EBEL: Trendumkehr der Black Wings in Sicht

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Es ist wieder Eishockey-Zeit! Am Freitag hat die EBEL-Saison 2019/20 begonnen. Noch nicht im Einsatz waren die Black Wings Linz, die am Sonntag ihr erstes Spiel bestreiten.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller wirft einen detaillierten Blick auf die Saison-Aussichten jedes Klubs. Welche Aspekte lassen hoffen, wo liegen die Baustellen, welche Fragezeichen gibt es?

Weiter geht es mit den Black Wings Linz, die vergangene Saison weit hinter ihren Erwartungen blieben. Zunächst verpassten die Oberösterreicher die Top-6 und qualifizierten sich erst über den Umweg Qualification Round für die Playoffs. Dort war bereits im Viertelfinale gegen die Graz99ers Endstation. Dementsprechend viel tat sich in Linz in der Offseason.

Wird die Leistungskurve der Black Wings dadurch tatsächlich wieder nach oben zeigen?

Das sollte klappen

Langsam, körperlich am Sand und mit zu wenig Offensive - die von Troy Ward zusammengestellte Truppe des Vorjahres war mit Abstand die schwächste der letzten Jahre in Linz. Ward-Nachfolger Tom Rowe konnte den Karren auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen, sah aber aus nächster Nähe, woran es mangelte und konnte viele (nicht alle) der Minderleister auf die Reise schicken. Einfach unvorstellbar, dass es mit den Black Wings nicht wieder aufwärts geht.

Der Kader ist auf jeden Fall breiter geworden: Rowe verfügt über acht liga-taugliche Defender (ein absolutes Novum) und bei Vollbestand im Angriff müssen sogar zwei gute Stürmer zusehen. Verletzungen (Neuzugang Juraj Valach fällt bereits länger aus) sollten heuer leichter aufzufangen sein als in den letzten Jahren.

Auch wenn Körperspiel in der EBEL immer mehr auf dem Index steht: Mit den Zwei-Meter-Männern Valach und Raphael Wolf, Justin Florek, Marek Kalus, Mark McNeill und Julian Pusnik sind sechs der neun Neuzugänge körperlich starke Spieler. Das heißt nicht, dass Linz die Gegner niederknüppeln wird, aber mehr Reichweite und Präsenz an den Banden und vor dem Tor ist zu erwarten.

Das könnte in beide Richtungen gehen

Ich habe noch selten einen Spieler erlebt, bei dem sich die Eindrücke von Scouts oder Coaches so überlappen wie bei Neo-Center Mark McNeill: "An guten Tagen überragend mit seiner Präsenz am Puck und um das Tor herum, an schlechten nicht zu finden." McNeill muss in Linz beweisen, dass er Konstanz (natürlich zum Guten hin) in seine Leistungen bringen kann und nicht von Freitag auf Sonntag völlig verschiedene Gesichter zeigt. Grundsätzlich bringt er alles für einen starken Zwei-Wege-Center in der EBEL mit.

Josh Roach ist der Typ Defender, der in der EBEL normalerweise gut ankommt: Agil und antrittsschnell, kann sich aus engen Lagen lösen und die Scheibe tragen, guter Puckmover im Powerplay. Wenn er seine Risiken bei Behind-The-Back-Pässen noch minimiert (nicht ganz abstellt) und etwas mehr schießt, kann der 27-jährige ohne große Meriten (Canadian College und EIHL) zum Jumpstarter der Linzer Offensive werden.

Juraj Valachs Verletzung aus der Vorbereitung ist sicher ein Schlag ins Kontor, vor November wird er nach seinem Bänderriss im Knie nicht zurückerwartet. Trotz seiner Riesengröße mit guten Beinen und Skills ausgestattet, war er für eine Schlüsselrolle in der Defensive vorgesehen - nach seinem Comeback und einer kleinen Anlaufphase sollte das auch gelingen.

David Kickert hat sich das Vertrauen erspielt, als einziger österreichischer Goalie als Nummer 1 gesetzt zu sein. Dass er gut spielen kann, ist unbestritten, die Frage ist nur über welchen Zeitraum? Übersteht er den Grunddurchgang ohne Leistungsabfall bzw. kann Backup Paul Mocher ihm vor allem im Dezember einige Ruhepausen geben?

Das dürfte Probleme bereiten

Mit Kevin Kapstad, Aaron Brocklehurst und Corey Locke gelang wenigstens bei drei Sorgenkindern der letzten Saison ein (wenn auch nicht kostenneutraler) Ausstieg aus laufenden Verträgen. Dragan Umicevic ist dagegen noch in der Stahlstadt, seine Leistungen in der Vorbereitung bereiten aber kaum Hoffnung auf eine Steigerung.

In der Breite ist man stärker geworden, in der Spitze aber auch besser? Auch wenn das Team als Gesamtheit besser funktionieren sollte, müssen Leute wie Roach, McNeill, Kalus, Kapitän Brian Lebler oder Altspatz Dan DaSilva die obere Grenze ihres Leistungs-Plafonds erreichen, um für genügend Tore zu sorgen.

Aussicht

Die letzte Saison als Ausrutscher zu bezeichnen, hieße sich Sand in die Augen zu streuen - schon in den Jahren zuvor ging die Leistungskurve nach unten. Doch mehr Potenzial als in der Vorsaison ist auf jeden Fall vorhanden, einige Defizite (Größe und Speed) wurden in der Off-Season aggressiv angegangen. Ein Platz unter den Top-5 ist nicht garantiert, aber doch wahrscheinlich...

Textquelle: © LAOLA1.at

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