"Ein Lebenswerk sind nicht einzelne Sportler. Es ist das, was ich mir als Trainer an Wissen und Fähigkeiten angeeignet habe. Die Ergebnisse daraus sind eigentlich X-beliebig reproduzierbar. Die Beliebigkeit wird nur durch die Zeit eingeschränkt."
Dass er als einziger Trainer des modernen Tennis einen Spieler aus der Kindheit bis in die Top Ten geführt hat, macht ihm so schnell keiner nach. Doch als "Lebenswerk" würde Bresnik Dominic Thiem dennoch nicht bezeichnen. "Ein Lebenswerk sind nicht einzelne Sportler. Es ist das, was ich mir als Trainer an Wissen und Fähigkeiten angeeignet habe. Die Ergebnisse daraus sind eigentlich X-beliebig reproduzierbar. Die Beliebigkeit wird nur durch die Zeit eingeschränkt", so Bresnik zur APA.
International anerkannt ist Bresnik, der sich auch selten ein Blatt vor den Mund nimmt und gern über den Tellerrand blickt, schon lange gewesen, auch vor Thiem. "Für mich ist es immer eine Ehre, wenn international eine Vorhand als Bresnik-Vorhand bezeichnet wird. Aber ein Lebenswerk ist das auch nicht: Ich habe geheiratet, habe vier Kinder, ein Haus gebaut. Meine vier Kinder sind von Dauer. Es ist das, was von einem Menschen übrig bleibt." Bresnik lebt mit seiner Frau Kathi in Innermanzing (NÖ) und ist Vater von vier Töchtern.
In seiner Vita stehen auch zwei Amtszeiten als ÖTV-Davis-Cup-Kapitän und zwei Jahre als -Sportdirektor. Seit vielen Jahren betreibt er in der Südstadt seine Akademie.
Bresnik denkt noch nicht an Pension - und ein Geburtstagsfest
Bresnik, so erzählt er der APA, feiert eigentlich gern jeden seiner Geburtstage. "Aber ich möchte kein Riesentheater. In der Coronazeit ist es sowieso schwierig. In jüngster Vergangenheit ist es mir auch so klar geworden, wer die Leute sind, die zu einem stehen, die der Bezeichnung Freund wirklich gerecht werden." Daher lieber mehrere kleine Zusammentreffen. "Wie ich meine Frau kenne, wird sie sich sicher ein Überraschungsfest einbilden. Wenn ihr das einfällt, mache ich kehrt und bin in den nächsten zehn Stunden nicht gesehen", meint er mit seinem üblichen trockenen Humor.
Auch mit 60 denkt Bresnik nicht an so etwas wie eine Pension, auch wenn er laut eigenen Aussagen schon mit 35, 40 finanziell ausgesorgt hatte. "Es gibt Leute, die mich fragen, wie kannst du mit einem Jugendlichen trainieren? Für mich ist es kein Unterschied in der Tätigkeit, ob du mit einem Nummer-1-Spieler oder einem Anfänger, der vielleicht ein Clubturnier wird gewinnen können, trainierst. Es macht mir beides Spaß. Es geht um den Sport und nicht um die Ranglistenposition."
Bresnik arbeitet seit November u.a. mit dem französischen Spitzenspieler Gael Monfils, ist dazu öfter in der Schweiz und war zuletzt auch in Monte Carlo. Erst vergangene Woche ist mit Dennis Novak Österreichs Nummer zwei zurück in seine Akademie gekommen. Über mangelnde Arbeit muss sich Bresnik auch zu Beginn seines siebenten Lebensjahrzehnts nicht beklagen.