Tempo-Lehrstunde vom Ex-Coach für die Capitals

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Das Abenteuer Champions Hockey League ist für die Vienna Capitals nach der 2:6-Heim-Niederlage gegen die ZSC Lions unter Ex-Coach Serge Aubin wieder nach der Gruppenphase vorbei.

Mit der Notwendigkeit eines hohen Sieges – mit vier Toren Unterschied oder mindestens acht erzielten Toren und drei Treffern Differenz – ins Spiel gegangen, zerschlugen sich die Hoffnungen sehr schnell.

Nach etwas über zwei Minuten erzielten die Gäste das 0:1, am Ende des ersten Drittels stand es 0:3 zugunsten der Züricher, während die Wiener zu dem Zeitpunkt offensiv noch nicht viel zeigen konnten.

Vorbei die Mini-Hoffnung, auch wenn die Caps im Anschluss besser ins Spiel fanden und den Schweizern zumindest noch einen wackeren Kampf lieferten.

Ihr spielt eben noch nicht schnell genug

Coach Dave Cameron sah die Moral dadurch auch als positivsten Faktor eines sportlich nicht nach Wunsch verlaufenen Abends: "Wir haben in der Pause miteinander geredet, ob wir fighten oder fliegen wollen, im Anschluss hat mir das Spiel besser gefallen. Dass die Jungs nicht aufgegeben haben, sagt viel über ihren Charakter aus."

Die ZSC Lions waren letztlich eine Nummer zu groß, auch wenn man im Laufe der Gruppenphase mit einem deutlichen Auswärtssieg beim zweifachen Champion Frölunda Indians auch auf diesem Niveau überraschen konnte.

"Aber sie spielen eben nicht nur in einer höheren Liga, sondern sind dort auch noch Champions", erinnerte Cameron im Falle des ZSC. "Das habe ich an der CHL genossen: Es ist gutes Hockey und du wirst nur besser, wenn du gute Teams bespielst."

Als ehemaliger NHL-Coach könnte er seinem neuen Team zwar viel Theorie beibringen, was das nächste Level betrifft. "Aber sie schauen mich immer an, wenn ich davon rede, dass wir schneller spielen müssen: 'Coach, wir spielen doch schnell!'. Jetzt haben sie einmal gesehen, wie schnell auf dem nächsten Level gespielt wird. Wir werden daraus lernen."

Das sei sogar der gesamtheitliche Zweck der CHL: Die Entwicklung des Hockeys in Europa. "Und wenn man sich unsere Performance ansieht, haben wir mehr gute als schlechte Dinge vollbracht. Es gab uns eine Chance, zu wachsen, und das haben wir gemacht."

Ein Wiedersehen mit einem lachenden Gesicht

Dass mit Serge Aubin ausgerechnet der Erfolgscoach der letzten beiden Jahre als "Lehrmeister" auf der Gegenseite stand und zum letztlich zu starken Konkurrenten um den Aufstieg wurde, hat an diesem Abend einen besonderen Nebeneffekt.

"Es war toll, zurückzukommen und sich noch einmal verabschieden zu können. Dafür bin ich wirklich dankbar", meinte der sichtlich gelöste 43-Jährige.

Nach etwas Anlaufschwierigkeiten hat der Kanadier nun auch mit den ZSC Lions eine Sieges-Serie am Laufen, mit den beiden Erfolgen gegen sein Ex-Team in der CHL stehen die Züricher bei sieben Siegen in Folge.

Erster Aubin-Rekord schon in Gefahr

Mit zwölf Erfolgen hintereinander stellte er mit den Vienna Capitals noch einen Startrekord auf, mittlerweile haben die Hauptstädter schon wieder zehn EBEL-Erfolge am Stück vorzuweisen.

Der Aubin-Rekord kann unter Cameron also schon am Wochenende in den Heimspielen gegen Red Bull Salzburg (Freitag, ab 19:15 Uhr im LIVE-Ticker) und die Black Wings Linz (Sonntag, ab 17:30 Uhr im LIVE-Ticker) eingestellt werden.

"Ich habe den Saisonstart verfolgt. Sie spielen gutes, solides Hockey. Ich bin froh, dass sie sich so gut halten, denn sie haben es verdient, sind ein schnelles Team und können gut skaten", sagte Aubin über seine Ex-Schützlinge.

Er sieht auch noch Ähnlichkeiten zu der Truppe, die er hinterlassen hat, obwohl natürlich neue Spieler dazugekommen sind: "Sie sind gut strukturiert. Sie gehen auf Pucks und werden einigen Teams Probleme bescheren. Sie sind bereit, Arbeit zu verrichten."

"Wir dominieren die EBEL nicht"

Diese Arbeit wird sich nach dem erneuten, vorzeitigen CHL-Ende in den kommenden Monaten wieder auf die Liga beschränken.

Acht Punkte Vorsprung auf den HC Bozen, der den CHL-Aufstieg seinerseits geschafft hat, strahlen nach einem knappen Viertel des Grunddurchgangs vermeintliche Sicherheit aus.

"Wo wir stehen, stimmt mich mehr als zufrieden. Aber wir dominieren die EBEL nicht. Es gab Spiele, wo wir das getan haben, in anderen waren wir zu sehr vom Goaltending abhängig. Am Ende des Tages geht es darum, wie wir finishen, und mehr als ein Start war es noch nicht", sieht es Dave Cameron realistisch.

"Es ist herausfordernd, die Jungs nach einem guten Start hungrig zu halten. Unsere Challenge in dem Business ist die Länge der Saison. Es wird Hänger geben, aber das war schon angenehm, als ich das Team kennenlernt habe: Es ist ein hungriges Team. Das ist einer der Gründe, warum es in der jüngeren Vergangenheit so erfolgreich war."

Der Hunger nach CHL-Erfolgen kann aber frühestens 2019/20 wieder gestillt werden.

Textquelle: © LAOLA1.at

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