Die EBEL-Deadline naht! Was sich noch tun wird

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Nichts geht mehr! Das ist die Devise in der EBEL, Freitag Mitternacht.

Der Transferschluss verlangt von den Teams, alle geplanten Transferaktivitäten vor dieser Frist unter Dach und Fach zu bringen. Während bei einigen Vereinen schon die ganze Saison wenig Bewegung im Kader stattfand, hat sich andernorts erst jetzt noch akuter Handlungsbedarf eröffnet.

LAOLA1-Experte Bernd Freimüller erklärt den unorthodoxen Termin mitten in der Zwischenrunde und bietet bei allen elf Teams einen Überblick darüber, was sich transfertechnisch in dieser Saison getan hat (und eventuell noch tun wird):

Warum ist Freitag Transferschluss? Warum nicht vor oder nach den Zwischenrunden?

Die EBEL übernimmt (im Gegensatz zur KHL oder den beiden Extraligen in Tschechien und der Slowakei) den IIHF-Transferschluss und der ist heuer am 15. Februar. Im Gegensatz zum Vorjahr, als erst Ende Februar Schluss war und Teams wie Wien oder Linz sich über die Kader von Graz oder Villach hermachen konnten, gibt es derzeit natürlich keine Teams, die schon Spieler abgeben können. Zugänge müssen daher fast zwingend aus dem Ausland kommen, Legionäre können EBEL-intern ohnehin schon seit dem 30.12. nicht wechseln.

Wie müssen die Kader nach dem 15.2. aussehen?

Ganz einfach: Jeder, der danach spielt, muss auf der an die EBEL übermittelte aktuelle Kaderliste aufscheinen, die Grenze von 60 Punkten besteht natürlich weiterhin. Das gilt auch für die Nullpunkter, die aber unbegrenzt nominiert werden können. Findige Teams schreiben daher fast alle Jugendspieler auf ihre Liste, so diese gerade der Mutterbrust entwachsen sind – "Nutzt's nix, schad's nix" ist die Devise.

Wechsel gibt es danach also keine mehr? Aber aus dem Farmteam schon noch?

Nullpunkter können weiter rauf und runter spielen, so sie bei beiden Teams gemeldet sind. Aber Spieler mit Punktewerten, die nicht im EBEL-Kader aufscheinen, können ohne fristgerechter Meldung nicht mehr hochgezogen werden. Selbst bei Verletzungen können etwa die Caps Philippe Lakos nicht mehr aus ihrer Zweier-Mannschaft zurückholen, seine EBEL-Karriere wird also mit Freitag Mitternacht endgültig beendet sein.

Gibt es noch ein Schlupfloch für einen Spieler, der jetzt nicht vor Ort ist?

Nein, eigentlich nicht. Ich hätte dabei noch am ehesten an Anton Sundin gedacht. Der Schwede – als U20-Spieler der einzige Zwei-Punkte-Legionär der Liga - wurde von seinem Stammverein Frölunda schon Anfang Jänner wieder zurückbeordert.

Doch Sundin könnte auch nach dem 15.2. nicht mehr zurückkommen, selbst wenn ihn Frölunda wieder gehen ließe. Denn die IIHF müsste ihm dann wieder eine internationale Transferkarte ausstellen, was nach der Trade Deadline natürlich nicht mehr passiert. Außerdem besteht die Liga seit einiger Zeit darauf, dass abgemeldete Spieler auch aus der Kaderliste entfernt werden, selbst wenn deren Punkte nicht gleich für einen anderen Spieler benötigt werden.

Alles nur theoretisch, die Punkte für Sundin und Daniel Natter wurden in Graz für die Rückanmeldung von Ken Ograjensek benötigt. Damit ist auch für Natter die heurige Saison beendet, egal was noch in Graz passiert.

Also: Selbst wenn Freitag nach Mitternacht noch der große Verletzungsteufel zuschlägt – der einzige Ersatz selbst für Spitzenkräfte muss jetzt schon am Kaderblatt stehen...

Die bisherigen Kaderveränderungen und was bis Freitag noch passieren kann:

Graz99ers

Coach Doug Mason ist nicht nur erfolgreich, sondern auch bauernschlau. Aus den ursprünglichen neun Legionären bei seinem Amtsantritt wurden erst zehn, dann heuer bei Saisonbeginn elf und jetzt nach der Eliminierung von Eigengewächs Natter (ein typischer EBEL-Kollateralschaden) zwölf. Zum Kader des Saisonstarts stießen der zunächst verletzte Goalie Robin Rahm und sein schwedischer Landsmann Karl Johansson dazu, Sundin und Goalie Linus Lundin waren Durchlaufposten, Andre Lakos spielt jetzt in Kladno.

Vienna Capitals

"Trotz Umbaus ungestörter Betrieb" – ein Schild, das General Manager Franz Kalla heuer an die Tore der Kagraner Halle hätte hängen können. Pat Mullen ersetzte schon Anfang November den versagenden Kurt Davis, half den Caps dann auch als Puck Mover und Skater. Zwei weitere Änderungen: Goalie Bernhard Starkbaum kam als Absicherung für J.P. Lamoureux, der aber weiter auf die Nummer eins pocht. Aus dem Zagreb-Ausverkauf folgte Sondre Olden als auffälligere Sturm-Alternative für den nie heimisch gewordenen und dann verletzten Jamie Arniel. Die Punkte von Urgestein Phil Lakos wurden im Laufe dieser Rochaden benötigt, seine Rolle (allerdings mit kaum Eiszeit) nimmt der aus Salzburg gekommene Nullpunkter Lucas Birnbaum ein.

Vier Neuzugänge und drei Änderungen in einem Kader, der heuer auch durch Verletzungen (Dominic Hackl fällt immer noch aus) geplagt wurde.

KAC

Nach Saisonbeginn wurde lediglich Matt Neal nachverpflichtet, für ihn wurde noch gar kein Tauschvorgang fällig. Der Kader steht also mehr oder weniger seit Saisonbeginn, wobei auch der langzeitverletzte Manuel Geier weiter mitgeführt wird. Auch das Wegrechnen seiner Punkte würde keinen weiteren Legionär zulassen.

Red Bull Salzburg

Lange blieb der Kader so, wie er zu Saisonbeginn war, erst in den letzten Wochen wurden für den Ringtausch mit Verteidiger Will O’Neill (erst für Matthias Trattnig, dann für Martin Stajnoch) zwei Tauschvorgänge verbraten.

HC Bozen

Für Bozner Verhältnisse auch eine eher ruhige Saison: Defender Jordan Rowley kam Ende Oktober, hielt sich aber nur bis in den Jänner. Seine Punkte wurden wieder benötigt, als sich Mike Blunden von seiner Verletzung zurückmeldete und Coach Kai Suikkanen auf dessen Ersatz Riley Brace nicht verzichten wollte.

HCB-Mastermind Dieter Knoll sucht aber weiterhin nach einer Verstärkung für seine nicht immer überzeugende Offensive und wird erst ruhen, wenn er eine gefunden hat oder es am Freitag Mitternacht schlägt.

Fehervar AV19

Bezeichnend für die sensationelle Saison, die mit dem vorzeitigen Playoff-Einzug endete: Am einstigen Trainer- und Spielerfriedhof wurde nur Mike Caruso im Oktober nachverpflichtet, ehe im Jänner Ty Wishart Ryan Glenn ersetzte, der ganz einfach die berühmte Saison zu viel bestritt. Zwei neue Defender und lediglich ein Tauschvorgang während einer ganzen Saison...

Black Wings Linz

Neben Coach Troy Ward schieden in einer bisher bescheidenen Saison zwei Spieler aus dem Kader aus, beide allerdings (auch) durch Verletzungen: Jordan Hickmott überzeugte aber auch fit nie, kann sich jetzt nach seiner Wiedergenesung ein neues Team suchen, was aber schwer wird. Für Mario Altmann war nach einem Kreuzbandriss Saisonende. Michael Davies und Matthieu Carle waren für Linz typische Neuzugänge (Ex-DEL), die das Legionärskontingent auf den Vereinsrekord von zwölf schraubten.

HC Znojmo

In Znojmo herrschte wie immer ein reges Kommen und Gehen. Nach Saisonbeginn verabschiedet: Patrik Nechvatal, Rostislav Snajnar, Tomas Guman sowie die beiden Legionäre Patrick McEachen und Cam Braes. Neu dazugekommen: Goalie Teemu Lassila, Defender Mikko Vainonen sowie Center Ryan Kujawinski, der aber nach einer Oberschenkelverletzung ebenfalls nicht mehr zum Kader gehört. Mehr als zwei Tauschvorgänge nahmen diese Rochaden aber nicht in Anspruch...

Dornbirner EC

(Langzeit)Verletzte, wohin man schaut, und das dauert auch noch an: Center Rob Bordson riss sich vor Saisonbeginn das Kreuzband, wurde natürlich nie angemeldet. Joel Broda meldete sich im Jänner mit einer Schulterverletzung ab. Die Nachverpflichtungen Brock Trotter und Brendan O'Donnell schlugen (offensiv) ein und geben den Bulldogs auch Hoffnungen für die Qualifikationsrunde, dazu kam noch im Jänner Alex Picard.

Doch beim Qualifikations-Auftakt gegen Innsbruck folgte dann der Super-Gau: Goalie Rasmus Rinne, gerade erst von einer Adduktorenverletzung genesen, musste vorzeitig vom Eis. Sein Ersatz Juhana Aho, der wiederum den nur ein Spiel bestreitenden Joni Myllykoski ablöste, war da schon in seine Heimat zurückgekehrt. Einziger fitter Torhüter ist damit Thomas Stroj. Manager Alex Kutzer hat bis zum Transferende noch genug zu tun, immerhin könnte er mit den Kaderpunkten für den langzeitverletzten Radek Cip hantieren und somit Rinne und noch einen Legionärsgoalie beschäftigen. Dornbirn wird bis Freitag jedenfalls die aktivste Mannschaft bleiben.

HC Innsbruck

Fünf Tauschvorgänge sind heuriger Liga-Höchststand: Jukola für Climie, dann Gracnar für Jukola – so die Goalie-Rochaden. Jonathan Carlsson ersetzte zeitweilig Sacha Guimond. Im Gegensatz zu ihm stehen die beiden nachgeholten Tschechen Tomas Kudelka und Tomas Netik weiter im Kader. Im Laufe der Saison abgegeben: Levko Koper und Lubomir Stach.

Villacher SV

Die (externe) Deckelung von 8+1 Legionären aufgehoben, dazu fand die neue Führung offenbar noch etwas Kleingeld in den Sofaritzen: Der VSV versuchte, sich das Waldorf-Prinzip der EBEL zunutze zu machen und startete mit einer runderneuerten Mannschaft in die Qualifikationsrunde.

Chronologisch vorgegangen: Center Corey Trivino musste Villach schon im November verlassen, sein Ersatz Kevin Goumas hielt sich einen Monat. Der eigentliche Trivino-Ersatz war danach mit Yann Sauvé ein Defender.

Ab Jänner ging's dann aber rund: U20-Nationalverteidiger Patrick Stückler kam aus der Schweiz, sollte ebenso für Kadertiefe sorgen wie der Ex-Cap Kevin Szabad und der aus Lustenau gekommene Adis Alagic bei seinem mittlerweile fast jährlichen Villach-Comeback. Alles (dringend benötigte) Ergänzungsspieler, die größten Hoffnungen setzte Gerhard Unterluggauer aber auf seine beiden neuen Legionäre: Justin Maylan erlitt im Februar (2018, nicht 2019) in Szekesfehervar eine Gehirnerschütterung und hat seitdem nicht mehr gespielt. Der Schwede Johan Eriksson stand dagegen bis zuletzt bei Modo voll im Saft. Schafft der um einen ganzen Block verstärkte VSV so den Playoff-Einzug? Beim 0:4 in Eröffnungsspiel in Znojmo deutete nichts darauf hin...

Textquelle: © LAOLA1.at

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