ÖSV-Staffel mit "blauen Haxn" zur Sensation

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Eine Sensation - als das darf man die Silbermedaille des ÖSV-Teams in der Mixed-Staffel zum Auftakt der Biathlon-WM in Pokljuka getrost bezeichnen.

Damit, dass David Komatz, Simon Eder, Dunja Zdouc und Lisa Hauser die erste Medaille überhaupt für Österreicher in dieser Disziplin holen, war im Vorfeld nicht unbedingt zu rechnen. Schon gar nicht nach dem positiven Coronatest von Cheftrainer Ricco Groß.

"Das ist so unheimlich schön. Davon habe ich schon lange geträumt. Gleich beim ersten Rennen eine Medaille, es geht nicht besser", jubelt Schlussläuferin Hauser, die im Jänner ihre ersten Weltcup-Podestplätze und ihren ersten Sieg errungen hat, im ORF-Interview. "Das ist einfach ein Wahnsinn, hier im Team eine Silbermedaille zu gewinnen."

Hauser: "Die Haxn waren blau"

Startläufer Komatz hatte nach einem Nachlader eine halbe Minute hinter der Spitze als Achter an Eder übergeben. Der Routinier blieb am Schießstand einmal mehr makellos und schickte Zdouc an sechster Stelle in die Loipe, der Rückstand auf Platz drei betrug zu diesem Zeitpunkt nur noch zehn Sekunden. Zdouc schob sich ebenfalls ohne Schießfehler zwischenzeitlich in die Medaillenränge. Hauser übernahm schließlich deutlich hinter Norwegen und der Ukraine zeitgleich mit Schweden auf Position vier.

Während die Ukraine in der entscheidenden Phase mit mehreren Fehlschüssen zurückfiel, verbesserte sich Hauser mit nur einem Nachlader an die zweite Stelle. Fast wäre noch ein Kampf um Gold entstanden, denn Norwegens Marte Olsbu Roeiseland vermied mit drei Nachladern eine Strafrunde beim letzten Anschlag nur mit größter Mühe. Hauser verteidigte hingegen den Silberrang auf der Schlussrunde gegen die um Bronze hart kämpfenden Hanna Öberg und Olena Pidrushna.

"Es war ein beinharter Kampf und ich habe mich nicht wirklich locker gefühlt. Zuerst habe ich mir gedacht, mit 15 Sekunden Vorsprung geht sich die Medaille locker aus, aber es ist am Schluss noch ganz schön knapp geworden. Die Aufgabe war brutal. Man weiß, alles ist von mir abhängig, ich hätte es nur versauen können. Von dem her bin ich überglücklich", sagt Hauser über den verantwortungsvollen Schlusspart, der fast noch zur Zitterpartie geworden wäre. "Die Haxen waren blau. Ich bin froh, dass es nicht mehr länger gedauert hat".

Dunja Zdouc meint: "Heute war es einfach geil. Ich bin fehlerfrei am Schießstand durchgekommen und hatte auf der Loipe einen wirklich guten Zug. Das war eines meiner besten Staffelrennen. Ich konnte in der ersten Runde im Windschatten ein wenig Kraft sparen und in der letzten Runde habe ich dann einfach alles gegeben."

Komatz: "War sehr nervös"

David Komatz muss zugeben, in den Tagen vor dem WM-Auftakt "sehr nervös" gewesen zu sein. "Das war für mich die erste Mixed-Staffel im Weltcup und das gleich bei der WM. In der ersten Runde ist es allerdings gleich ziemlich zur Sache gegangen, deswegen hatte ich gar keine Zeit zum Nachdenken. Ich bin sehr gut in das Rennen gestartet. Am Schießstand herrschte kaum Wind und mit einem Nachlader bin ich wirklich zufrieden. Die letzte Runde konnte ich gut mit dem Schweden mitlaufen und ich bin sehr glücklich mit meiner Leistung."

Routinier Simon Eder ist vollends zufrieden: "Ich habe mit der Null alles herausgeholt und auf der Loipe alles gegeben. Für das erste Rennen nach dieser längeren Wettkampf-Pause war das nicht schlecht und aus Erfahrung weiß ich, dass es jetzt von Tag zu Tag noch besser werden sollte."

Frauen-Trainer Markus Fischer freut sich über den anhaltenden Aufwärtstrend seiner Athletinnen. "Sensationell, die harte Arbeit war nicht einfach, umso schöner, dass wir jetzt vorne mitmarschieren können. Die Stabilität am Schießstand war der Weg zum Erfolg", sagt der Deutsche. Mit Silber habe er aber definitiv nicht gerechnet. "Wir sind überglücklich."

Cheftrainer Groß musste sich nach dem am Dienstagabend bekannt gewordenen Befund in Quarantäne begeben, die zehn Tage dauert. Alle anderen Mannschaftsmitglieder wurden vor Ort zweimal negativ getestet und auch nicht als Risikokontakte eingestuft. Dementsprechend galt die Isolation nur für Groß, der wahrscheinlich vorzeitig von der bis 21. Februar dauernden WM abreisen wird. Die Aufregung um den Coronabefund hinterließ beim Mixed-Quartett offenbar keine Spuren, obwohl sie sehr wohl eine unruhige Nacht verbracht hatte, wie Hauser gestand.

Der nächste Wettkampf ist nach einem Ruhetag der Männersprint am Freitag. Bis dahin sollen bei ohnehin strikten Hygienebestimmungen weitere PCR-Tests für das ÖSV-Team für Sicherheit sorgen. Die Frauen bestreiten den Sprint am Samstag.

Medaillenkandidatin Hauser kann es nun noch lockerer angehen. "Mein großes Ziel habe ich schon mit den Weltcup-Podestplätzen erreicht, jetzt noch eine Medaille dazu, das ist unglaublich." Bis dato waren die Top-WM-Ergebnisse für Österreich in der gemischten Staffel fünfte Rängen 2015 und 2016.

Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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