Thomas Koch: "Wir sind eben die Herausforderer"

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Von wegen eingerostet!

Spiel 1 der EBEL-Finalserie wurde eine klare Angelegenheit für die Vienna Capitals. Trotz zehn Tagen ohne Ernstfall traten die Wiener beim 4:1 zum Auftakt gegen den KAC gemäß der Linie auf, die sie in der bisherigen Saison verfolgten. Spritzig, gut eingestellt, konzentriert, vom Start weg fordernd.

Die bekannten Abläufe wurden nahtlos vorgetragen, während die Rotjacken über lange Phasen um einiges zurückhaltender agierten, als es von allen Seiten erwartet wurde.

Den Klagenfurtern gelang es noch nicht, den Schwung aus dem Halbfinale gegen RB Salzburg in den letzten Kampf um die Karl Nedwed Trophy zu transportieren.

"Was in der Vergangenheit ist, ist in der Vergangenheit. Wir müssen das analysieren. Aber geistig müde waren wir nicht", wollte KAC-Coach Mike Pellegrims im Anschluss an das Spiel festgehalten haben.

"Von Beginn weg engagiert und effektiv"

Besonders in den ersten 20 Minuten zeigten die Capitals mehr Elan, nach zweieinhalb Minuten standen schon zwei Metalltreffer, vor der ersten Pause schließlich auch zwei Tore zu Buche.


Die Stimmen nach dem Spiel - auch im VIDEO:


"Es war wichtig, am Anfang auf sie 'draufzuspringen'. Speziell, wenn du aus einer längeren Pause kommst, willst du eine konstante Pace haben", zeigte sich Aaron Brocklehurst, später Torschütze zum 3:1, mit der Anfangsphase zufrieden.

Auch Coach Serge Aubin wollte die ersten Momente der Partie besonders hervorstreichen: "Wir waren sehr ausgeruht, obwohl wir versucht haben, die notwendige Intensität im Training aufrechtzuerhalten, damit der Sprung nicht zu groß wird. Von Beginn weg waren wir engagiert und effektiv."

"Defense wins Championships"

Erst zu Mitte der Partie konnte der KAC auf Augenhöhe aufrücken. Gleich das erste Powerplay saß, das 1:2 stellte den Beginn zwischenzeitlicher Spannung dar.

"Wir haben einen guten Job gemacht, aber waren den Bruchteil einer Sekunde verwundbar. Wir werden uns das ansehen und den Fehler nicht noch einmal machen", versprach Aubin.

Mehr als eine lästige Phase brachten die Gäste aber nicht mehr zustande. In dieser blieben die Caps defensiv diszipliniert, ließen das Momentum nicht kippen.

Die Stärke der Capitals in der Hintermannschaft wurde so wieder zum Dosenöffner für den Auftakterfolg, wie Aubin betonte: "Ich finde, 'Defense wins Championships'. Wir haben den Puck so schnell es ging aus der eigenen Zone befördert, der Fokus, den die Jungs an den Tag gelegt haben, zeigt unseren Respekt vor Klagenfurt."

"Wenn du jetzt nicht motiviert bist..."

Auf der Gegenseite zeigte man sich vom Verlauf des ersten Spiels weder überrascht noch konsterniert. "Die Wiener waren das ganze Jahr über Erster. Warum ist da jemand verwundert, dass sie aus der Kabine kommen wie die Feuerwehr?", fragte sich Thomas Koch.

"Für uns war es keine Überraschung, dass sie hart kommen. Aber wenn du in einem Finale nicht marschieren kannst und motiviert bist, bist du es nie mehr."

Bodenständigkeit gefragt

Die von einigen Experten sogar zugeschanzte Favoritenrolle schmetterte er jedenfalls gleich wieder ab: "Wir können nicht beeinflussen, was die Journalisten schreiben. Wir sind die Herausforderer. Da muss man die Ausgangslage kennen und am Boden bleiben. "

Auch die Pick-Round-Erfolgserlebnisse gegen die Vienna Capitals änderten also nichts an der KAC-Selbsteinschätzung. "Wien hat sich sehr gut auf unser System eingestellt und einiges geändert. Aber wir können in 48 Stunden auch einiges ändern."

Dementsprechend war auch beiden Seiten klar: Ein Auftakterfolg ist eben nicht mehr als ein Auftakterfolg.

"Wir müssen die Kleinigkeiten besser machen und werden am Sonntag hoffentlich eine Antwort haben", kündigte Koch an.

Dann wird sich zumindest ein Vorzeichen umkehren - und der Hexenkessel auf den Rängen hinter dem KAC stehen.

Textquelle: © LAOLA1.at

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