEHV-Teamspieler nicht auf seine Rückkehr nach Klagenfurt warten. Schon am 27. September gastieren die Graz99ers beim KAC. "Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich den Termin nicht schon im Kalender markiert hätte", lächelt Maier.

Verständnis für "gemischte Gefühle" bei Fans

Die Duelle zwischen den Teams sind besonders seit dem Einstieg von Herbert Jerich in Graz deutlich emotionaler geworden. "Das waren zuletzt richtige Playoff-Partien. Die Hallen in Graz und Klagenfurt waren immer voll, die Stimmung besonders gut", erzählt Maier.

Dass bei den KAC-Fans wegen seines Wechsels zum direkten Rivalen "gemischte Gefühle" aufgekommen wären, dafür zeigt Maier Verständnis.

Er hält allerdings auch fest: "Viele haben mir nur das Beste gewunschen - nur gegen den KAC nicht."

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