CHL-Showdown für das EBEL-Trio

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In zwei Spielen geht es für die Vienna Capitals, den EC Red Bull Salzburg und den HC Bozen in der Champions Hockey League um alles!

Alle drei EBEL-Teilnehmer haben aussichtsreiche Chancen auf ein Weiterkommen und treffen je zweimal auf den gleichen Gegner. Auf die Caps wartet ein Wiedersehen mit Ex-Trainer Serge Aubin und den ZSC Lions, Red Bull Salzburg kämpft gegen den SC Bern um einen Punkt und auch die Foxes müssen den Aufstieg gegen Tychy aus Polen erst in trockene Tücher bringen.

LAOLA1-Scout Bernd Freimüller kennt die Ausgangslagen und weiß, was es über die Gegner zu sagen gibt:

Gruppe A (Vienna Capitals)

ZSC Lions - Vienna Capitals, 9.10., 19:45 Uhr

Vienna Capitals - ZSC Lions, 16.10., 19:30 Uhr

Die Ausgangslage:

Wenn man von sechs Punkten von Frölunda (derzeit 11 Punkte) gegen Aalborg ausgeht, bleibt nur für den Sieger der Serie zwischen den ZSC Lions und den Vienna Capitals (beide derzeit 13 Punkte) noch ein Aufstiegsplatz übrig.

So steht es um die Vienna Capitals:

Mit 23 von möglichen 24 Punkten legten die Caps einen ähnlichen Raketenstart wie in der letzten EBEL-Saison hin. Die letzten vier Siege waren Punktlandungen mit genau einem Tor, das zeigt schon, wie wichtig Goalie J.P. Lamoureux, der bis jetzt jede Sekunde in der EBEL und CHL spielte, für das Team ist. Mit Taylor Vause, Andi Nödl und Marc-Andre Dorion fehlten zuletzt drei wichtige Spieler.

So steht es um den Gegner - die ZSC Lions (SUI):

Nach einem holprigen Saisonstart (drei Niederlagen in den ersten vier Spielen) befanden sich die ZSC Lions zuletzt im Aufwind, gewannen die letzten drei Spiele. Das Ex-Caps-Trainerduo Serge Aubin und Craig Streu und das Meisterteam des letzten Jahres scheinen sich aneinander gewöhnt zu haben. Das Comeback des wuseligen und stets sehenswerten Fredrik Pettersson dauerte wegen einer Grippe zwar nur ein Spiel, er könnte aber gegen die Caps wieder zu Verfügung stehen. Ebenfalls sehenswert bei den Zürchern: Defender Maxim Noreau, ein immens schussstarker Powerplay-Experte und Offensivbringer.

Weniger imposant bis jetzt: Der tschechische Stürmer Roman Cervenka, den der ZSC im Sommer aus Fribourg holte. Er war für mich vor Jahren einer der besten europäischen Stürmer außerhalb der NHL, zuletzt ging seine Leistungskurve aber nach unten. Ich würde seine Spielweise auch nicht unbedingt als ideal für das Aubinsche Tempo-Hockey bezeichnen.

Die weiteren Legionäre (in der CHL könnten natürlich alle fünf auflaufen) sind der NHL-Haudegen Kevin Klein, der für Einschüchterung an der blauen Linie sorgen kann, und Sniper Drew Shore.

Doch der Schweizer Meister verfügt natürlich auch über eine Reihe von einheimischen Top-Leuten: Der smarte Severin Blindenbacher und der defensiv immer solide Phil Baltisberger sind ebenso sichere Werte wie der baumlange Dave Sutter und der physische Christian Marti.

Im Angriff fehlt zwar Robert Nilsson wegen einer Gehirnerschütterung schon seit Monaten, doch neben den Legionären sollte vor allem der unter großem Getöns vom Lokalrivalen Kloten gewechselte Denis Hollenstein für Tore sorgen. Weitere Offensivwaffen: Der smarte Scorer Roman Wick und Ablenker-König Chris Baltisberger. Schon am Radar von NHL-Teams: Der wendige Pius Suter.

Im Tor wechselten sich zuletzt Niklas Schlegel und Lukas Flüeler ab, der dreifache Meister-Goalie Flüeler gilt aber als Nummer 1.

Die Lions sind als Schweizer Meister natürlich ein ungemein tief besetztes Team und der Favorit gegen die doch etwas ersatzgeschwächten Capitals. Doch wenn Goalie Lamoureux zwei sehr gute Tage erwischt, ist der Aufstieg durchaus möglich...

Gruppe C (HC Bozen)

GKS Tychy - HC Bozen, 10.10., 17:30 Uhr

HC Bozen - GKS Tychy, 16.10., 19:45 Uhr

Die Ausgangslage:

Mit vier Punkten in den beiden Spielen gegen den punktelosen Tabellenletzten Tychy wäre der HC Bozen (7 Punkte) durch, ganz egal wie Skelleftea (10) und IFK Helsinki (7) gegeneinander spielen.

So steht es um den HC Bozen:

Wie in der CHL auch in der EBEL: Der HCB kommt so weit, soweit ihn Goalie Leland Irving und die Toplinie Catenacci-Findlay-Blunden tragen. Auch wenn die Bozner zuletzt gegen Zagreb etwas mehr Offensive in ihrem Lineup fanden, entscheidet oft ein Tor mehr oder weniger die Spiele für oder gegen die Südtiroler. Alex Petan ist nach dem Tod seines Vaters zwar wieder in Bozen, braucht aber noch einige Zeit. Sonst fehlt nur noch Luca Frigo, der aber auch wieder im Training steht.

So steht es um den Gegner - GKS Tychy (POL):

Zum ersten Mal in meiner Scouting-Karriere sah ich im Sommer mit Tychy beim Turnier in Zvolen, an dem auch der KAC und Graz teilnahmen, ein polnisches Vereinsteam. Der damalige Sieg gegen Kosice sagt zwar auch viel über das Niveau des slowakischen Eishockeys aus, die Polen stellten sich aber als körperlich starkes Team vor. Vom derzeitigen Tabellenzweiten der polnischen Liga fiel mir aber nur der kanadisch-polnische Doppelstaatsbürger Alex Szczechura auf. Michael Kolarz war vor Jahren in Znojmo ein schussstarker, aber reichlich erratischer Defender.

Den Boznern ist nach den Coups gegen Skelleftea und HIFK der Aufstieg natürlich zuzutrauen, die Busreise von Bozen nach Tychy (geht dann nach Znojmo weiter) ist aber natürlich kein Lercherl...

Gruppe G (Red Bull Salzburg)

SC Bern - Red Bull Salzburg, 10.10., 19:45 Uhr

Red Bull Salzburg - SC Bern, 17.10., 19:30 Uhr

Die Ausgangslage:

Der SC Bern (11 Punkte) ist bereits für das Achtelfinale qualifiziert, die Roten Bullen (9 Punkte) brauchen noch einen Punkt aus den beiden Spielen gegen die Schweizer, wenn Växjö (3) beide Spiele gegen Cardiff nach 60 Minuten gewinnt.

So steht es um Red Bull Salzburg:

Nach null Punkten in den ersten drei Spielen (und lächerlichen drei Toren) kamen die Roten Bullen zuletzt zumindest offensiv wieder in Schuss – neun Punkte aus den letzten vier EBEL-Spielen, beim 5:4-Overtime-Sieg gegen Graz holten die Salzburger im letzten Drittel noch zweimal einen Rückstand auf. Aufgrund der schwachen Leistung von Goalie Steve Michalek gegen Graz würde ein Start des bin jetzt meist soliden Lukas Herzog im Tor nicht überraschen.

Von den verletzten Cracks (Herburger, Cijan, Trattnig) könnte einzig nur Flügel Brant Harris wieder zur Verfügung stehen.

So steht es um den Gegner - den SC Bern (SUI):

Fad war dem SC Bern in der letzten Woche sicher nicht. Montag die ehrenvolle OT-Niederlage in der Exhibition gegen die New Jersey Devils, Mittwoch, Freitag und Samstag dann drei NL-Spiele mit zwei Siegen (Ambri, Lausanne) und einer Niederlage (Servette). Freitag und Samstag stehen schon die nächsten Meisterschaftsspiele an, es würde daher nicht überraschen, wenn Coach Kari Jalonen am Mittwoch nicht sein bestes Team aufbietet.

Der derzeitige Tabellenzweite verfügt natürlich über eine Unzahl von Schweizer Top-Spielern, allen voran Goalie Leonardo Genoni, der für die nächste Saison bereits in Zug unterschrieben hat. Der leichtfüßige Eric Blum ist ein NL-Spitzendefender und mit dem Eishockey-Schweizer Calle Andersson sowie dem schussstarken Ramon Untersander auch für Punkte gut. Der Rest der einheimischen Defender wie Justin Krueger (Sohn von Ralph), Beat Gerber und Yanik Burren sind eher Defensiv-Spezialisten, auch wenn Burren in den letzten beiden Spielen seine ersten NL-Treffer erzielte. Der Schwede Adam Almquist ist ein körperlich zarter PP-Spezialist, der aber in Bern noch keinen Treffer erzielte.

Zum Fingerlecken die Offensivlegionäre: Mark Arcobello ist ein Zauberer und Scharfschütze, der mit einigen Zentimetern mehr immer noch in der NHL spielen würde und für mich einer der besten Spieler in Europa ist. Andrew Ebbett ist auch mit 35 Jahren noch ein kompletter Zwei-Weg-Center. Dass man Jan Mursak in der Schweiz nicht als absoluten Topmann ansieht, kennzeichnet auch den Unterschied zwischen der NL und der EBEL – in unserer Liga war er beim letzten Lockout der beste NHL-Crack und würde mit seinem Speed sicher auch heute dominieren.

Zu diesen Offensivkräften kommen Schweizer Spitzenleute wie Center Gaetan Haas, der sich eines Tages auch in der NHL wiederfinden könnte, Daniele Grassi, Kapitän Simon Moser sowie der gern provozierende Thomas Rüfenacht.

Selbst wenn Jalonen den einen oder anderen Stammspieler schont, bleiben die Bern klare Favoriten gegen die Roten Bullen – schon der eine nötige Punkt könnte sehr schwer zu holen sein...

Textquelle: © LAOLA1.at

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