Djokovic verabsäumt es, nach Donald Budge (1938) und Rod Laver (1962 und 1969) den männlichen "Grand Slam", also alle vier großen Turniere in einem Jahr zu gewinnen, einzufahren.
Frühes Break für Medvedev
Medvedev bringt die Partie mit einem frühen Break gleich einmal in seine Richtung und gibt diesen Vorteil mit einer sehr starken Aufschlagleistung nicht mehr her.
Im zweiten Durchgang ist entscheidend, dass der Ranglistenzweite seinem Gegner zum 3:2 den Aufschlag abnimmt. Beim dritten Satzball von Medvedev leistet sich Djokovic einen sehr leichten Fehler. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wirkt der Favorit sichtlich angeschlagen.
Nur kurzes Zittern im Finish
Nach Breaks zum 1:0 und 3:0 schien alles klar zu sein. Bei Medvedev zittern bei 5:2-Führung allerdings noch einmal die Nerven, so vergibt er einen Matchball und verliert mit insgesamt drei Doppelfehlern auch das Game.
Die zweite Chance lässt er sich dann aber nicht mehr entgehen und serviert nach einem weiteren Doppelfehler beim zweiten Matchball zum 6:4 aus.
"Ich kann Daniil nur gratulieren. Er hat ein unglaubliches Turnier gespielt und heute ein unglaubliches Match abeliefert. Wenn einer diesen Titel verdient hat, dann er", zeigt sich Djokovic bei der Siegerehrung als fairer Verlierer. "Ich bin mir sicher, dass er noch viele Grand-Slam-Turniere gewinnen wird."
Der Serbe durfte sich während der Partie wie schon in den vergangenen Tagen über ungewohnte Unterstützung von den Rängen freuen. In den vergangenen Jahren war das Verhältnis zwischen ihm und dem New Yorker Publikum schwierig.
"Ich habe mir im Vorfeld schon beide Varianten ausgemalt, was ich heute sagen werde. Ich habe heute zwar nicht das Match gewonnen, aber trotzdem ist mein Herz voller Freude, weil ihr mich unterstützt hat. Das habe ich in New York noch nie gefühlt. Ich kann mich nur für eure Unterstützung bedanken", sagte Djokovic, der danach mit "Djokovic"-Sprechchören seine Trophäe entgegenimmt.
Entschuldigungen von Medvedev
"Ich muss mich gleich einmal entschuldigen, dass ich Novak hier diesen großen Wurf zerstört habe. Dafür muss ich aber sagen - und das sage ich zum allerersten Mal in der Öffentlichkeit, dass du, Novak, der größte Tennis-Spieler der Geschichte bist."
Danach entschuldigte sich Medvedev auch noch bei seiner Ehefrau, dass er ausgerechnet am Jahrestag das Finale in Flushing Meadows spielen musste. "Ich habe nur daran gedacht, dass ich, wenn ich verlieren sollte, keine Zeit mehr für ein Geschenk haben werde. So kann ich ihr meinen Sieg schenken", grinst der Russe.