Peng Shuai hatte Anfang November im sozialen Netzwerk Weibo Vorwürfe wegen eines sexuellen Übergriffs durch einen chinesischen Spitzenpolitiker veröffentlicht. Seither ist die 35-Jährige nicht mehr öffentlich gesehen worden und gilt als verschwunden. Chinas Zensur streicht jede Debatte über den Fall. Suchen nach ihrem Namen oder nach #MeToo im chinesischen Internet sind geblockt.
Angebliche Mail von Peng vergrößert Besorgnis
Eine angebliche Mail von Peng hat bei der WTA erhebliche Zweifel geweckt und die Besorgnis noch vergrößert. Chinas staatliches Auslandsfernsehen CGTN hatte in der Nacht zum Donnerstag auf Twitter eine Mail veröffentlicht, die der Tennisstar selbst geschrieben haben und an den WTA-Chef Simon geschickt haben soll. Die Berichte über sie, "einschließlich des Vorwurfs der sexuellen Nötigung", seien "nicht wahr", hieß es darin. Ihr gehe es gut.
Über den Verbleib von Peng Shuai wollte sich Chinas Außenministerium nicht äußern. Anfragen sollten an "zuständige Stellen" gerichtet werden, sagte ein Sprecher.
Eine Reaktion aus China kam von Hu Xijin, dem der kommunistischen Partie nahestehenden Herausgeber der "Global Times". Als Person, die mit dem chinesischen System vertraut sei, glaube er nicht, dass wegen der angesprochenen Sache gegen Peng Shuai irgendwelche von ausländischen Medien vermutete Strafmaßnahmen ergriffen worden seien, twitterte der in China gut vernetzte Hu Xijin am Freitag.