Ein kleiner Unterschied im EBEL-Finale

 

Spiel drei der EBEL-Finalserie zwischen den spusu Vienna Capitals und dem KAC ist in den Büchern - und mit dem 3:2-Erfolg der Wiener gibt es zum dritten Mal Grund zur Freude für das jeweilige Heimteam.

Die Caps holten sich die 2:1-Serienführung in einem flotten Spiel zurück, das so gar nicht an das zweite Aufeinandertreffen in Klagenfurt erinnerte, als ein KAC-Tor den Unterschied machte. Beide Mannschaften agierten in der Offensive entschlossener und lieferten sich phasenweise einen Schlagabtausch.

Nicht zuletzt aufgrund des Schlussdrittels, in dem die Capitals der Vorentscheidung näher waren als die Kärntner dem Ausgleich, gingen die Hauptstädter nicht als unverdienter Sieger vom eigenen Eis.

Dabei profitierten sie auch von einem versprungenen Puck: Emilio Romig erzielte den Siegtreffer unter Mithilfe von Gegenspieler Clemens Unterweger aus dem Hintertorraum, die Scheibe sprang vom Verteidiger ins eigene Tor.

Es war der entscheidende Unterschied in Spiel drei, das wieder nur durch einen Treffer entschieden wurde.

Caps auf einem besseren Level

Trotz dieses Umstands zeigte sich Caps-Coach Dave Cameron hochzufrieden mit der Vorstellung seiner Mannschaft und stellte sich den Medienvertretern entsprechend gut gelaunt.

Nach Spiel zwei in Klagenfurt, in dem sich die leicht müde wirkenden Capitals zumindest zwei Drittel lang die Schneid abkaufen ließen, freute er sich vor allem über die Tatsache, dass die Tempobestimmung im Spiel zumeist von seinen Cracks kam.

"Ich mochte das Level, auf dem wir heute gekämpft haben, viel mehr. Wir haben über Spiel zwei gesprochen und einen besseren Job gemacht. Wir haben viele Schüsse genommen, waren länger im Angriffsdrittel und haben drei Tore gemacht, was gegen ein defensives Team sehr viel ist", strahlte der Kanadier.

Übung aus dem Halbfinale

Da störte ihn auch nicht, dass die Partie im ersten Drittel nach einem Blitzstart fast entglitten wäre. Ein Solo von Patrick Peter besorgte zwar die Führung, in Unterzahl fing man sich aber den Ausgleich durch Thomas Koch ein. Dann wurde auch noch Matt Neal zum Nutznießer eines Powerplays - 1:2 aus Sicht der Capitals nach 13 Minuten.

"Auch darum sind wir im Finale. Weil wir die Rückstände gut managen und nicht in Panik verfallen."

Caps-Coach Dave Cameron

"Aber wir haben viel Übung mit Rückständen, noch aus der Halbfinal-Serie. Darum bleibst du bei deinem System, unabhängig vom Spielstand. Es gibt Momente, wo du in Rückstand gerätst und Panik bekommst, weil dir nicht gefallen hat, was dein Team bis dorthin zeigte. Aber heute hatte ich nicht das Gefühl, etwas ändern zu müssen."

Die Geduld wurde durch den schnellen (Wieder-)Ausgleich durch Chris DeSousa belohnt, der schon zwei Minuten später einen Schuss im Powerplay abfälschte und mit dem 2:2 den Unterhaltungswert der ersten 20 Minuten abrundete.

"Auch darum sind wir im Finale. Weil wir die Rückstände gut managen und nicht in Panik verfallen."

Darum sterben Coaches früher

Die Caps steckten nicht zurück und das nächste Tor in der 29. Minute durch Romig, wie oben beschrieben, sollte schon die Entscheidung bringen. Obwohl die Gastgeber im letzten Abschnitt einige Sitzer liegen ließen und bis zur letzten Sekunde zittern mussten, David Fischer setzte die letzte KAC-Chance der Partie zehn Sekunden vor dem Ende ganz alleinstehend aber daneben.

In dieser Szene wäre das Glück der Capitals vom 3:2-Führungstreffer fast retour gekommen. "Ich dachte, dass wir in einer guten Position sind, dann rutscht der Puck durch und es kracht fast. Das passiert in 'Piles', es wird hart gearbeitet und der Stock nicht am Eis gehalten. Das passiert in der Aufregung, das ist, was Eishockey auch so spannend macht und warum Coaches früher sterben", grinste Cameron.

"Im Gegensatz zu Spiel eins waren wir vorbereitet und haben mental wie physisch gespielt, was wir mussten. Beim dritten Gegentor hatten wir einfach Pech. Aber ich bin glücklich, wie wir langsam wachsen."

KAC-Coach Matikainen

Zumindest musste der Kanadier seinen Puls nicht erhöhen, um Kraftreserven bei seinen Spielern freizusetzen. Diesmal wirkten die Capitals wie das deutlich ausgeruhtere Team, in den ersten beiden Partien ließ sich das höchstens zeitweise behaupten.

"Es geht um Puck-Besitz. Das Team mit dem Puck ist nie müde. In Spiel zwei sind wir ihnen hinterhergelaufen, das hat diese negative Energie erzeugt und müde gemacht. Darum ist es so wichtig, den Puck zu halten", griff Cameron auch schon auf jenen Ansatz vor, der in Spiel drei wieder zum Erfolg - und vielleicht zur Chance auf die Vorentscheidung am Ostermontag vor eigenem Publikum - führen soll.

"Aber an ein fünftes Spiel denke ich noch nicht. Als Coach denke ich nur von Spiel zu Spiel. Es wird nicht einfacher, das ist verdammtnochmal sicher."

Matikainen gar nicht unzufrieden

Gegenüber Petri Matikainen zeigte sich nach der ersten Niederlage in Wien noch schwer unzufrieden. Wer auf eine erneute Standpauke wartete, wurde aber enttäuscht - der Finne zeigte sich zwar kurz und knackig, aber trotz des zweiten Verlustspiels nicht unglücklich über den Auftritt seiner Mannschaft.

"Ich mochte, wie wir gespielt haben. Im Gegensatz zu Spiel eins waren wir vorbereitet und haben mental wie physisch gespielt, was wir mussten. Beim dritten Gegentor hatten wir einfach Pech. Aber ich bin glücklich, wie wir langsam wachsen. Wir müssen einfach so weitermachen, werden uns erholen und Kleinigkeiten ansehen", kündigte der Finne an.

"Es sind nur diese Kleinigkeiten, die den Unterschied machen. Es wird noch eine enge Serie", versprach der KAC-Coach.

Seine "Rotjacken" müssen dieses Versprechen keine 48 Stunden nach Spielende untermauern - in Spiel vier, wieder vor eigenem Publikum (Samstag, ab 17:00 Uhr im LIVE-Ticker).

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Textquelle: © LAOLA1.at

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