Reaktionen auf Aus: Thiem ratlos, Bresnik wettert

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Dominic Thiem flüchtet sich nach dem dramatischen Aus im Achtelfinale der US Open gegen Juan Martin del Potro nicht in Ausreden.

"Natürlich ist das eine sehr schmerzhafte Niederlage. Aber ganz nüchtern betrachtet waren viele Chancen dabei, aber so einen wirklich großen Vorwurf kann ich mir nicht machen", sagt der 24-jährige Niederösterreicher.

"In Satz vier und fünf war es ein gutes, offenes Match. Das ist natürlich sehr bitter, aber es rundet ein bisserl die verhaute US-Tournee ab."

Nicht die erste Niederlage nach Matchbällen

Thiem hatte sein erstes Viertelfinale in Flushing Meadows mehrfach auf dem Schläger. Es hätte ein Karriere definierender Moment werden können: Denn fast ein ganzes Stadion stand auf der Seite von Publikumsliebling Del Potro und pushte den gesundheitlich angeschlagenen Argentinier zu Höhenflügen.

Thiem führte im Achtelfinal-Thriller dennoch bereits mit 6:1, 6:2, 1:6, 5:2 und 0:30 bei Aufschlag Del Potro und hatte in der Folge noch mehrere Chancen auf sein drittes Major-Viertelfinale nach zwei French-Open-Halbfinali 2016 und 2017.

Zwei Matchbälle bei 6:5 wehrte der frühere US-Open-Sieger Del Potro mit krachenden Assen ab. Del Potro holte das Tiebreak (7:1) und Satz fünf mit 6:4.

Schon zum dritten Mal im Verlauf der Nordamerika-Tournee hat Thiem ein Spiel nach Matchbällen verloren. Im Achtelfinale von Washington unterlag er Kevin Anderson nach einem Matchball, in der zweiten Runde von Montreal Diego Schwartzman, auch ein Argentinier, nach sogar vier.

"Das einzige Match, wo es wirklich bitter war, war gegen Schwartzman", erinnerte sich Thiem.

"Bei den vier Matchbällen habe ich zwei, drei Mal große Chancen gehabt. Heute serviert er zwei perfekte Asse, da kann ich nichts machen. Gegen Anderson war ich auch nie in der Nähe, dass ich den Matchball verwandle", gestand Thiem.

Es werde eben immer enger, je besser die Gegner werden. "Leider werde ich noch einige Matches verlieren, in denen ich Matchball gehabt habe, aber auch einige gewinnen. Das gleicht sich immer aus im Laufe eines Jahres. Auf der Nordamerika-Tour war es halt gegen mich."

Thiem: "Irgendetwas passt nicht"

Das sah auch Coach Günter Bresnik im Gespräch mit der APA ähnlich: "Der Verlauf im Sommer war nicht günstig. Gegen Anderson war es noch eine gute Partie, dann sind die Matches immer schlechter geworden. Gegen Ferrer (in Cincinnati, Anm.) war es zum Beispiel grottenschlecht und auch die Partie gegen Schwartzman war schlecht, das hat er sich rein selbst vorzuwerfen."

Thiem ist aber ohnehin der Letzte, der Dinge schönredet. "Irgendwie fühle ich gerade, dass irgendwas nicht gepasst hat, die ganze Zeit. Das muss ich analysieren und dann irgendwas verändern." Beim Blick zurück sieht er sich gar vor Jahresfrist besser als in den vergangenen Wochen.

"Wenn man so die ganze Reise betrachtet, kann ich jetzt nicht sagen, dass ich bei einem Match wirklich richtig gut gespielt habe. Ich habe das Gefühl, dass ich spielerisch oder auch generell zum Beispiel letztes Jahr gegen Carreno Busta hier besser gespielt habe als dieses Jahr. Das muss man analysieren, warum das so ist."

Mental und körperlich fühle er sich gut und nicht müde. "Aber es sind sonst ein paar Sachen, die ich jetzt nicht da sagen werde, die in meinem Kopf vorgehen, die ich auch besprechen werde, die ich ändern muss."

Großer Ärger bei Bresnik

Sein Coach ärgerte sich über mehrere Dinge, aber vor allem über den dritten Satz, den sein Schützling in knapp einer halben Stunde leichtfertig abgab. Glaubte man den Aussagen von Del Potro danach, der wegen Verkühlung und Fieber zwei Tage vorher im Bett gelegen war, dann waren dieser leicht gewonnene Satz sowie die enormen Ovationen des Publikums ein Mitgrund für den Turnaround.

"Irgendwie fühle ich gerade, dass irgendwas nicht gepasst hat, die ganze Zeit. Das muss ich analysieren und dann irgendwas verändern."

Dominic Thiem

"Was er im dritten Satz gemacht, ist mir gänzlich unverständlich, da hat er das Spiel komplett aus der Hand gegeben. Jemanden wieder so ins Spiel bringen, da kann man nicht einmal jugendlicher Leichtsinn sagen. Ich weiß nicht, was in seinem Schädel da vorgeht", wetterte Bresnik. Del Potro baute sich hingegen immer mehr auf. Bresnik: "Der hat die Vorhand dann getroffen wie im Schlaf."

Bresnik sieht das Problem weniger im Tennis selbst, sondern eher im Spielverlauf. "Das Tennis war grundsätzlich wieder okay, aber es sind trotzdem so viele unerklärbare Fehler dabei." Fehlende Konstanz sieht er bei seinem Langzeit-Schützling. "Er kann nicht drei Stunden auf einem Niveau spielen, da gibt es zu viele Schwankungen."

Der Ärger ist groß: "Bei 5:2 denkst du dir, jetzt ist angerichtet und er hat ihn wieder ausgelassen. Da waren so viele Undiszipliniertheiten dabei in dem Spiel, das ist unglaublich."

Auch positive Aspekte

Letztlich hat trotzdem nur ein einziger Punkt gefehlt: zum erstmaligen Vorstoß in die Top 5 der Weltrangliste, dem ersten Viertelfinale in Flushing Meadows und vom Duell mit Roger Federer. "Sicher geht es aufwärts, ich habe jetzt auch viel mehr Punkte als letztes Jahr um die Zeit", erkannte Thiem auch gewisse Positiva.

"Ich bin nicht wirklich eingegangen, weder körperlich noch mental. Aber trotzdem denke ich nicht, dass man so eine eher verkorkste Hartplatz-Tournee so stehen lassen kann, sondern dass muss man ein bisserl hinterfragen, was da genau passiert ist."

Vielleicht hat ihn ein wenig getröstet, dass Federer, befragt zu seinem nächsten Gegner Del Potro, Thiem nicht vergessen hat. "Toll, ihn wieder auf dem Niveau zu sehen und dass er einen der besten Spieler der Welt wie Dominic Thiem schlagen kann", meinte der Schweizer Superstar noch auf dem Platz nach seinem Dreisatz-Sieg über Philipp Kohlschreiber.

Thiems nächster Einsatz ist nun beim Heim-Davis-Cup in Wels vom 15. bis 17. September.

"Jetzt habe ich nicht grad wirklich große Freude, wenn ich an nächste Turniere denke. Ich werde sicher ein paar Tage brauchen, bis ich das vergessen habe."

Bresnik weiß, wie schwer Thiem derartige Niederlage nimmt: "Der ist jetzt einmal komplett erledigt." Bitter für Thiem, dass er auch in Wimbledon im Achtelfinale in fünf Sätzen (gegen Tomas Berdych) verloren hat.

Dominic Thiem setzte im Laufe seiner Karriere schon auf viele verschiedene Looks. LAOLA1 mit der Zeitreise:

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In seiner Jugend setzte Thiem auf den Wuschelkopf-Look.

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Für seine erstmalige Teilnahme am ATP-Turnier in Kitzbühel im Jahr 2011 musste es etwas kürzer sein.

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Auf den "Irokosen" setzte schließlich einst schon David Beckham.

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Danach wurde es wieder länger und geföhnt.

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Es folgte der erste Versuch mit Haarband.

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Doch diese Idee verwarf der Niederösterreicher rasch wieder.

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Die Haare wurden wieder kürzer, Gel durfte 2012 auch nicht fehlen.

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Im Mai 2013 präsentierte sich Thiem mit zwei rasierten Streifen auf der Seite. 

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Bei den Erste Bank Open im Oktober 2013 war es schließlich nur noch ein Steifen.

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Ende 2013 war auch dieser wieder herausgewachsen.

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2014 wollte Thiem nichts mehr vom Gel-Look wissen, die Haare wurden länger.

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In Kitzbühel versuchte es Thiem 2014 erneut mit dem Haarband.

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Die Kappe war ihm dann aber doch deutlich lieber.

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Pünktlich zum Stadthallen-Turnier im Oktober 2014 feierten die rasierten Streifen ihr Comeback.

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Nach einer kurzen Übergangsphase wagte Thiem etwas ganz Neues...

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... nämlich blond gefärbte Haare!

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Im Sommer 2015 war er als "Blondschopf" unterwegs.

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Und das durchaus erfolgreich!

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Mit den gefärbten Haaren feierte Thiem unter anderem seinen ersten ATP-Titel.

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Bei den US Open war die Farbe dann aber nur noch in den Spitzen erkennbar.

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Im Oktober 2015 waren die Haare wieder im ursprünglichen Zustand.

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Für das Davis-Cup-Duell mit Portugal im März 2016 rasierte sich der Lichtenwörther "AUT" in die Haare.

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Im Sommer 2016 waren es weniger die Haare, viel mehr das Outfit, das für Schlagzeilen sorgte.

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Als "Zebra" zog Thiem bei den French Open bis ins Halbfinale ein.

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Danach wurden die Haare etwas länger.

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Einmal griff Thiem noch zum Rasierer, ab Ende 2016 sollte die Mähne aber immer länger werden.

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In dieser Saison setzt Thiem während den meisten Partien auf das Haarband.

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Inzwischen sind die Haare ganz schön gewachsen. Das Vorhaben lautete, sie bis zu den French Open nicht zu kürzen.

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Das ist gelungen.

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In Roland Garros spielte Thiem 2017 übrigens nicht als "Zebra" - in diesem Jahr setzten er und Ausrüster Adidas auf die Farbe grün.

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Klassisches Weiß in Wimbledon...

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In Gelb auf der US-Tour 2017!

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In Flushing Meadows verkörpert er die Retro-Kollektion von Pharell Williams.

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Textquelle: © LAOLA1.at/APA

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